Recklinghausen-Suderwich. In dieser Serie erschienen bisher folgende Beiträge: grundsätzliche Betrachtung zur Ernährungssicherheit; Bäume als Wasserspeicher; klimaresistente Ackerböden; bedrohte, weltweit angebaute wichtige Nutzpflanzen; klimagerechte exotische Nutzpflanzen (Hirse, Chia-Samen, Algen) sowie Fortsetzung mit Augenbohne, Erdnuss und Sesam. Heute setzen wir die Reihe mit weiteren klimaresistenten Nutzpflanzen der Zukunft fort.
(14) Sonnenblumen
Sonnenblumen stellen keine hohen Ansprüche an den Standort. Der Wasserbedarf ist relativ gering und steigt nur während Knospenbildung und Blüte. Ihre tiefen Wurzeln lockern den Boden in bis zu 2 Meter Tiefe, verbessern dessen Struktur und leisten so einen Beitrag zur Bodengesundheit. Zudem werden sie gerne von Bienen und anderen Bestäubern besucht – für die Biodiversität optimal.
In Niedersachsen wurden 2024 auf 500 Hektar Biosonnenblumen kultiviert, mit steigendem Interesse in der Landwirtschaft. Deutschlandweit wurden 2022 mehr als 85.000 ha für den Anbau von Sonnenblumen genutzt, oft verbunden mit einer Direktvermarktung von Sonnenblumenöl. Die Samen enthalten fast 50 % Öl – Hauptgrund für den Anbau. Der nach dem Ölentzug verbleibende Pressekuchen wird zu Extraktionsschrot aufbereitet und als energie- und proteinreiches Futtermittel für Rinder, Geflügel und Schweine eingesetzt.
(15) Buchweizen
Buchweizen ist bisher noch eine Nischenkultur. Allerdings steigt die Nachfrage stetig an, besonders von Produkten aus dem Ökolandbau.
Der Wasserbedarf liegt etwa bei dem von Weizen. Vorteilhaft: Buchweizen wächst auch auf schwächeren Böden gut und in der Jugendphase sehr schnell. Das unterdrückt ein starkes Aufwachsen von Unkraut.
Gut für die Biodiversität: Buchweizen blüht bis zu sechs Wochen und ist deshalb sehr attraktiv für Bienen und andere Insekten. Buchweizen wird meist zu Mehl, Flocken, Grütze oder Kernen verarbeitet.
(16) Wickroggen
… ist ein alternatives Futter für Rinder und wird von ihnen gerne gefressen. Selbst da, wo wegen der Bodentrockenheit der Kleegrasanbau keine ausreichenden Erträge mehr bietet – wie z.B. in Teilen Brandenburgs – bringt Wickroggen bei geringem Wasserbedarf zuverlässig gute Ernten, auch im Ökolandbau. Die Pflanze unterdrückt das Aufkommen von Unkraut, so dass auf den Einsatz chemischer Vernichtungsmittel verzichtet werden kann. Auch diese Nutzpflanze ist eine gern angenommene Bienenweide.
(17) Kichererbsen
Die Kichererbse ist eine trockenresistente Hülsenfruchtpflanze mit hohem Proteingehalt, die Getreideanbausysteme auch im urbanen Raum ergänzen können, so das Ergebnis von Studien der Universität Wien. Sie erweitert die Palette der häufig nachgefragten essbaren Nutzpflanzen und ihr Anbau ist ein Schritt hin zu einer Aufrechterhaltung angemessener Pflanzenvielfalt. Dabei gilt es zu bedenken: von weltweit ca. 7.000 essbare Nutzpflanzen werden nur neun für zwei Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion eingesetzt!
Wenn dann ein oder zwei der wichtigsten Ausgangsprodukte wegen mangelnder Klimaresistenz wegfallen, kann das gravierende Folgen für die Ernährungssicherheit haben.
Die Forscher der Uni Wien haben verschiedene Sorten und Wildtypen der Kichererbse untersucht und festgestellt, dass sie sehr unterschiedliche Mechanismen einsetzen, um mit anhaltendem Trockenstress fertigzuwerden. „Diese natürliche genetische Variabilität ist besonders wichtig, um dem Klimawandel standzuhalten und das Überleben der Pflanze zu sichern", so der Experte Wolfram Weckwerth. „Mit hohem Proteingehalt und ihrer Dürreresistenz sind Hülsenfrüchte wie Kichererbsen ein Nahrungsmittel der Zukunft. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein höherer Anteil an Hülsenfrüchten in den Agrarsystemen eines Landes die Gesamteffizienz der Stickstoffnutzung verbessert – so wird Landwirtschaft auch nachhaltiger.“
Zum Nutzen der Kichererbsen:
Sie sind reich an Kalium, Phosphor und haben auch nennenswerte Mengen an Kalzium, enthalten viele lösliche Ballaststoffe, die die Verdauung regulieren, die körpereigene Cholesterinproduktion verringern und so die Blutfette senken.
Die Hülsenfrüchte machen lange satt und können die Gewichtsabnahme unterstützen. Sie bilden wegen ihres hohen Proteinanteils eine sehr gute Alternative zum Proteinlieferanten Fleisch und sind zudem reich an Eisen.
(Quellen: diverse Berichte im Internet)
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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