Recklinghausen-Suderwich. Hat Meta schon bei dir angefragt, ob sie deine Daten zur Fütterung ihrer KI einsammeln dürfen? Meta ist der Mutterkonzern von Facebook, Instagram, WhatsApp, Messenger, Threads, Meta Quest und Workplace. Die US-amerikanische Daten-Krake schlechthin – gesteuert von Mark Zuckerberg.
Mit den Daten seiner Nutzer versorgt Meta Kunden, die auf den obigen Plattformen Werbung machen. Damit hat Meta in 2024 einen Umsatz von etwa 145.000.000.000 € gemacht, kurz: 145 Milliarden. Der Gewinn daraus: fast 55 Milliarden €. Steuern zahlt Meta in der EU kaum. (Derzeit denkt die EU als Reaktion auf die erratischen Zoll-Anhebungen durch den amerikanischen Präsidenten darüber nach, eine Digitalsteuer bei den US-Technologiekonzernen zu erheben.)
Jeder von uns sollte sich gut überlegen, ob man für dieses Geschäftsmodell seine persönlichen Daten zur Verfügung stellt.
Aktuell ist der kleine blaue Kreis in Whatsapp, Instagram und Facebook der Aufhänger für eine neue Datensammelaktion von Meta. Seit dem 16. April verschickt Meta einen Hinweis, dass Daten der Nutzer von Facebook & Co künftig von der künstlichen Intelligenz (KI) des Konzerns genutzt werden. Ab 27. Mai wird Meta damit beginnen, mit den Daten aller Nutzer zu trainieren, die bis dahin nicht widersprochen haben. Der Versuch von Datenschützern, das zu verhindern, war nicht erfolgreich.
Meta verspricht, nur öffentlich geteilte Beiträge, Bilder und Kommentare von Erwachsenen zu nutzen. Private Nachrichten würden nicht ausgewertet.
Der Konzern kann dabei jeden Social-Media-Beitrag nutzen, der in sich zusammenhängend und schlüssig ist. Diese eignen sich für das Training der KI-Modelle. Je vielfältiger die Trainingsdaten, desto „intelligenter“ die KI, desto nützlicher für die Geschäftspraktiken von Meta. KI-Software erscheint umso menschenähnlicher, wenn viele Informationen in das Training der Software einbezogen werden.
Meta versucht so, seine eigene KI „Meta AI“ zu pushen. „Meta AI“ ist eine mehr oder weniger intelligente Chatbot-Hilfe, die du als WhatsApp- oder Instagram-Nutzer seit einigen Wochen in der Nachrichtenübersicht siehst – „blauer Kreis“.
Im Jahr 2024 hatte Meta seinen Nutzern schon einmal eine Frist bis zum 25. Juni gesetzt, der Datennutzung zu widersprechen. Datenschützer, u.a. die Verbraucherzentrale NRW, hatten bereits damals versucht, die Datensammlung zu verhindern. Sie forderten, dass Meta Daten von Nutzern:innen nur nach deren aktiver Zustimmung verwenden dürfen. Das nennt man das Opt-in-Prinzip. Meta will das Opt-out-Verfahren anwenden, bei dem die Nutzer:innen widersprechen müssen. Viele werden das nicht tun – entweder aus Gleichgültigkeit oder weil die Folgen nicht übersehen werden. Opt-out ist also für Meta der Königsweg, um an deine Daten zu kommen.
Meta hat im vergangenen Jahr nach Abmahnung durch die Verbraucherzentrale die Daten-Erfassung zunächst ausgesetzt. Inzwischen hat der Europäische Datenschutzausschuss seine Vorgaben in dieser Frage präzisiert. Jetzt ist Meta sicher, das Opt-out-Verfahren einsetzen zu dürfen.
Datenschützer kritisierten, dass besonders persönlichste Daten Schutz verdienen. Dazu gehören Hinweise auf „ethnische Herkunft, politische Meinung, Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft, biometrische Daten und religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen“.
Meta meint ein „berechtigtes Interesse“ zur Nutzung auch solcher Daten zu haben.
Dazu der in Deutschland für Meta-Datenschutz zuständige Thomas Fuchs: „Ich kann gut verstehen, dass es Nutzer:innen sorgt, wenn alle ihre in sozialen Netzwerken geteilten Bilder und Texte nun in KI-Modelle fließen. Hier schützt nur ein rechtzeitiger Widerspruch." Wenn, dann jetzt.
Wie kannst du widersprechen?
Du kannst zum Einen deinen Widerspruch in einer Antwort auf die Mail von Meta hin erklären. Aber auch direkt in deinem Instagram-, Facebook- oder Meta-Konto.
In der Instagram-App unter Info >Datenschutzrichtlinie die Lupe (in der App) anklicken oder (im Desktop-Browser) mit STRG+F das Suchfeld öffnen, dann „Widerspruchsrecht“ eingeben und das Widerspruchsrecht auswählen. Dort findet sich der Link zum Widerspruch.
In Facebook: Einstellungen und Privatsphäre>Einstellungen>Datenschutzrichtlinie. Dann nach „Widerspruchsrecht“ suchen. Details findest du unter https://t1p.de/r6mj2.
WhatsApp: Widerspruch zur Verarbeitung deiner Daten über die Seite https://t1p.de/dar0l.
Wer schon im vorigen Jahr widersprochen hat, der muss das nach einer Zusicherung von Meta nicht noch einmal tun. Meta dazu: „Meta wird alle bereits eingegangenen Widersprüche berücksichtigen, ebenso wie neu eingereichte.“
Ebay: Auch hier geht es um deine Daten. Wenn du nicht möchtest, dass Ebay die deine Daten zu KI-Zwecken verarbeitet, muss du bis spätestens zum 21. April (!) widersprechen. Und das funktioniert in drei einfachen Schritten.
Hier erfährst du, wie:
Jetzt liegt es an dir, die Nutzung deiner persönlichen Daten zu verhindern.
(Quellen: Verbraucherzentrale / Süddeutsche Zeitung / tagesschau)
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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