Recklinghausen-Suderwich. Nicht erst die Einführung der fünften Mobilfunkgeneration (5G) fachte die Diskussion über mögliche Gesundheitsschäden von Handys an. Diese Diskussionen gibt es bereits seit den ersten Handys und ist bis heute immer noch ergebnislos.
(1) Faktencheck
Mit Stand 2019 hat die Stiftung Warentest einen Faktencheck durchgeführt. Dazu wurden neuere Tierstudien von Toxikologen begutachtet und die aktuelle Studienlage zum Thema Mobilfunk und Gesundheit gesichtet. Die Ergebnisse wurden in einer Expertenrunde, bestehend aus (auch kritischen) Wissenschaftlern, Ärzten und Behördenvertretern erörtert. Als Fazit blieb festzuhalten, dass es kaum Gründe zur Sorge gibt, der Verbraucher aber über einige Möglichkeiten zur Risikominimierung verfügt.
Nahezu „immer und überall“ sind Menschen elektromagnetischen Feldern ausgesetzt. Dabei befindet sich die Handy-Frequenz im unteren Mikrowellenbereich. Am oberen Ende der Skala befindet sich die gefährliche Radioaktivität.
Jedoch sind Handys (Smartphones) deutlich strahlenintensiver als die Sendemasten und die WLAN- oder Bluetoothstrahlung. Strahlungen, die auf das Gehirn einwirken können stammen nach Messungen von 2016 nur zu 4% von Sendemasten und zu 96% vom Handy selbst. Dabei werden die festgelegten Grenzwerte bei Weitem nicht erreicht. Darüber hinaus werden, je neuer der Mobilstandard ist, immer geringere Sendeleistungen benötigt.
(2) WHO-Studie
Mit Stand von 2024 beruft sich Heise (Technik- und Informationsverlag) auf eine von der WHO (Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen) beauftragte Studie, welche zu der Aussage kommt, dass Mobiltelefone keine Hirntumore verursachen und keine Auswirkung auf die Aufnahme hochfrequenten Feldern auf das Krebsrisiko in der Allgemeinbevölkerung und bei Berufstätigen hat. Es wurden Menschen berücksichtigt, die nicht nur lange Handy-Telefonate führten, sondern Mobiltelefone bereits länger als ein Jahrzehnt nutzen. Man suchte auch nach kausalen Zusammenhängen zwischen Radiofrequenzfeldern und diversen bösartigen Hirntumoren, speziell Menigeome Gliome und Akkustikusneurinomen. Aus dem Zeitraum 1994 - 2022 berücksichtigte man 63 Studien von 11 verschiedenen Gruppen in 10 Ländern.
Ein erhöhtes Krebsrisiko war nicht nachzuweisen, aber auch nicht auszuschließen. Valide Aussagen zu 5G Standard konnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht getroffen werden.
(3) 5G-Mobilfunk
Zu 5G meldet die Verbraucherzentrale NRW, dass es sich bei dem Nachfolger des bislang genutzten 4G (LTE) Standards immer noch um die gleiche Technologie handelt, welche die gleichen, jedoch nach oben erweiterten Frequenzbereiche nutzt. Dabei werden die Übertragungsgeschwindigkeit auf bis zu 10 Gbit/s um das 10-fache erhöht und die Verzögerungszeit (Delay / Latenz) minimiert, sodass eine Übertragung nahezu in Echtzeit stattfinden kann. Durch diese Verbesserungen bietet sich die Verwendung in völlig neuen Einsatzbereichen an, wie z.B. für autonome und vernetzte Fahrzeuge, Telemedizin, Steuerung in der Pestizidverwendung und Smart-Metering für Strom- Gas- und Wasserverbräuche.
Bereits 2025 soll in Deutschland eine Flächenabdeckung bis zu 99% erreicht sein. 5G-fähige Endgeräte sind bereits seit 2019 im Handel erhältlich. Nahezu alle aktuelle auf den Markt kommenden Endgeräte sind inzwischen 5G-fähig.
Da sich bei 5G die Technologie nicht verändert und lediglich der Frequenzbereich geringfügig nach oben erweitert hat, ist generell nicht einer Erhöhung des Risikos zu rechnen. Ergebnisse ausstehender Studien bleiben jedoch für eine Einschätzung abzuwarten.
(Quellen: Stiftung Warentest, Heise, Verbraucherzentrale NRW)
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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