Recklinghausen-Suderwich. Jodmangel fördert Schilddrüsenerkrankungen. Eine jodhaltige Ernährung ist möglich, auch bei veganer und vegetarischer Ernährungsweise. Weil in Deutschland die Ackerböden sehr jodarm sind, fehlt das natürliche Jod in der Nahrung.
Was ist Jod?
Das Spurenelement Jod wird von der Schilddrüse benötigt, um Hormone herzustellen. Es muss mit der Nahrung aufgenommen werden, weil der Körper es nicht selbst produzieren kann. Diese Hormone steuern zahlreiche Körpervorgänge, wie z. B. Herz, Kreislauf, Blutdruck, Gewebewachstum, Zellteilung und beeinflussen auch die Stimmung und sogar das Körpergewicht. Die Schilddrüse nimmt Jod aus dem Blut auf. Wenn zu wenig Jod vorhanden ist, kann die Schilddrüse wachsen. Das kann zu verschiedenen Krankheiten führen. Zuviel Jod kann die Schilddrüse über die Nieren ausscheiden.
Wie wirkt sich Jodmangel aus?
Bilden sich „heiße Knoten“ auf der Schilddrüse, sind sie immer gutartig, führen aber zu Schwitzen, Pulsrasen, Herzryhtmusstörungen bis hin zu Vorhofflimmern, Unruhe, Schlafstörungen, Durchfall, Gewichtsabnahme, Ängste, Konzentrationsstörungen. „Kalte Knoten“ produzieren keine Hormone mehr und können bösartig sein, was jedoch selten ist.
Frauen sind von Schilddrüsenerkrankungen häufiger betroffen als Männer. Jede hormonelle Veränderung kann die Schilddrüse ins Ungleichgewicht bringen, etwa Geburten, hormonelle Verhütung oder die Wechseljahre. Auch für Kinder führt Jodmangel zu verschiedenen Problemen in ihrer Intelligenz-Entwicklung.
Jodhaltige Lebensmittel
Pflanzliche Lebensmittel enthalten zu wenig Jod, in grünem Gemüse immerhin etwas mehr, wie z. B. Brokkoli und Kohlsorten. Milch, Eier und Käse enthalten genügend Jod. Eine sehr gute natürliche Jodquelle finden wir in Meeresfisch, Meeresfrüchte und Algen.
Wieviel Jod braucht der Mensch am Tag?
Erwachsene sollten etwa 200 Mikrogramm Jod am Tag aufnehmen. Jodiertes Salz kann eine gute Ergänzung liefern, zusätzlich zu Fisch und grünem Gemüse. Allerdings verdunstet das Jod beim langen Kochen oder landet mit dem Nudelwasser im Abfluss.
Nahrungsergänzungsmittel solltest du immer mit deinem Arzt absprechen!
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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