Recklinghausen-Suderwich. Datteln, Mango, Aprikosen, Bananen, etc. – die Auswahl ist groß, die Verwendungsmöglichkeiten vielfältig. Trockenfrüchte findest du in Müslis, Riegeln und Co. Und nun fragen wir uns: Sind Trockenfrüchte genauso gesund wie frisches Obst? Was steckt drin in den süßen Früchten? Wir finden es für dich heraus.
Getrocknet werden die frischen Früchte, in dem ihnen durch Wärme die Flüssigkeit entzogen wird. Dazu kann man die Sonne nutzen, oder auch Dörrautomaten oder unseren guten alten Backofen zu Hause. Die Haltbarkeit der Früchte wird damit deutlich verlängert. Jedoch werden empfindliche Vitamine bei dem Prozess zerstört. Andere Inhaltsstoffe, wie Ballaststoffe, Mineralstoffe und Zucker, werden dagegen konzentriert.
Der Zuckergehalt von Trockenfrüchten ist enorm hoch. Werte zwischen 50 und 70 Prozent Zucker sind normal, da die Früchte kaum Wasser enthalten. Hier mal ein Vergleich: Getrocknete Mango enthält ca. 60 g Zucker pro 100 Gramm. 100 g frische Mango enthält ca. 12 g Zucker und besteht überwiegend aus Wasser.
Da der Ballaststoffgehalt mancher Trockenfrüchte recht hoch ist, kann sich das positiv auf die Verdauung auswirken, vor allem Pflaumen haben diesen Ruf. Allerdings solltest du sie mit ausreichend Flüssigkeit genießen, sonst könnte der gegenteilige Effekt eintreten und zu Verstopfung führen.
Zu beachten ist, dass konventionell hergestelltes Trockenobst in der Regel mit Schwefeldioxid behandelt wird (E 220, E 221 oder E 228). Dieses hemmt das Wachstum von Mikroorganismen und verlängert die Haltbarkeit. Außerdem bleibt die Farbe des Obstes ganz gut erhalten. Manche Menschen vertragen aber kein Schwefeldioxid. Es könnte Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen. Wenn du auf geschwefelte Trockenfrüchte verzichten möchtest, kannst du Bioprodukte wählen. Diese werden nicht geschwefelt, aber die Farbe der Früchte ist dann eher blass braun.
Wofür eignet sich Trockenobst?
Du kannst die süßen Früchte in süßen und herzhaften Gerichten verarbeiten, aber auch als Snack für zwischendurch. In Kombination mit Nüssen, wie im klassischen Studentenfutter, sind sie sehr beliebt und geben einen gesunden Energieschub. Nüsse enthalten ungesättigte Fettsäuren und Ballaststoffe und machen lange satt. Allerdings stecken auch eine Menge Kalorien drin.
Im Trend sind aktuell Datteln, die in den verschiedensten Gerichten als vermeintlich zuckerfreie und gesunde Alternative zum Süßen verwendet wird. Die süßen Früchte enthalten zwar ordentlich Ballaststoffe und Mineralstoffe, sind aber mit etwa 300 kcal und etwa 64 g Zucker pro 100 Gramm auch sehr kalorienreich und ganz bestimmt nicht zuckerfrei.
Was ist gefriergetrocknetes Obst?
In Supermärkten und Onlineshops findest du oft auch gefriergetrocknetes Obst. Von Erdbeeren und Himbeeren zu Ananas gibt es ein großes Angebot. Das Verfahren der Gefriertrocknung beruht auf dem physikalischen Prozess der Sublimation. Die Früchte werden gefroren. Die enthaltene Flüssigkeit wird dann direkt in den gasförmigen Zustand überführt. Das Verfahren ist nicht neu und wird schon lange z. B. beim Konservieren von Kräutern und für die Herstellung von Instant-Gerichten verwendet. Vorteil ist, dass empfindliche Vitamine erhalten bleiben, ebenso die natürlichen Aromen, die Konsistenz wird knusprig. Aber leider liefern gefriergetrocknete Früchte sehr viel Zucker. Der Prozess ist außerdem sehr energieaufwändig, so dass die Produkte relativ teuer sind.
Ohne Zuckerzusatz
Das kann man oft auf Packungen von Produkten lesen, die Trockenfrüchte enthalten. Achte auf die Zutatenliste und wirf einen genaueren Blick auf die Nährwerttabellen. Dann findest du Zuckergehalte, die in einer ähnlichen Größenordnung liegen wie mit Zucker gesüßte Produkte. So kann eine Früchtemüslimischung mit Trockenfrüchten genauso viel oder mehr Zucker enthalten als ein Schokomüsli. Das gleiche gilt bei den bei Kindern beliebten Snacks. Produkte „ohne Zuckerzusatz“ sind weit verbreitet und tatsächlich irreführend. Du findest solche Produkte in Form von Fruchtriegel, Kekse mit niedlichen Motiven, Frucht-Gelee-Häppchen, etc. Hier sind Saft- oder Fruchtpüreekonzentrate und Fruchtpulver enthalten.
Ist Zucker aus Früchten gesünder?
Biochemisch ist es egal aus welcher Quelle der Zucker stammt. Ob Zucker in der Haushaltstüte, Agavendicksaft, pürierte Datteln oder Apfelsaftkonzentrat, unser Körper verwendet ihn immer gleich – zur Energiegewinnung. Überschüssige Energie wird in Form von Fettpölsterchen gespeichert. Obst ist deshalb gesund, weil es unserem Körper Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe liefert. Trockenfrüchte solltest du nicht in großen Mengen zu dir nehmen, kleine Mengen genießen mit viel Flüssigkeit dabei ist vollkommen ok.
Siehe auch unser Beitrag vom 23.11.2021 unter „Trockenobst in den Wintermonaten“.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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