Recklinghausen-Suderwich. Gerade im Urlaub sitzt die Geldbörse gerne lockerer als sonst. Umso mehr, wenn man ein vermeintliches Schnäppchen vor Augen hat, wenn die tolle Armbanduhr anstatt über € 6.000,- nur € 300,- kosten soll. Das betrifft gleichwohl Schuhe, Handtaschen, Kleidung, Mobiltelefone, Medikamente oder Schmuck.
Es gibt wohl nichts, das nicht gefälscht werden kann. Speziell in südlichen Ländern werden Plagiate und Fälschungen hochwertiger Markenartikel gerne angeboten und als Reiseandenken mitgenommen.
China ist der unumstrittene Weltmeister im Kopieren von Waren und hat einen eigenen Begriff für Produktpiraterie: Shanzhai. Allein in der EU werden pro Jahr 100 Millionen Billigkopien durch den Zoll sichergestellt. 30 Milliarden Euro Verlust entstehen so jedes Jahr für deutsche Händler.
Solange die Plagiate tatsächlich nur Reisemitbringsel sind, ist die Einfuhr nach Deutschland generell kein Problem. Sobald jedoch auch nur der Verdacht aufkommen kann, dass die eingeführten Artikel verkauft oder auf einer Online-Plattform angeboten werden sollen oder die Freibetragsgrenze (bei Flug- oder Schiffsreisen 430,- €, bei Bahn- oder Autoreisen 300,- €) überschritten wird, muss nicht nur versteuert werden. Man macht sich darüber hinaus auch strafbar. Und man hat mit den Kosten eines Unterlassungsverlangens des Markeninhabers zurechnen. Zudem werden die Artikel vom Zoll einkassiert werden.
Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Plagiate oder Fälschungen handelt. Plagiate sind den Originalen nachempfunden und weichen in Details leicht ab, verwenden eine ähnliche oder gänzlich andere Bezeichnung und sind somit relativ leicht zu erkennen. Fälschungen versuchen das Original möglichst exakt nachzubilden und verwenden die Bezeichnung des Originals.
Bei beiden werden jedoch minderwertigere Materialqualitäten verwendet, welche gleichermaßen die Freude als auch die Haltbarkeit beeinträchtigen.
Wenn eine „echte“ Prada Handtasche oder “echte“ Rolex Armbanduhr von einem Straßenhändler angeboten wird, kannst du davon ausgehen, dass diese nicht echt sind, denn Luxusartikel gibt es generell nur bei lizensierten Händlern.
Informationen zu Fälschungen und Plagiaten kannst du dir auf den Internetplattformen „plagiarius.com" oder „originalo.de“ holen. Dort sind Echtheitsmerkmale aufgelistet, welche dir auch beim Shoppen im Internet hilfreich sind.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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