Recklinghausen-Suderwich. Es ist noch gar nicht so lange her, dass man zwingend ein Festnetztelefon benötigte, um das Internet nutzen zu können. Das hat sich heute vollständig gewandelt, denn wer ein Festnetztelefon möchte, benötigt heute zwingend einen Internetanschluss.
Dabei hat der Begriff „Festnetz“ nichts mehr mit einem Festnetztelefon gemein. Inzwischen bezeichnet man als Festnetz den kabelgebundenen Zugang (Kupferleitung, Glasfaser oder VDSL) zum Internet, welcher auch Telefonie ermöglicht. Darüber hinaus gibt es aber auch noch den kabellosen Zugang zum Internet mittels mobile Daten, wie 4G (LTE) oder 5G oder auch Satellit.
(1) Internet via Festnetz
Der Internetzugang über Festnetz wird über einen Drittanbieter (Provider) realisiert, welcher für die Bereitstellung eine monatliche Gebühr erhebt. Der Provider sendet die Daten über ein kabelgebundene Leitung bis zur Anschlussdose in deine Wohnung. An diese Anschlussdose wird ein Router angeschlossen, dessen integriertes Modem die Daten wandelt und an weitere Endgeräte (Computer, TV, Smartphone oder Smart Home-Gerät) über Kabel oder WLAN weitergibt. Diese vereinfachte Darstellung zeigt bereits, dass die Leistungsfähigkeit und Qualität von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig ist.
In Deutschland findet der Datenaustausch vornehmlich über Kabel, VDSL oder Glasfaser statt.
(2) Kabel
Die Kabelverbindung ist identisch mit dem TV-Kabelanschluss. Die Leistungsfähigkeit liegt bei 1000 Mbit/s beim Herunterladen (Download) und 240 Mbit/s für das Hochladen (Upload) Die Verfügbarkeit beschränkt sich überwiegend auf Ballungsgebiete. Kabel ist ein schneller und sicherer Weg ins Internet und teilweise günstiger als andere Alternativen. Schwachpunkt ist die eingeschränkte Verfügbarkeit.
(3) VDSL
Diese gemeinhin als DSL bezeichnete Kabelverbindung zum Internet hat in Deutschland eine Verfügbarkeit von 95% (nicht berechnet auf die Fläche, sondern auf die Bevölkerung) und ist bereits seit 20 Jahren in Verwendung. Die maximale Geschwindigkeit liegt im Download bei 250 Mbit/s und im Upload bei 40 Mbit/s. Diese Geschwindigkeiten werden jedoch nur selten erreicht, da dies von der Entfernung zur nächsten Verteilerstandort und der Qualität der Kupferleitung abhängig ist.
(4) Glasfaser
Glasfaser, die modernste Art des Internetzugangs, basiert auf Lichtwellenleitertechnologie (LWL). Derzeitige Geschwindigkeiten sind im Up- und Download noch auf 1000 Mbit/s beschränkt, obwohl diese Technologie für deutlich höhere Geschwindigkeiten ausgelegt ist. Das Glasfasernetz ist zur Zeit noch im Aufbau (ca. 8,1%) begriffen und nicht überall verfügbar.
(5)…Internet via mobiler Daten
Mit den Mobilfunkstandards 4G (LTE) und 5G erreichen diese Übertragungsgeschwindigkeiten die mit VDDSL vergleichbar sind. Durch Angebote von Providern, die eine unbegrenzte Nutzung zum Pauschalpreis bieten sind sie zu einer Alternative zu klassischen Festnetzverträgen geworden. Dabei unterscheidet man...
Diese Tarife werden genutzt, um bestehende Verbindungen über VDSL oder Kabel durch eine SIM-Karte zu unterstützen. Sobald die Leistung aus der Festnetz-Verbindung nicht mehr ausreichend ist, wirken die mobilen Daten zu Unterstützung um die maximale Leistung zu erreichen.
Bei der ausschließlichen Nutzung mobiler Daten ist der Abschluss eines Festnetz-Vertrages überflüssig. Die Daten werden über eine 4G oder 5G SIM-Karte, die in einem speziellen Router eingesetzt ist, übertragen. Eine gute Möglichkeit, auch ohne Festnetz-Infrastruktur gute Ergebnisse zu erzielen. Allerdings ist man, wie im Mobilfunkt, auch den üblichen Umwelteinflüssen unterworfen.
(6) Satelliten-Internet
Bei völlig fehlender Infrastruktur, sogar auf hoher See, bietet die Satellitenvariante noch eine Möglichkeit via Internet zu kommunizieren. Auch wenn dazu spezielle Satellitenanlagen erforderlich sind, welche enormen Investitions- und Installationsaufwand erfordern, ist dies eine weitere, wenn auch eher theoretische, Möglichkeit.
(7) Lieber die mobile Alternative? Beachte die Besonderheiten:
(Quelle: Verbraucherzentrale NRW)
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