Recklinghausen-Suderwich. Der Palmkohl ist eine alte Kohlart und mit dem Grünkohl verwandt. Er benötigt keinen Frost, um "reif", also essbar zu werden. Was es sonst mit dieser Kohlart so auf sich hat, liest du im weiteren Text.
Die Blätter des Palmkohls ähneln Palmwedeln. Sie wachsen an einem Stamm, der bis zu 3 Meter hoch werden kann. Andere Namen für ihn sind: Toskanischer Kohl, Schwarzkohl oder Italienischer Kohl. Die Gärtner unter euch wissen bestimmt schon, dass man ihn sehr gut in Deutschland anbauen kann. Bei dieser Kohlart erntet man die Blätter von außen nach innen. So kann er immer gut nachwachsen.
Was hat er sonst zu bieten? Palmkohl ist kalorienarm, dabei reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Die enthaltenen Ballaststoffe können zu Blähungen führen. Abhilfe schaffen Gewürze wie Fenchel, Anis und Kümmel. Der Kohl schmeckt roh in Salaten und Smoothies, gegart als Beilage oder in Eintöpfen. Blanchiert können die Blätter eingefroren werden. Er ist auf den meisten Wochenmärkten regional zu erhalten.
Ist Palmkohl gesund?
Der Palmkohl bietet zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Kaum eine andere Gemüsesorte enthält so viele Bioaktivstoffe, die so genannten sekundären Pflanzenstoffe. Sie sind in der Lage, die zellzerstörenden freien Radikale einzufangen, die Krebs erregenden Substanzen zu neutralisieren, das Ausscheiden der Umweltgifte zu begünstigen und den Cholesterinwert positiv zu beeinflussen.
Schon von den alten Ägyptern wurde die Heilkraft der Kohlblätter genutzt. Auch im Mittelalter wurden mit Kohl Entzündungen oder Krämpfe geheilt. Kohl enthält antioxidative und entzündungshemmende Wirkstoffe. Ein weiterer wertvoller Inhaltsstoff im Palmkohl ist Beta-Carotin, das zu den 50 Carotinoiden mit einem Provitamin-A-Charakter gehört.
Dies bedeutet, es kann vom Körper teilweise in das wichtige Vitamin A umgewandelt werden. Beta-Carotin fängt freie Radikale ab, wodurch die Körperzellen vor einer Schädigung und Oxidation geschützt werden. Beta-Carotin soll zudem eine Demenz vorbeugen.
Ebenso positive Wirkungen auf die Gesundheit hat das im Palmkohl enthaltene Chlorophyll. Umso mehr Chlorophyll in einem Lebensmittel enthalten ist, desto höher ist auch der gesundheitliche Nutzen. Chlorophyll ist zum Beispiel sehr hilfreich beim Aufbau von neuen Blutzellen. Es fördert des Weiteren die Regeneration der Strahlenschäden, unterstützt die Entgiftung der krebserregenden Substanzen, die Wundheilung, einen regelmäßigen Stuhlgang und sorgt zudem für einen angenehmen Körpergeruch.
Unverträglichkeiten
Manche Menschen vertragen den Palmkohl, wie es auch bei anderen Kohlsorten der Fall ist, etwas schlechter. Kohl wird bekömmlicher, wenn er zuerst fünf Minuten lang gart, das Kochwasser im Anschluss weggegossen wird und der Palmkohl im frischen Wasser weiterköchelt. Dann sollte noch etwas Kümmel oder Ingwer dazugegeben werden, um unangenehme und schmerzhafte Blähungen zu verhindern.
Zudem sollten zum Verzehr jüngere und zartere Blätter des Palmkohls bevorzugt werden, denn die älteren Blätter sind sehr faserig und können trocken werden. Außerdem reichert sich in älteren Blättern auch der Nitratgehalt stark an, was sich allerdings nicht auf den oberen Teil der Pflanze auswirkt. Wer beim Verzehr von Palmkohl starke Beschwerden feststellt, sollte ihn lieber vom Speiseplan streichen.
Unser Rezept für vier Personen:
1,6 kg Palmkohl, 2 Zwiebeln, 40 g Butter, 500 ml Gemüsebrühe, Muskat, Knoblauch
Zubereitung: Den Kohl gründlich waschen. Blätter entrappen, nur die kleinen, zarten könnt ihr im Ganzen verwenden. Nun in feine Streifen schneiden und zur Seite stellen.
Zwiebeln schälen und in feine Würfel schneiden. In etwas Butter glasig dünsten und den Palmkohl dazu geben. Alles zusammen dünsten lassen. Den Kohl nicht anbrennen lassen, er wird schnell bitter. Dann die Gemüsebrühe angießen und 5 – 10 Minuten dünsten lassen. Du kannst dieses Rezept beliebig ändern, mit Kartoffeln servieren, oder italienisch mit Nudeln und einem Schuss Weißwein.
Quellen: Palmkohl: So kocht man ihn richtig - Der Bio Koch, Was ist Palmkohl? | Verbraucherzentrale Bayern (verbraucherzentrale-bayern.de), Palmkohl - Unverträglichkeit & Allergie | MedLexi.de)
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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