Recklinghausen-Suderwich. Unter den Heilkräutern ist die Kamille die bekannteste. Die Heilwirkung der Kamille lässt sich innerlich wie äußerlich nutzen. Aus den Blüten werden Tees, Dampfbäder, Tinkturen, Öle, Cremes hergestellt. Sie ist oft Bestandteil in Pflegeprodukten, wie zum Beispiel in Haut- und Haarreinigungsmitteln.
Für was ist die Kamille gut?
Die Kamille wirkt entzündungshemmend, krampflösend, antibakteriell, wundheilungsfördernd, geruchbindend. Sie gilt als Heilmittel für Haut- oder Schleimhauterkrankungen, wie z. B. Ekzeme oder Furunkel. Als Zusatz in Bäder oder Spülungen kommt sie bei Entzündungen oder Pilzerkrankungen im Vaginal- oder Analbereich zum Einsatz.
Dampfbäder haben eine großartige Wirkung, weil die heilenden, ätherischen Öle mit dem Dampf aufsteigen und hilft wunderbar bei akuten oder chronischen Entzündungen der Atemwege. Einfach für 10 Minuten den duftenden Dampf inhalieren und warm eingepackt eine halbe Stunde ruhen.
Auch bei Magen-Darm-Erkrankungen, wie z. B. Sodbrennen, Gastritis, Magengeschwüre, Blähungen, Bauchkrämpfe, Durchfall. Grade bei Babys und Kleinkinder hilft eine sanfte Kamillenölmassage.
Gurgellösungen mit verdünnter Kamillentinktur helfen bei Zahnfleischentzündungen und bei allen anderen Entzündungen im Mund- und Rachenbereich.
Nicht zuletzt hat die Kamille besänftigende Eigenschaften bei Schlafstörungen, Unruhe und Nervösität. Eine wärmende Tasse Kamillentee kennen viele schon aus der Kindheit als Schlaftrunk. Kamillentee steht für Fürsorge, mütterliche Zuwendung und Geborgenheit.
Was sagen die Studien?
Kamille ist wahrscheinlich die am sorgfältigsten erforschte Heilpflanze überhaupt. Alle hier beschriebenen Heilwirkungen sind in Studien bestätigt worden, auch wenn diese schon 20 Jahre zurück liegen. Die Heilwirkung ist immer noch die gleiche. Überholt ist lediglich die Anwendung bei Augenentzündung. Die aufgelegte Kompresse mit Kamillenaufguss ist nicht steril und könnte weitere Bakterien ins Auge lassen.
Wie sammelt man Kamille?
Die Kamille blüht von Mai bis August. Du findest sie oft an Feldrändern und in den Feldern selbst, oder an Brachen und Wegrändern. Eine Verwechslung mit der Hundskamille ist möglich. Man kann sie gut unterscheiden, denn die echte Kamille besitzt ein hohles Blütenköpfchen, während die Hundskamille ein festes Blütenköpfchen hat. Die Hundskamille ist allerdings nicht giftig, sondern besitzt einfach weniger Heilkraft.
Du lässt die Kamillenblüten an einem warmen, dunklen Ort zwei Wochen trocknen, bevor du sie weiter verarbeiten kannst.
Kamillenöl Zutaten
Kamilleblüten
- Mandel- oder Olivenöl
Die Kamillenblüten zerstoßen oder unbehandelt zu etwa 50 Prozent Füllstand in ein Glas geben. Anschließend füllst du das Glas nicht ganz voll mit Öl auf. Das Glas stellt man dann für ungefähr 3 bis 5 Wochen an einen dunklen warmen Platz und schüttelt es gelegentlich gut durch. Nach einer gewissen Zeit verfärbt sich der Glasinhalt allmählich, was ein Zeichen ist, dass das Kamillenöl fertig ist. Das Kamillenöl wird nun noch durch ein Leinentuch durchgesiebt und in eine dunkle Flasche gefüllt. An einen dunklen kühlen Platz oder im Kühlschrank aufbewahrt ist das Kamillenöl ungefähr 6 Monate haltbar. Am besten etikettierst du die Flasche mit dem Kamillenöl mit Datum und Inhalt.
Quelle: Kamille: Wie wirkt die vielseitige Heilpflanze? | NDR.de - Ratgeber - Gesundheit
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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