Recklinghausen-Suderwich. Erdbeeren sind bei uns sehr beliebt. Pro Kopf und Jahr essen wir etwa 3,7 kg. Es gibt sie in vielen Sorten - und sie sind vielfältig: hell, dunkelrot, rund, oval, spitz geformt und mit unterschiedlichsten Aromen.
Im Handel finden wir jedoch meist nur wenige Sorten, die den Anforderungen an die Vermarktung entsprechen. Erdbeeren sind reich an Vitamin C und B-Vitaminen, Mineralstoffen, Fruchtsäuren, Pektin und sekundären Pflanzenstoffen.
Die meisten Erdbeeren in Deutschland kommen aus dem Freilandanbau, der von Juni bis September geht. In dieser Jahreszeit schmecken sie am besten und sind am günstigsten.Ungefähr ein Drittel der Erdbeeren kommen aus geschütztem Anbau, in unbeheiztem Folientunneln und Gewächshäusern. Der Ertrag ist hier dreimal so hoch. Immer häufiger werden Erdbeeren auch in Stellagen angebaut. Hier wachsen die Früchte in Pflanzgefäßen aus Kunststoff gefüllt mit Substrat, in knapp einem Meter Höhe über dem Boden auf bequemer Pflückhöhe.
Auch in der kalten Jahreszeit gibt es inzwischen Erdbeeren aus Deutschland, nämlich aus beheizten Gewächshäusern. Diese „Winter-Erdbeeren“ sind keineswegs nachhaltig. Zwar werden sie nicht weit transportiert, jedoch verbraucht das Beheizen und Belichten der Gewächshäuser extrem viel Energie. Eine Winter-Erdbeere hat deshalb einen 11fach höheren Co2-Fußabdruck als eine saisonale heimische Erdbeere. Deshalb ist es so wichtig, regional und saisonal einzukaufen.
Regionale saisonale Erdbeeren schmecken besonders gut, denn sie werden reif geerntet und landen ohne lange Transportwege vom Acker auf dem Teller. Reife Erdbeeren haben einen höheren Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und bioaktiven Substanzen. Dabei musst du beachten, dass der Begriff „regional“ nicht geschützt ist. Im Handel kannst du nicht erkennen woher die Erdbeeren stammen. Im Hofladen, dem Wochenmarkt oder bei der Direktvermarktung kannst aber nachfragen.
Importe aus dem Ausland
Da die Nachfrage deutlich höher ist als die deutsche Produktion hergibt, wird aus anderen Ländern importiert, wobei die Niederlande ein wichtiges Lieferland ist. Aber auch aus Südeuropa und Nordafrika kommen die Erdbeeren, vor allem aber aus Spanien. In all diesen Exportländern regnet es kaum. Ein Kilo reife Erdbeeren benötigt durchschnittlich 300 Liter Wasser – das sind fast zwei volle Badewannen. Die problematische Wassersituation in diesen Ländern wird durch den massenhaften Anbau verschärft. Dazu kommt, dass die Sorten für den Transport robust gezüchtet wurden, aber wenig aromatisch schmecken.
Ökologischer Anbau
Bio-Erdbeeren werden im Freiland und geschützt angebaut. Ein Anbau in Stellagen ist nicht erlaubt, da Bio-Lebensmittel in Erde angebaut werden müssen. Auch Bio-Erdbeeren aus Südeuropa und Nordafrika verschärfen den Wassermangel in den Herkunftsländern. Bio-Erdbeeren sind in der Regel teurer als konventionelle Erdbeeren.
Selbstpflücken
Einige Erdbeerbetriebe bieten das Selbstpflücken auf ihren Feldern an. Die Kundschaft übernimmt die teure Erntearbeit und die ErzeugerInnen erzielen einen höheren Gewinn. Tipps: Fahre nach Möglichkeit mit dem Fahrrad zum Erdbeerfeld, pflücke die Erdbeeren morgens, wenn es noch nicht so warm ist. Dann ist die Arbeit nicht so anstrengend. Bringe einen eigenen Korb für die Früchte mit. Das Erdbeerfeld sollte nicht an einer befahrenen Straße liegen, damit sich dort keine Abgase ablagern können. Lagere die Erdbeeren ungewaschen und abgedeckt in einer flachen Schale in der Kühlung, und verzehre sie so schnell wie möglich. Du kannst sie auch sehr gut einfrieren, einkochen, z. B. als Marmelade. Angeschimmelte Erdbeeren solltest du nicht verzehren.
(Quelle: Verbraucherzentrale NRW (Erdbeeren nachhaltig einkaufen | Verbraucherzentrale NRW)
Unser Lieblingsrezept
Erdbeer-Spargel-Salat. 400 g grüner Spargel, 2 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer, Zitronensaft, 400 g Erdbeeren, etwas Petersilie und Estragon
Den Spargel im unteren Drittel schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Etwa 5 Minuten in Olivenöl anbraten, dann mit Zitronensaft, Pfeffer und Salz würzen. Die Erdbeeren waschen, trocknen und in Stücke schneiden. Petersilie und Estragon waschen und hacken. Wenn der Spargel etwas abgekühlt ist, kannst du alles vermischen und genießen.
Quelle: Bundeszentrum für Ernährung (Erdbeeren - empfindliche Saisonware als herzhafter Salat- BZfE )
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