Recklinghausen-Suderwich. Im ersten Teil zu diesem Thema ging es um die Verwendung von Bargeld/Devisen, GiroCard, Mastercard+VISA und den Einsatz der Kreditkarte. Hier geht’s weiter mit der Prepaid-Karte, mobilem Zahlen und Risikohinweisen.
(5) Prepaid-Kreditkarte
Kreditkarten sind praktisch beim Online-Shopping oder auf Reisen. Nicht jeder bekommt sie. Bei negativer Schufa gibt es keine. Auch Minderjährigen erhalten sie nicht. Da kann die Prepaid-Kreditkarte eine Lösung sein. Dabei ist die Prepaid-Kreditkarte gar keine „Kredit“-karte. Du kannst damit nicht auf Pump kaufen oder bezahlen. Vielmehr musst du vor ihrem Einsatz Geld auf das Karten-“konto“ laden.
Der Vorteil: du machst keine Schulden und die Bank verliert kein Geld. Auf der Karte ist aber auch „Visa“ oder „Mastercard“ aufgedruckt. Du kannst sie beim Bezahlen und Geldabheben meist ebenso einsetzen wie die „echte“ Kreditkarte dieser Unternehmen. Du kannst online-shoppen, Reisen, Fahr- und Flugkarten buchen, am Geldausgabeautomat (GAA) im In- und Ausland Bares ziehen.
Allerdings: du kannst pro Tag nicht unbeschränkt viel verfügen. Die Kartenausgeber setzen dazu ein Limit, das du an einem Tag nicht überschreiten kannst. Außerdem ist es nicht möglich, mit der Prepaid-Karte einen Mietwagen zu übernehmen oder ein Hotelzimmer zu buchen. Zwar könntest du den Mietpreis mit der Karte zahlen, die Vermieter wollen sich aber die Möglichkeit offen halten, deine Kreditkarte bei Mehrkosten (längere Nutzung, Schaden am Wagen) nachbelasten zu können. Das geht im Zweifel bei der Prepaid-Karte nicht.
Ein weiterer Nachteil: manche Kartenausgeber deckeln die Höhe der Aufladesumme. Beim Aufladen können Gebühren entstehen, ebenso dann, wenn du die Karte länger nicht nutzt. Auch das Geldabheben kostet – sehr unterschiedlich je nach Anbieter. Kosten können sogar im Inland entstehen, wenn du die Karte einsetzt.
Und schließlich das Verlustrisiko: verloren oder gestohlen – ein Unbefugter kann die Karte nutzen und dann allerdings nur soviel Schaden anrichten wir noch Guthaben auf der Karte ist.
Beim Einsatz von Karten – egal ob Kredit- oder Prepaid-Karte – bleibt das Risiko, dass außerhalb Europas nicht überall Kartenzahlung akzeptiert wird. Und das gilt sogar für das „Karten-Land“ USA, nicht einmal wenn Master oder VISA drauf steht. Und bei Karten von American Express und Diners Club ist das Risiko noch größer.
(6) Mobiles Zahlen
Hat das Kartenterminal eine NFC-Schnittstelle, kannst du technisch auch die Karten nutzen, die du in deinem Smartphone-Wallet von Apple, Google, PayPal etc. hinterlegt hast. Das geht auch mit Wallets von Banken, nicht aber mit der Girocard. Die Sparkassen bieten dazu „Mobiles Bezahlen“ an. Kunden von Genossenschaftsbanken haben die „Pay“-App.
Nicht jedes Kartenterminal ist NFC-fähig und nicht jedes NFC-fähige Terminal bietet kontaktloses Zahlen. Das gilt besonders außerhalb der EU, oft für die USA. Dann hilft nur die Plastikkarte.
In Europa soll „Wero“ künftig eine transnationale Zahlvariante werden. Du kannst darüber schon heute mit Privatpersonen in Frankreich und Belgien Geld austauschen. Die Niederlande und Luxemburg kommen demnächst dazu. Ab 2027 soll der Wero-Einsatz an Ladenkassen möglich sein – so denn der Händler mitmacht. Im Onlinehandel wird Wero derzeit nach und nach aktiv.
Die Banking-App auf dem Smartphone zu nutzen mag komfortabel sein. Denke jedoch immer an deine Sicherheit. Onlinezugänge zur Bank solltest du möglichst nur über Mobilfunknetze nutzen. Dabei möglichst VPN eines seriösen Anbieters verwenden. Besser noch über deinen privaten Router zu Hause. Das gilt vor allem in unbekannten WLANs und Hotspots von Hotels und anderen öffentlichen Orten.
(7) Notfalls flüssig sein
Verlust oder Diebstahl oder Kartensperre – eine Karte, über die du nicht mehr verfügen kannst, könnte dich trocken dastehen lassen. Eine Lösung, besonders für Auslandsreisen: du nimmst mindestens zwei Visa- oder Mastercard-Karten mit. Bringe sie getrennt voneinander unter. So ist das Verlustrisiko kleiner. Deine Karte kann übrigens auch gesperrt sein, weil deiner Bank verdächtige Abbuchungen aufgefallen sind.
Fraglich ist, ob sie dich dann im Ausland erreichen kann um das zu klären. Und wenn doch: ein echter Bankmitarbeiter wird dich dann nicht unter Zeitdruck setzen. Er fragt auch keine PINs, Passwörter oder eine Zwei-Faktor-Authentifizierung am Telefon oder per Mail ab. Hast du Zweifel, rufst du bei der Bank an. Dabei nicht die Rückruffunktion verwenden, sondern selbst die Telefonnummer eingeben.
(8) Kartendaten schützen
Besonders im Ausland – auch auch zuhause – gilt: Karte und PIN nie zusammen aufbewahren. Bei Missbrauch nach Verlust bleibst du auf dem Schaden sitzen. Achte darauf, dass dich niemand bei der Nutzung deiner Prüfzahl ausspäht. Keine Kreditkarte im Hotelzimmer offen liegen lassen. Prüfe regelmäßig und zeitnah die Umsätze auf deinem Konto. Entdeckst du Abbuchungen, die du nicht veranlasst hast, melde das unverzüglich deiner Bank oder Sparkasse. Kartensperren unter der Nummer +49 116 116 melden. Dabei musst du deine IBAN angeben können.
(9) Western Union – ein Notnagel
Wenn gar nichts mehr geht – kann man dir Bargeld über Western Union oder MoneyGram schicken. Das geht weltweit. Ist aber auch nicht billig.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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