Recklinghausen-Suderwich. Kennt ihr das auch? Wenn es einem mal nicht so gut geht, dann „tröstet“ man sich mit etwas Leckerem zu essen. Essen sollte ja eigentlich in erster Linie den physischen Hunger stillen. Doch es kann auch den emotionalen Hunger befriedigen, wenn negative Gefühle wie Stress, Langeweile, Traurigkeit oder Angst auftreten.
Wenn in der Kindheit Essen als Belohnung oder Trost dient, formen sich solche Muster. Sie treten dann jedes Mal hervor, wenn es Probleme im Leben gibt, z.B Stress bei der Arbeit, eine Trennung, den Tod eines geliebten Menschen, oder ähnliches Von dieser Art emotionalem Essen sind etwa. 30 bis 40% der Menschen betroffen. Dann greift man in der Regel zu hochkalorischen Lebensmitteln mit viel Fett, Zucker oder Salz. Tatsächlich führt dies kurzfristig zum Erfolg. Die Stimmung verbessert sich, allerdings hält der Effekt nicht lange an.
Diese Gier auf hochkalorische Lebensmittel hat einen evolutionären Hintergrund. Nahrung war jahrtausendelang für die Menschen knapp und energiereiche Lebensmittel konnten den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Unser Hirn belohnt den Verzehr solcher Nahrung daher mit Befriedigung und Wohlgefühl.
Heutzutage liefern uns hochverarbeitete Lebensmittel mit viel Fett und Zucker die schnelle Energie. Unser Gehirn bewertet das als positiv, also steigt unser Verlangen danach, obwohl es nicht mehr lebensnotwendig ist.
Dabei spielt Dopamin eine entscheidende Rolle. Wenn uns etwas Schönes passiert, merkt sich unser Körper das Glücksgefühl und möchte die Handlung wiederholen, die zu diesem Glücksgefühl geführt hat, wie z. B. der Verzehr von hochkalorischen leckeren Sachen. Das Problem dabei ist, dass unser Gehirn nach und nach eine Art Toleranz entwickelt. Das führt dazu, dass für das Erreichen desselben Glücksgefühls immer mehr konsumiert werden muss - vergleichbar mit süchtig machenden Drogen, wobei die Kombination aus Fett, Zucker und Salz besonders süchtig macht. Zucker stimuliert das Dopaminsystem, Fett steigert das Wohlgefühl und Salz intensiviert den Geschmack.
Diese Kombination wirkt stark auf unser Gehirn. Je mehr wir davon essen, desto mehr möchten wir davon haben. Das führt zu Kontrollverlust und zu einem Teufelskreis.
Emotionales Essen kann ernste Folgen haben. Außer dem Verlust der Kontrolle bekommen wir kaum überwindbare Heißhungerattacken und am Ende Schuldgefühle. Den Betroffenen geht es schlecht, also essen sie noch mehr. Das Gewicht steigt und mit ihm diverse Krankheitsrisiken wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen.
Was kann man dagegen tun?
Kannst du dir vorstellen, in eine Ingwerknolle zu beißen? Das ist ganz schön scharf! Wir kennen Ingwer eher zum Würzen oder in einem Tee. Doch er kann so viel mehr. Er kann unsere Emotionen beeinflussen und hilft bei Heißhungerattacken. Statt zu Schoki, greife lieber zu Ingwer. Die Schärfe stimuliert die Geschmacksnerven, hemmt den Appetit und gibt uns einen Moment, um innezuhalten und zu reflektieren, warum wir gerade etwas Süßes wollen. Probiert es aus, wenn es euch überfällt!
(Quelle: Ernährungsdocs NDR)
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