Recklinghausen-Suderwich. Betrug beim Zahlen – beinahe alltäglich. Eine Untersuchung der Finanztechnologie-Plattform Adyen ergab: In den letzten zwölf Monaten erwischte es jeden vierten Verbraucher. Und in der sogenannten Generation Z – Geburtsjahrgänge 1995 bis 2012 – war jede/jeder Zweite betroffen. Der durchschnittliche Einzelschaden lag bei ca. 394 €.
Die gute Nachricht: Im Vorjahr lag der durchschnittliche Schaden deutlich höher, bei 763 €. Allerdings: Die Zahl der Betroffenen ist gestiegen. Waren es im Vorjahr 23 % der Verbraucher, die von Betrugserfahrung berichten mussten, so sind es jetzt 25 %.
Reingefallen sind vor Allem die Jungen, Generation Z – mit 46%. Verbraucher der Generation X – umfasst die Jahrgänge 1965 bis 1980 – waren nur zu 19 % betroffen. Und die Babyboomer – das sind die von 1955 bis 1969 Geborenen – sind nur zu 9% reingelegt worden.
Grundlage der Aussagen von Adyen war eine vom britische Marktforschungsinstitut Censuswide durchgeführte Befragung von 20.000 Verbraucher in zehn europäischen Ländern, 2000 davon in Deutschland.
Online Shoppen mag bequem sein, aber im World Wide Web tummeln sich viele Kriminelle. Dieses Risiko gab es in solche einem Ausmaß beim Shoppen vor Ort bei Weitem nicht. Aber die Entwicklung hin zu Transaktionen im Internet ist nicht aufzuhalten. Da hilft nur kritisches Agieren und Absicherung bei Bestellung und Bezahlung.
Geht es hingegen um Geldanlagen, sehen die Verhältnisse anders aus. Menschen aus der Generation Z verlieren hier im Durchschnitt 376 €. Die 16-19-Jährigen hatten sogar nur Schäden von durchschnittlich 166 €. Babyboomer waren mit 511 € dabei und die über 70-Jährigen sogar mit 675 €. Sollte man daraus schließen: Wer viel hat, verliert viel? Wer wenig hat, kann nicht so viel verlieren? Zumindest ein Warnzeichen für die ältere Generation!
Männer sind übrigens leichtgläubiger als Frauen. Das Verlustverhältnis 461 : 329 €. Also: Mann, hör auf deine Frau! Auch im europäischen Vergleich zeigen sich Unterschiede: bei den Verlusten stehen Polen an der Spitze, gefolgt von Belgien und Tschechen. Die Deutschen liegen auf Platz sieben in der Rangliste und die Spanier auf dem letzten Platz mit durchschnittlich 277 € Verlust.
Und doch zeigen sich die Deutschen nicht sonderlich beunruhigt. Nur 17 % der Befragten misstrauen dem Einsatz von Smartphones beim Bezahlen. Europaweit sind es 24 %.
Die Gefahr, die beim Shoppen von KI ausgeht, war im Befragungszeitraum kein großes Hindernis beim Einkaufsverhalten. Nur 22 % sehen hier ein Risiko. Bei den Babyboomern sind es nur unwesentlich mehr – 26%.
(Erstaunlich, meint der Autor. Er sieht in dem Einsatz von KI – egal wo – mehr Risiken als Nützliches und denkt dabei mit Grausen an Goethes Zauberlehrling: „Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los.“)
Händler sehen die Risiken bei online-Käufen durchaus als Gefahr für ihr Geschäftsmodell. „Wenn fast jeder zweite junge Verbraucher Erfahrungen mit Zahlungsbetrug macht, ist das längst kein Randphänomen mehr, sondern gelebter Alltag einer ganzen Generation“, sagt Hella Fuhrmann, Country Managerin DACH von Adyen. „Gleichzeitig zeigen die sinkenden Schadenssummen, dass bessere Schutzmechanismen wirken.“
Fast ein Viertel der Händler stellten im vergangenen Jahr vermehrt Betrugsversuche fest. Die reichen von Cyberangriffen bis hin zu gefakten Retouren. Beobachtet wird auch, dass Gauner zunehmend künstliche Intelligenz nutzen. Das treibt bei jedem fünften Händler die Kosten deutlich in die Höhe.
Für Verbraucher:innen gilt: keine Scheu vor vom Händler verlangten Identitätsnachweis. Zwei-Faktor-Authentifizierung bietet dabei verlässlich Sicherheit. Fast jeder fünfte online-Shopper gibt Zahlungen bereits damit frei. Es sollten deutlich mehr werden.
(Quelle: www.welt.de / https://t1p.de/ix0ju)
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.