Recklinghausen-Suderwich. Gewicht zu verlieren, ohne etwas dafür zu tun – das klingt für die meisten von uns erst einmal sehr attraktiv, findet nicht beinah jeder von uns, dass ein paar Kilos weniger auf der Waage nicht schaden könnten? Die Pharmazeutische Forschung und Industrie liefern eine Antwort.
Die revolutionären sogenannten Abnehmspritzen, wie z.B. „Wegovy“ oder „Mounjaro“, versprechen einen schnellen Abnehmerfolg, ohne das Verhaltensweisen geändert werden müssen. Wir schauen uns in diesem Artikel an, für wen sie geeignet sind, wie sie wirken, was sie überhaupt kosten und welche Nebenwirkungen sie haben.
Entwickelt wurden diese Spritzen eigentlich für die Behandlung von Typ 2 Diabetes. Die Insulinproduktion im Körper wird gesteigert und der Blutzuckerspiegel gesenkt. Dabei konnte beobachtet werden, dass die Patienten mit diesem Medikament recht schnell Gewicht verloren. Die Wirkstoffe ahmen nämlich das Hormon GLP-1 nach, welches im Darm produziert wird und dem Gehirn ein Sättigungsgefühl signalisiert. Dieser Effekt bewirkt dann beim Menschen, dass nach ein oder zwei Stücken Pizza Schluss ist. Wird weiter gegessen, tritt Übelkeit auf.
Der in den Spritzen am häufigsten verwendete Wirkstoff ist Semaglutid, in der Spritze „Wegovy“ enthalten. Außerdem zugelassen sind in Deutschland die Wirstoffe Tirzepatid (bislang das Medikament mit der stärksten Wirkung) und Liraglutid, welches allerdings täglich gespritzt werden muss. Bei den anderen beiden Medikamenten reicht eine wöchentliche Anwendung.
Studien belegen die Abnehmerfolge recht gut und zwar viel besser als jegliche vorherige Medikamente. Allerdings kann nicht jeder diese Spritzen bekommen, denn sie sind rezeptpflichtig und werden nur bei starker Adipositas (BMI über 30), bei erhöhtem Übergewicht (BMI ab 27) und damit verbundenen Folgeerkrankungen, wie Diabetes, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und Schlafapnoe, verschrieben.
Auch bei Jugendlichen ab 12 Jahren mit Adipositas kann die Spritze „Wegovy“ verschrieben werden. Für Personen mit leichtem Übergewicht und ohne Diabetes ist das Medikament weder vorgesehen, noch geprüft.
Die Kosten der Abnehmspritze, welche monatlich mit bis zu 300 Euro zu Buche schlagen können, werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen, dies wurde zuletzt in diesem Jahr vom gemeinsamen Bundesausschuss bestätigt.
Ein weiterer Nachteil ist, neben den Nebenwirkungen, wie Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen und Durchfall) und eine mögliche Entzündung der Bauchspeicheldrüse, der lebenslange Einsatz des Medikaments. In den vorliegenden Studien nahmen die Patienten nach der Absetzung der Spritze schnell wieder zu. Langzeitstudien über eventuelle Nebenwirkungen liegen übrigens bislang nicht vor!
Fazit: Für Menschen mit starker Adipositas stellt die Spritze eine gute Möglichkeit dar, Gewicht zu verlieren, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Für alle anderen gilt weiterhin: Auf gesunde Ernährung achten und sich ausreichend bewegen.
(Quelle: Stiftung Warentest)
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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