Recklinghausen-Suderwich. Der Markt für Frühstückscerealien, auch und besonders für Kinder, ist riesig. Ganze Supermarkt-Regalreihen sind mit den lustig bedruckten Schachteln und Tüten gefüllt, die den Frühstückshunger unserer Kids stillen sollen: Schoko- oder Cornflakes, Zimt-Cereals, Schoko-Chips, Honig-Pops, Knuspermüsli und Baby-Müslis, die Auswahl ist riesig. Aber eignen sich diese sogenannten Cereals oder Müslis wirklich als gesundes Frühstück?
Darauf hat die Stiftung Warentest eine klare Antwort gefunden: Die wenigsten Produkte sind geeignet! In einem Test wurden 110 Produkte, welche speziell für Kinder deklariert waren, auf ihren Zucker- und Fettgehalt hin getestet. Mit dem erschreckenden Ergebnis, dass 86 Produkte zu viel Zucker enthielten und nur 24 Produkte als empfehlenswert abschnitten. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt einen maximalen Zuckeranteil von 12,5 Gramm in Kinder-Frühstücksprodukten und 17 Gramm Fett pro 100 Gramm Portionseinheit. Viele der getesteten Produkte überschritten diese Werte bei weitem.
Doch was sind Cerealien eigentlich und warum sind sie so beliebt? Das Wort Cerealien leitet sich von der römischen Göttin des Ackerbaus „Ceres“ ab und gilt heutzutage als Oberbegriff für alle kleinen Getreideprodukte, die mit Milch oder Milchersatzprodukten als Frühstück oder Snack gegessen werden. In der Herstellung gibt es große Unterschiede: Die Basiszutaten bilden meist Weizen, Hafer, Reis und Mais. Pops beispielsweise, werden erhitzt und nach dem Aufpoppen gesüßt, während geformte Cereals aus bereits gemahlenem Getreide hergestellt werden und unter Druck und Hitze mit der Zugabe anderer Stoffe (auch Zucker) in die gewünschte Ausformung gepresst werden.
Dann können sie die Gestalt von Kugeln, Ringen, Kissen oder Figuren annehmen. Flakes bestehen aus gewalzten Körnern mit Zuckerkruste, während klassische Müslis meist nur Mischungen aus puren Flocken mit dem Zusatz von Trockenfrüchten oder Schokostückchen sind. Außer den letztgenannten, sind diese Frühstücksprodukte sind eher im Bereich „hochverarbeitete“ Lebensmittel einzugliedern und man sollte sich gut überlegen, ob Kinder mit solchen Nahrungsmitteln für einen optimalen Start in den Tag versorgt sind.
Am besten wäre es natürlich, solche Produkte erst gar nicht einzukaufen und den Kindern selbst hergestellte Alternativen zu bieten (siehe auch unsere Artikel „Overnight-Oats“, „Granola“, „Porridge“). Haben die Kinder erst einmal Gefallen an den Frühstücksflocken gefunden, ist es ungleich schwieriger, den Zuckerkonsum wieder zu reduzieren, da sich die Geschmacksnerven schnell an die Süße gewöhnen.
Hier gilt es, weniger süße Alternativen zu suchen und so langsam den Zuckerkonsum zu reduzieren. Außerdem kann es helfen, die Kinder bei der Zubereitung des Frühstücks einzubinden, indem sie beispielsweise ihr Lieblingsobst schnippeln oder beim Mischen von Granola oder anderen Müslimischungen helfen.
(Quelle: Stiftung Warentest 25.05.2023)
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