Recklinghausen-Suderwich. Günstige Software, kostenlose Spiele, da greift man gerne einmal zu und installiert diese. Aber Achtung: Auch wenn sie kostenfrei zum Download stehen, werden sie jedoch schnell zur Kostenfalle.
In-Game-Käufe (Spiele)
Die ersten, die diese Methode anwandten, waren Spieleentwickler. Das Game konnte kostenlos heruntergeladen werden und gegen Zahlungen zusätzliche „Leben“, Funktionen, Avatare, Charaktere oder Munition durch In-Game-Käufe erworben werden. Meist erfolgten diese Käufe mittels Sonderrufnummern oder SMS und einer Abrechnung via Telefonrechnung.
Auch wenn sich die Verfahren (nur im Detail) geändert haben, besteht die Gefahr unbedachter Käufe weiterhin und ist inzwischen sogar auf einige kostenpflichtige Spiele erweitert worden, um z.B. höhere Level zu erreichen, schneller zocken zu können oder eine ausgefallenere Ausstattung zu erhalten. Leider gibt es keine rechtlichen Vorschriften, die den Herstellern vorschreiben, dich bereits in der Beschreibung darauf hinzuweisen, dass In-Game-Käufe möglich oder erforderlich sind. So ist es nicht verwunderlich, dass es in den unmöglichsten Situationen zu Einblendungen und Hinweisen kommt, die dich in aggressiver Art motivieren sollen derartige Käufe abzuschließen. Die Bezahlweise wurde so geändert, dass dies über das Spielemenü erfolgt, was aber zudem gleich eine persönliche Anmeldung erfordert.
In-App-Käufe (Software)
Bei Softwareprodukten kann die Freischaltung der App oder einer einzelnen Funktion für eine Woche, einen Monat oder einem Jahr als Abo-Modell erfolgen. Nach Ablauf der „gebuchten Zeit“ verlängert sich das Abo automatisch und der Betrag dafür wird erneut abgebucht, sofern nicht rechtzeitig gekündigt wird.
Mit der Begründung, dass du mit einem Abo automatisch alle Updates und Upgrades erhältst und du immer auf dem neuesten Stand der Software bist, sind inzwischen auch renommierte Softwarehäuser, wie Microsoft, Adobe u.v.m. auf dieses Abo-Modell gestoßen.
Inspiriert von den Apps und Games für Smartphones funktioniert dies derart, dass du das Softwareprodukt oft kostenfrei herunterladen und nutzen kannst. Das ist schon altbekannt, denn Shareware-Lizenzen gibt es seit Jahrzehnten, allerdings meist ohne Einschränkungen. Bei Shareware wird eher an das Ehrgefühl des Nutzers appelliert, die Software zu bezahlen, bzw. eine Spende zu leisten.
Bei den neueren In-App-Modellen funktionieren allerdings nur noch die rudimentärsten Eigenschaften und geben das Ergebnis nur mit einem Wasserzeichen auf Ausdrucken und Dateien aus, welche das Ergebnis stark beeinträchtigt und somit unbrauchbar macht. Sobald du auf eine interessante Funktion klickst, erscheint der Hinweis, dass diese nur durch einen „In-App-Kauf“ aktiviert werden kann. Während solche Käufe bei Google (Android) und Apple (iOS/MacOS) in den Shops angezeigt werden müssen, werden, insbesondere bei In-Game-Käufen, diese gerne direkt über das Spielmenü getätigt. Dies impliziert, dass bereits zuvor persönliche Daten angegeben wurden, die oftmals außerhalb der EU gespeichert werden. Der Umgang mit diesen Daten und deren Speicherung ist daher eher als unsicher zu sehen. Bei Android- und iOS-Geräten erfolgt eine Abrechnung über Google, bzw. Apple und der Betreiber erhält keinen Zugriff auf persönliche Daten.
Vernünftiger Umgang mit In-App/Game-Käufen
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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