Recklinghausen-Suderwich. Hast du schon mal darüber nachgedacht, was alles in deiner Biotonne landet? Nur Gartenabfälle und Kartoffelschalen – oder auch Essensreste, verdorbenes Obst und trockenes Brot? Und wie viele Lebensmittel wirfst du weg, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist? Über einen längeren Zeitraum betrachtet kommt da Einiges zusammen. Dazu hat uns unser Gastautor, SBW-Mitglied Heinz-Jürgen Dünzl von der "Initiative Schöpfungsverantwortung in der Neuapostolischen Kirche" folgenden Beitrag geschickt.
Nach Berechnungen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sind es in Deutschland jährlich 11 Millionen Tonnen. Und 59 Prozent davon stammen aus privaten Haushalten. In der Hauptsache sind das Obst und Gemüse, Backwaren und Reste zu- bereiteten Essens.
Das entspricht pro Person ungefähr einer Menge von zwei vollen Einkaufswagen oder einem Wert von über 200 Euro. (Sonja Tretter, Lebensmittel wegwerfen: Zahlen und Fakten zur Lebensmittelverschwendung, Focus online, 31.10. 2019). Selbst wenn man unvermeidbare Lebensmittelabfälle berücksichtigt, ergibt sich für eine Familie so ein Betrag, mit dem sich die Urlaubskasse erheblich auffüllen ließe.
Wie kann die Verschwendung vermieden werden?
In den Veröffentlichungen des Ministeriums "Zu gut für die Tonne" werden einige nützliche Vorschläge dazu angegeben.
Punkt 1: Das Problem beginnt bereits beim Einkaufen. Supermärkte wollen zu spontanem Einkaufe veranlassen. Man packt schnell etwas in den Einkaufswagen, ohne zu überlegen, ob man es überhaupt in einem überschaubaren Zeitraum verbrauchen wird. Das kann man durch ein planvolleres Einkaufsverhalten ändern. Ein Blick in den Vorrats- und den Kühlschrank zeigt, welche Lebensmittel noch vorhanden sind und eventuell als nächstes verbraucht werden sollten.
Es ist sinnvoll zu überlegen, an welchen Tagen für wieviel Personen Essen zubereitet werden soll und welche Packungsgröße angemessen ist.
Die alte Einkaufsliste kann hier hilfreich sein, vielleicht auch in Form einer Handy-App (z.B. https://t1p.de/66qr9 oder https://t1p.de/x9116).
Punkt 2: Und dann das Lagern von Lebensmitteln. Hinweise dazu finden sich oft auf der Verpackung, z.B. ob das Produkt gekühlt oder lichtgeschützt aufbewahrt werden soll. Lebensmittel, die zuerst verwendet werden sollen, lagerst du besser so, dass sie am leichtesten zugänglich sind.
Punkt 3: Gut ist es, wenn du die Essgewohnheiten deiner Haushaltsmitglieder berücksichtigst. Dazu wird gelegentlich auf der Verpackungen die Verzehrmenge pro Person angezeigt. Sinnvoll auch eine Rückfrage, wie groß der Hunger deiner Tischgenossen ist.
Punkt 4: Essenreste können oft auch für andere Speisen weiter verwendet werden. Dazu findest du im Internet Rezeptvorschläge oder per https://www.zugutfuerdietonne.de/app.
Punkt 5: Das Mitnehmen nicht verspeister Reste bei einem Restaurantbesuch ist inzwischen häufiger und akzeptabler geworden. Eine Verweigerung mit dem Argument „Ich hafte für die Verzehrsicherheit.“ zieht nicht. Mit der Abgabe geht das Risiko auf dich über. Mehr dazu in einem späteren Beitrag.
Punkt 6: Ein spezielles Thema ist das Mindesthaltbarkeitsdatum. Es ist vom Verbrauchsdatum zu unterscheiden. Während das Verbrauchsdatum den Zeitpunkt angibt, bis zu dem der Verzehr erfolgen soll, ist bei Lebensmittel mit Mindesthaltbarkeitsdatum auch noch ein späterer Gebrauch möglich. Wie lange dies gefahrlos erfolgen kann ist produktspezifisch verschieden. Im Zweifel auf die eigene Sinneswahrnehmung verlassen – sehen, riechen, schmecken. Vakumiert halten sich Lebensmittel länger. Siehe dazu z.B. https://t1p.de/jg9jm.
Punkt 7: Neben dem sorgsamen Umgang mit den eigenen Lebensmittelvorräten gibt es spezielle Angebote zur Lebensmittelrettung.
So werden in Supermärkten häufig preisreduzierte Lebensmittel angeboten, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum fast erreicht ist.
Punkt 8: In vielen Städten und Gemeinden gibt es "Foodsharing Gruppen", bei denen man Lebensmittel, die sonst in der Tonne landen würden, kostenlos anholen kann. Übrigens nehmen die auch Lebensmittel entgegen, die du vor einem Urlaubsaufenthalt übrig hast und danach nicht mehr nutzen kannst odere willst.
Punkt 9: Interessant auch die App „Too good to go“, mit der auf das Restangebot nahegelegener Geschäfte aufmerksam gemacht wird. (https://t1p.de/1081t).
Punkt 10: Und dann gibt es noch spezielle Lieferdienste wie Etepetete (Obst/Gemüse) und Motatos (übrige Lebensmittel), die Ware anbieten, die qualitativ einwandfrei aber aus irgendwelchen Gründen schlecht verkäuflich ist und evtl. vernichtet würde, z.B. wegen fehlerhafter Verpackung oder optisch nicht so gutem Aussehen.
Punkt 11: Wichtig erscheint mir die Wertschätzung von Lebensmitteln. Weggeworfene Lebensmittel erfordern genau so viel Mitteleinsatz wie solche, die zweckbestimmt genutzt werden. Das gilt in Bezug auf die aufgewendete Arbeit, den Rohstoff- und Wasserverbrauch sowie auf den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase.
Punkt 12: Das in christlichen Familien übliche Tischgebet mit dem zentralen Aspekt des Danks für die von Gott gegebene reiche Schöpfung und ihre Früchte kann ebenso die Hemmschwelle zum Wegwerfen von Lebensmitteln erhöhen. Und der Gedanke daran, dass für das Essen, das in der Tonne landet, vielleicht ein Tier gestorben ist, ist ebenfalls nicht verkehrt.
(Quellen: https://t1p.de/ipgry + https://t1p.de/66ohh + https://t1p.de/q2bbz)
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.