Recklinghausen-Suderwich. Hin und wieder kann es im Garten dazu kommen, dass eine Zucchinifrucht bitter schmeckt. Doch wie gefährlich ist der Bitterstoff und können Zucchini giftig sein? In den vergangenen Wochen hat es bundesweit etliche Fälle gegeben, wo Menschen nac dem Verzehr gesundheitliche Probleme bekamen. Wir klären auf!
Die Zucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina) gehört zur großen Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Viele Arten dieser Familie bilden natürlicherweise giftige Bitterstoffe, die sogenannten Cucurbitacine. Sie wurden durch Züchtung in manchen Arten derart reduziert, dass wir Gurken (Cucumis sativus), Kürbis (Cucurbita maxima, C. moschata & C. pepo) und eben auch Zucchini bedenkenlos genießen können.<<
Manchmal kann es durch Verkreuzung oder eine spontane Rückmutation jedoch dazu kommen, dass die Gene für Bitterstoffproduktion erneut oder verstärkt auftreten. Als Resultat schmecken Zucchinis bitter. Cucurbitacin ist für den Menschen giftig, es kommt bei Aufnahme zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Ein Rentner hatte beispielsweise sehr bittere Zucchini aus selbstgezogenen Samen in einem Auflauf verzehrt und verstarb daraufhin tragischerweise.
Bei Selbstaufzucht durch Samen und Rückmutationen, zum Beispiel im heimischen Garten, ist es durchaus möglich, dass der gefährliche Bitterstoff in den Kürbisgewächsen erneut gebildet wird. Manche Zucchinifrüchte nehmen auch einen leicht bitteren Geschmack an, wenn die Wachstumsbedingungen nicht besonders gut sind. Sind die Pflanzen gestresst, beispielsweise durch große Hitze oder mangelhafte Wasserversorgung, können sich ebenfalls bittere Zucchini ausbilden.
Die Pflanze gibt dann deutliche Warnsignale ab, wenn sie das Cucurbitacin enthält: Durch einen äußerst bitteren Geschmack und Geruch. Wenn also eine Zucchini ungenießbar bitter schmeckt, dann sollte sie auf gar keinen Fall verzehrt werden! Dass die Bitterstoffe in Zucchini besonders gesund seien, ist ein Irrglaube.
Zudem sind nicht nur rohe Zucchini betroffen, sondern auch gekochte Speisen mit diesen Gemüsesorten bergen ein Risiko, denn der Bitterstoff wird beim Erhitzen nicht zerstört. Um wirklich ganz sicherzugehen, ist es ratsam, vor dem Verzehr einer selbst angebauten Zucchini ein rohes Stück zu probieren. Beim normalen Zucchini-Geschmack sollte sich das milde, teilweise fast süßliche Aroma im Mund ausbreiten. Bei bitterem Geschmack gilt es, die Zucchini zu entsorgen.
Die Verbaucherzentrale rät: Vor der Zubereitung sollten Zucchinis deshalb immer probiert und keinesfalls gegessen werden, wenn sie stark bitter schmecken. Dies gilt auch für fertig zubereitete Gerichte, denn Cucurbitacine können durch Kochen nicht zerstört werden.
Quelle: Verbraucherzentrale.de und https://www.plantura.garden/gemuese/zucchini/ist-zucchini-giftig)
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