Recklinghausen-Suderwich. Als Kaffee wird ein koffeinhaltiges Aufgussgetränk bezeichnet, das aus gerösteten und gemahlenen Kaffeebohnen hergestellt wird. Kaffee wird aus den Steinfrüchten verschiedener Pflanzen aus der Familie der Rötegewächse (bot.: Rubiaceae) hergestellt.
Er wird in etwa 70 meist tropischen und subtropischenLändern der Welt angebaut. Etwa zwei Drittel der Ernte fallen auf die aromatischen Sorten der Arabica (bot.: Coffea arabica), ein Drittel auf die Sorten der Robusta (bot.: Coffea robusta). Der bei uns übliche Begriff Kaffee stammt von dem arabischen Wort qahwa ab und bedeutet soviel wie anregendes Getränk.
Zur Geschichte
Laut einer alten Legende wurde der Kaffee nur durch einen Zufall entdeckt. Ein äthiopischer Ziegenhirte aus der Region Kaffa fiel auf, dass einige seiner Tiere, die von einem Strauch mit weißen Blüten und roten Früchten fraßen, ungewöhnlich lange munter und aktiv waren waren.
Der Hirte kostete die Früchte und stellte bei sich die gleiche Wirkung fest. Zusammen mit einheimischen Mönchen bereitete der Hirte einen Aufguss der Früchte zu. So könnte die Region Kaffa die ursprüngliche Heimat des Kaffees sein.
In seiner tatsächlichen Form wurde der Kaffee erstmals im 9. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Von Äthiopien gelangte er im 14. Jahrhundert durch den Sklavenhandel nach Arabien, wo er ein Jahrhundert später geröstet wurde und den Grundstein für eine neue Kultur legte. Die arabische Hafenstadt Mocha, auch Mokka (heute al-Mukha) wurde zu einem der wichtigsten Handelszentren. Später erreichte der Kaffee auch Persien und die heutige Türkei.
In Ägypten, Syrien und Kleinasien verbreitete sich die Kaffeekultur im Laufe des 16. Jahrhunderts. Im Jahre 1554 wurde das erste Kaffeehaus in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul eröffnet. In Europa verbreitete sich der Kaffeegenuss im späten 16. Jahrhundert. 1659 öffnete das erste Kaffeehaus in Marseille, Frankreich. Die elitären Schichten Europas und viele Privatiers versuchten Geld mit der Kaffeekultur zu machen. Deswegen verbot Friedrich der Große im Jahr 1766 die private Einfuhr Handel mit Kaffee. Lediglich der Staat durfte mit Kaffee handeln. Doch 1787 wurde das Monopol wieder abgeschafft, und Kaffee wurde in allen gesellschaftlichen Schichten immer populärer.
Zur Ernte
Nach Erdöl wird Kaffee als das zweitwichtigste Handelsgut der Welt angesehen. Der weltweit größte Kaffeeproduzent ist Brasilien, gefolgt von Vietnam, Indonesien, Kolumbien, Mexiko, Indien, Äthiopien, Guatemala, Honduras und Uganda. Kaffee wird einmal, in manchen Regionen auch zweimal jährlich, geerntet. Nördlich des Äquators wird Kaffee von September bis Dezember und südlich des Äquators von April bis August eingebracht. Die Ernte kann bis zu 12 Wochen dauern, da die einzelnen Früchte immer unterschiedlich reifen. Wird der Kaffee per Hand geerntet, erlangt man eine bessere Qualität, da man die Kaffeekirschen genau selektieren kann.
Zur Aufbereitung und Lagerung
Von der Kaffeefrucht muss die Fruchthaut entfernt werden, sowie der auf der Pergamenthaut haftende Schleim, das Pergamenthäutchen und die Silberhaut müssen entfernt werden. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, einmal die Trockenaufbereitung, bei der die Früchte ausgebreitet werden, ab und zu gewendet werden und so lange getrocknet werden bis sie nur noch 12 % Wasser enthalten. Dies kann bis zu 5 Wochen dauern. Danach werden die Fruchthaut und das Fruchtfleisch entfernt. Auf diese Weise wird Robusta-Kaffee sowie Arabica-Kaffee aus Brasilien und Äthiopien hergestellt.
Bei der Nassaufbereitung werden die Früchte mit Wasser vorgereinigt. Dann werden die Fruchthaut und die Pulpe abgelöst. Jetzt kommen die Früchte in einen Fermentationsbehälter, wo ein Gärungsprozess stattfindet, bei dem sich der an der Frucht anhaftende Schleim verflüssigt und abwaschbar wird. Danach werden die Bohnen ausgebreitet und an der Sonne so lange getrocknet bis die Früchte nur noch 12 % Wasser enthalten. Auf diese Weise wird Arabica-Kaffee aufbereitet, der nicht aus Brasilien oder Äthiopien stammt. Diese Art der Aufbereitung ergibt qualitativ hochwertigeren Kaffee.
Nach der Aufbereitung sind die Kaffeebohnen noch von einem Pergamenthäutchen umgeben. Wird dieses nicht entfernt, bezeichnet man den Kaffee als Pergamentkaffee. Das Pergamenthäutchen wird maschinell abgetrennt und dabei wird versucht soviel wie möglich von der anhaftenden Silberhaut zu entfernen, sowie die letzten Verunreinigungen.
Dann werden die Bohnen verlesen. Für hochwertigen Kaffee muss dies immer manuell geschehen. Die Bohnen werden nach Größe und Qualität geordnet und abgepackt. Das Ergebnis ist der Rohkaffee.
Der Rohkaffee wird in gut belüfteten Hallen gelagert. Dabei muss die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit mit Argusaugen beobachtet werden, denn sonst könnte die kostbare Ware Schäden tragen. Der Rohkaffee gelangt dann meist per Schiff zu den Endabnehmern, wo sie je nach Qualitätsanspruch nochmals getrocknet und verlesen werden. Die Kaffeeröstung erfolgt auch meist erst beim Endabnehmer, da gerösteter Kaffee nur noch begrenzt, also 2 bis 3 Wochen bei Raumtemperatur, haltbar ist. Für eine längere Lagerung kann der geröstete Kaffee aber vakuumiert oder eingefroren werden.
(Quelle: https://www.lebensmittellexikon.de/k0000180.php)
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.