Recklinghausen-Suderwich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung reduziert ihre Empfehlungen zum Konsum tierischer Produkte. Jede:r Zehnte isst bereits kein Fleisch mehr. Die Empfehlung zum Fleischverzehr umfasst nun statt 300 bis 600 Gramm nur noch 300 Gramm Fleisch. Das entspricht etwa einem Schnitzel und fünf Scheiben Wurst. Zur Empfehlung gehört auch 1 Ei pro Woche zu verzehren. Pro Tag wird etwa 400 Gramm Milchprodukte empfohlen.
Damit nimmt der tierische Teil der Gesamternährung in der Empfehlung etwas ab. Die vorgeschlagene Menge Fisch bleibt mit knapp 200 Gramm wöchentlich unverändert. Das gilt auch für Obst und Gemüse mit 550 Gramm täglich. Die Bedeutung von Hülsenfrüchten wie Erbsen, Bohnen, Linsen sowie Nüsse hebt die DGE stärker hervor.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ist eine wissenschaftliche Institution, die als Verein organisiert ist und teils aus Bundesmitteln finanziert wird. Daten zur Gesundheit, Nachhaltigkeit und den Verzehrgewohnheiten der Bundesbevölkerung. In gesundheitlicher Hinsicht dienen die Ratschläge unter anderem dazu, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren und Dickdarmkrebs vorzubeugen. Hoher Fleischkonsum begünstigt solche Krankheiten. Andererseits betonen die Wissenschaftler:innen auch, dass in tierischen Produkten wichtige Nährstoffe enthalten sind, die der menschliche Körper braucht. Veganer:nnen, die komplett darauf verzichten, müssen also darauf achten, dass es nicht zu Nährstoffdefiziten kommt.
Die Ratschläge gelten für gesunde Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren, die sich mit einer Mischkost ernähren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung arbeitet daran, auch Ratschläge für andere Ernährungsarten, wie z. B. Veganismus zu erarbeiten.
Viele wichtige Informationen findest du unter unseren Links, die wir in den Quellen angeben.
Wir kehren nun zurück zur 1-Ei-Debatte: das Ei ist ein zuverlässiger Lieferant löblicher Inhaltsstoffe. Zum Beispiel stecken in Eiern viele Aminosäuren, also Proteine. Deren Sättigungseffekt ist höher als derjenige von Fetten, vor allem hält er lang an. Eier versorgen den Körper nicht nur mit Proteinen, sondern auch mit einer ordentlichen Menge an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, so taugen sie als wertvolle Nahrungsergänzung etwa für die Vitamine A, B1, B2, Folsäure, D, E und K.
Zudem enthalten Eier Selen, ein Spurenelement, das die sogenannten freien Radikale einfängt und so die Zellen schützt. Bei der Analyse der Inhaltsstoffe stößt man weiterhin auf Mineralstoffe, darunter Kalzium, Phosphor und Eisen (die im Eigelb enthalten sind), sowie Natrium und Kalium, die das Eiklar bereichern. Die jeweiligen Mengen sind abhängig von Gewicht und Größe des Eis.
Der Verzehr von Eiern birgt auch Nebenwirkungen. Da wäre z. B. das Cholesterin. Ein Ei mittlerer Größe birgt knapp 240 Milligramm dieser fettähnlichen Substanz und gilt damit als besonders cholesterinreich. Das allein macht sie allerdings noch nicht gefährlich, zumal Cholesterin – was nicht so viele Menschen wissen – nur in kleinen Mengen über die Nahrung aufgenommen wird. Die größte Menge stellt der Körper selbst her, vor allem in der Leber. Warum? Weil Cholesterin als sogenanntes Nahrungsfett ein elementarer Bestandteil der Zellmembranen ist und seinerseits Hormone und Gallensäuren produziert. Ohne Cholesterin wären wir nicht lebensfähig.
Andererseits gilt Cholesterin als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – auch wenn die Studienlage hierzu diffus ist. Vor allem wenn sich zu hohen Cholesterinwerten andere kritische Faktoren gesellen – wie etwa Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte und genetische Disposition. Viele Eier konsumieren begünstigt also Schlaganfälle und Herzinfarkte. Zudem hat ein Ei von 100 g etwa 150 Kalorien. Wer sich nun drei Eier in die Pfanne haut, kommt auf mehr als 600 Kalorien – das ist im Tagesprofil schon eine stattliche Menge. Wer sich natürlich bewegt und sogar Sport treibt, der verbrennt die Kalorien wieder.
Verschiedene Studien zeigen verschiedene Ergebnisse. Im Endeffekt aber ist die Lage nicht dramatisch für unsere Gesundheit, so hat die DGE sie aber auch nicht geschildert. Sie hat allerdings ihre Argumentation nicht leserfreundlich aufbereitet, sondern gleichsam Gesetzestafeln verteilt. Wer seine eigenen Schlüsse ziehen will, sollte seine Blutwerte und sein allgemeines Risiko bestimmen lassen: Wie hoch sind die Cholesterinwerte in ihrer Verteilung? Und er sollte wissen: Ein hoher Anteil an mehrfach ungesättigten Fetten in der Ernährung reduziert die Cholesterinaufnahme. In jedem Fall scheint ein Eierkonsum, der daneben viele pflanzliche Lebensmittel und ungesättigte Fettsäuen gleichsam als Gegenmittel zulässt und mit körperlicher Betätigung verbunden ist, ein sofortiges Siechtum eher nicht auszulösen.
Warum nun also die aktuelle Empfehlung? Bei der Berechnung wurden nicht nur gesundheitliche Aspekte in Erwägung gezogen. Sie legen vielmehr Wert auf den ökologischen Aspekt. Die Massentierhaltung ist bei allen Tieren ein Problem. Wir raten dir auf jeden Fall Bio-Eier zu wählen von glücklichen Hühnern im Freiland.
Quellen:
Bürgerrat für Ernährungsfragen: Sag mir, was du isst - taz.de
Irreführender BILD-Artikel über Fleisch: Wurst en masse bleibt erlaubt - taz.de
Cem Özdemir zum Umbau der Landwirtschaft: „Ich habe harte Gegner“ - taz.de
Neue Empfehlungen für Fleisch: Ein Schnitzel, fünf Scheiben Wurst - taz.de
Aktuelle Nachrichten | Rheinische Post Online (rp-online.de)
Eierkonsum und Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im SUN-Projekt - PubMed (nih.gov)
Herzinfarkt - Informationen zu Anzeichen und Syptomen (rp-online.de)
Schlaganfall: Alle News und Infos zur Durchblutungsstörung im Gehirn (rp-online.de)
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