Oer-Erkenschwick. Sehr zufrieden zeigte sich das Team um Projektleiter Klaus Bühmann, als es am Montagvormittag das BBE-Seminar in Haus Haard offiziell für beendet erklärte. "Die Teilnehmer:innen im fortgeschrittenen Alter und die Familien mit kleineren Kindern haben sich prächtig verstanden", sagte Bühmann, der in dieser Woche die Bewertungsbögen auswerten will. Der älteste Teilnehmer war 80 Jahre alt, der jüngste zwei Jahre.
Charlotte Lahme (17) aus dem SBW-Redaktionsteam hat die BBE-Maßnahme aus ihrer Sicht zusammengefasst.
Hier ihr Bericht:
"Der Freitagmorgen unserer Auszeit stand zur freien Verfügung. Viele Erwachsene entschieden sich dafür in Fahrgemeinschaften in die ca. 8 km entfernte Recklinghäuser Innenstadt zu fahren. Die Kinder blieben derweil mit unserem Kinderbetreuungs-Team vor Ort und spielten Gesellschaftsspiele. Bis unsere Entdecker einen mysteriösen Brief fanden, welcher sie zu einer spannenden Schatzsuche durch die Haard führte. Alle waren mit Begeisterung dabei und schafften es, im Team den Schatz zu finden. Danach konnten die Kinder ihre eigenen Uhren gestalten und bemalen, wobei richtige Kunstwerke entstanden.
Nach dem stärkenden Mittagessen für alle ging es spannend weiter, denn es folgte ein Ausflug zur Freiwilligen Feuerwehr in Suderwich. Dort angekommen wurden wir direkt von Löschzugführer Marc Perle und zwei weiteren Feuerwehrmännern in Empfang genommen. Bei einem kalten Getränk erwartete uns ein kurzweiliger Vortrag von Marc Perle über den Standort, die Aufgaben und die Funktionsweisen der verschiedenen Fahrzeuge. Anschließend ging es für alle nach draußen, um die Fahrzeuge zu begutachten.
Die Kinder bekamen die Möglichkeit sich in ein Feuerwehrauto zu setzen und den heruntergefahrenen Korb der Drehleiter zu betreten, was sicherlich ein weiteres Highlight der Auszeit war. Doch auch die Erwachsenen waren voller Begeisterung dabei und hatten viele Fragen an die Feuerwehrmänner. Besonders die Anprobe der Schutzkleidung stellte sich für viele Erwachsene als eine bleibende Erinnerung dar. Am Ende des Feuerwehrbesuchs mussten wir uns leider von Sara, welche aktiv in der Kinderbetreuung tätig war, verabschieden, da sie am Wochenende schon andere Pläne hatte.
Am Samstagmorgen entschieden sich einige, noch vor dem Frühstück ein paar Runden im Kneippbecken zu drehen, um frisch und wach in den neuen Morgen zu starten. Denn für die Erwachsenen ging es nach dem gemeinsamen Frühstück, mit Naturführer Ralf Nickel, in das Naturschutzgebiet „Burg“ in Marl. Wir lernten dabei, dass es sich bei dem Arial der Burg um einen seltenen Buchenwald handelt, welcher genau so selten wie das Great Barrier Reef ist und durften die Gegend um den bekannten Silvertbach erkunden. Ralf Nickel zeigte uns zudem eine 180 Jahre alte Eiche, welche die Teilnehmer sehr beeindruckte.
Die Kinder waren währenddessen ebenfalls in der Natur unterwegs und suchten mit Elke Zillkens Kräuter, wie Kamille, Taubnessel, Wildminze, Scharfgabe, Gänseblümchen und Co. Diese wurden anschließend zu einer leckeren Limonade verarbeitet. Während die Limonade ziehen musste, um den Geschmack der Kräuter anzunehmen, zeichneten die Kids einige der Kräuter. Am Nachmittag stürzten sich die Kinder auf die nun endlich fertige Limonade und brachten sie ihren Eltern zum Probieren. Ein voller Erfolg!
Der Sonntag wurde mit einem wunderschönen Gottesdienst gefeiert. Dieser wurde von dem stellvertretenden Bezirksvorsteher des Kichenkreises Recklinghausen, Priester Sören Linke, geleitet. Nach dem Mittagessen ging es für alle Interessierten zum Lehrbienenstand in Suderwich, wo Paul Bertels und Klaus Lahme uns allen die Welt der Bienen und das Hobby-Imkern näher brachen. Im Schaukasten lernten wir den Unterschied zwischen Königin, Arbeiterinnen und Drohnen (männliche Bienen).
Zudem verdeutlichte uns Paul Bertels, dass Insektenhotels nicht immer der erste Schritt sein sollten, denn natürlich sind diese schnell gekauft, aber viel effektiver sei es, den Garten insektenfreundlich zu gestalten und die Wiese inklusive Klee vielleicht dann doch einmal stehen zu lassen. Manchmal kann die effektivste Lösung so einfach sein. Einige bekamen am Stand die Möglichkeit, beim Honigschleudern der Imkerei Lahme mitzuhelfen, während die anderen sich bei einem Honigquiz durch sechs verschiedene Honigsorten probierten. Der Unterschied zwischen Rapshonig, Akazienhonig, Sommerblütenhonig, Waldhonig und Co war doch schwieriger zu erkennen als gedacht. Unser Grillmeister Dieter gewann das Quiz eindeutig und bekam als Preis, wie sollte es anders sein: ein Glas Honig. Am Abend wurden sich gemeinsam eine Diashow mit den vielen Bilder der Woche angeschaut und schon einige verabschiedende Worte gesprochen. Nach dem Grillen mit unserem Grillmeister Dieter, klang der Abend mit einer Runde kalter Getränke aus. Einige Teilnehmer amüsierten sich beim MauMau-Spiel, andere schwelgten in Erinnerungen oder lösten Handy Probleme. Die anderen Teilnehmer genossen das vorerst letzte gemütliche Beisammensein. So ging ein weiterer Abend für uns alle zu Ende.
Am Morgen gab es ein letztes gemeinsames Frühstück mit anschließender Feedbackrunde. Und dann hieß es Abschiednehmen, was weder Team noch Teilnehmern leicht fiel. Es wurden viele Tränen vergossen und innige Umarmungen verteilt. Die anfängliche Gruppe aus vielen wurde zu einer eng verbundenen Gemeinschaft, ganz nach dem diesjährigen Motto: „Alt und Jung gemeinsam in Schwung“
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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