Recklinghausen-Suderwich. Intelligente Verpackungen überwachen den Zustand verpackter Lebensmittel und liefern Informationen über die Frische der Lebensmittel.
(1) Intelligente Verpackungen – was bedeutet das?
Intelligente Verpackungen können die Umgebungsbedingungen und Qualitätsmerkmale von Lebensmitteln überwachen oder die Rückverfolgbarkeit erleichtern. Dazu verwendet man z.B. Datenträger, Indikatoren und Sensoren. Datenträger speichern Informationen zwecks Rückverfolgbarkeit oder Diebstahlschutz.
Indikatoren und Sensoren können aktiv Umgebungsbedingungen oder Veränderungen der Qualitätseigenschaften nachweisen. So kann man erkennen, ob ein Lebensmittel richtig gelagert wurde und ob es nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit genießbar ist. Die Rahmenbedingungen zum Einsatz solcher Hilfsmittel sind EU-rechtlich geregelt.
(2) Wie oft werden intelligente Verpackungen genutzt?
Die Kosten für intelligente Verpackungen sind recht hoch. Daher werden sie noch wenig eingesetzt. Zudem steht noch nicht abschließend fest, wie intelligente Verpackungen recycelt werden können.
(3) Frische-Indikatoren
Aus Unsicherheit bei der Beurteilung der Genießbarkeit von Lebensmitteln werden viele Produkte entsorgt, die noch zum Verzehr geeignet wären. Nicht alle Verbraucher können ein Produkt nach Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatums zuverlässig sensorisch auf Essbarkeit prüfen, also durch Berücksichtigung von Aussehen, Geruch, Geschmack. Hier hilft ein Frische-Indikator.
Er befindet sich auf der Verpackungsinnenseite und reagiert auf chemische Verbindungen, die beim Lebensmittelverderb entstehen – beispielsweise Kohlenstoffdioxid, flüchtige Stickstoffverbindungen, biogene Amine, Alkohol, Glucose oder organische Säuren.
Ab einer bestimmten Menge der Stoffwechselprodukte wird durch veränderte Farbe des Indikators der Verderb angezeigt. Bei fermentierten Lebensmitteln, Fleisch oder Fisch kann ein Sticker auf der Innenseite der Verpackung durch Farbveränderung anzeigen, ob das Lebensmittel noch genießbar ist. Ein Farbumschwung lässt Bakterienwachstum oder einen veränderten pH-Wert annehmen.
Andere Systeme messen Bestandteile von Fruchtaromen und geben so Auskunft über den Reifegrad von Obst. Bei exotischen Früchten, deren Reifegrad ein Verbraucher schwer einschätzen kann, ein großer Vorteil.
(4) Zeit-Temperatur-Indikatoren
Zeit-Temperatur-Indikatoren (TTI = Time Temperature Indicator) zeichnen den "Lebensweg" und so die Umgebungsbedingungen eines Produktes über die gesamte Ketten von Erzeugung und Lieferung eines Lebensmittels auf.
TTI misst, welchen Temperaturen das Lebensmittel auf dem Weg von Herstellung bis Angebot im Laden ausgesetzt war. Diese Informationen lassen Rückschlüsse auf ein Bakterienwachstum im Produkt zu. Erkennbar wird, ob bei tiefgefrorenen Produkten oder empfindlichen Lebensmitteln die Kühlkette immer zuverlässig eingehalten wurde.
Der TTI erfasst die mechanischen, chemischen, elektrochemischen, enzymatischen oder mikrobiologischen Veränderungen eines Lebensmittels. Auch hier wird eine negative Veränderung durch Farbwechsel angezeigt.
TTIs können mit Barcodesystemen oder RFIDs kombiniert werden.
(5) RFID-Datenträger und Barcodes
Radio-Frequenz-Identifikations-Datenträger (RFID) speichern Informationen, die z.B. die Rückverfolgbarkeit des Produkts ermöglichen. Über Etiketten und Datenträger können etwa Preis, Anlieferungszeitpunkt, Gewicht oder Mindesthaltbarkeitsdatum durch Lesegeräte abgerufen werden. Damit schützt sich ein Hersteller auch vor Produktpiraterie und Diebstahl.
„Smarte Kassen“ können schon heute den Preis des Einkaufs ebenfalls durch das bloße Legen der Produkte in den Einkaufswagen erfassen, sind aber noch wenig im Einsatz.
Problem: Die RFID-Datenträger können Daten über deine Vorlieben beim Einkauf erfassen. Neben den von dir verdeckt zu tragenden Kosten für RFID ergeben sich so die Risiken beim Datenschutz.
Barcodes (parallele Striche) und QR-Codes (englisch: Quick Response; Matrix aus Punkten und Lücken) sind aufgrund ihres geringen Preises und der einfachen Anwendbarkeit inzwischen weit verbreitet. Sie werden natürlich zu Marktforschungszwecken genutzt. Produzenten können nachverfolgen, wann und wo der Code ausgelesen wurde.
QR-Codes kannst du mit deinem Smartphone auslesen. So erhältst du zusätzliche und hilfreiche Informationen zum Produkt, z.B. zur Herkunft tierischer Lebensmittel, zu Produktionsbedingungen sowie Inhaltsstoffen oder Nährwerten. Zum Auslesen von RFID-Etiketten benötigst du ein spezielles Lesegerät. Die dort gespeicherten Informationen sind für dich aber auch ohne besonderen Wert.
(Quelle: Verbraucherzentrale – https://t1p.de/dqz3t )
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.