Recklinghausen-Suderwich. Oft in Plastik verpackt, landet der Prospekt-Bündel „Einkaufaktuell“ jede Woche in vielen Millionen Briefkästen in Deutschland. Doch damit ist nun seit dem 1. April Schluss. Die Deutsche Post stellt die Verteilung der gedruckten Magazine nach Information von FOCUS online endgültig ein.
Die einen blättern es mal durch, die anderen werfen es ungelesen in den Papierkorb: Das Werbeprospekt-Bündel „Einkaufaktuell“ liegt in der Regel immer samstags im Briefkasten, vor der Tür oder auf dem Hausflur. Für die Post war das lange ein einträgliches Geschäft. Doch damit ist nun Schluss.
Die Deutsche Post hat ihr Werbegeschäft „Einkaufaktuell“ mit Prospekten von Einzelhändlern zum 1. April 2024 eingestellt. Grund dafür seien die sinkenden Werbeausgaben von Firmenkunden und die gestiegenen Kosten für Energie, Papier und Personal, teilte der Konzern dem Focus mit.
Seit 2003 werden die Prospektbündel samstags an bis zu 18 Millionen Haushalte zugestellt. Umweltschützern sind die Sendungen schon seit langem ein Dorn im Auge, weil ein großer Teil des Papiers ungelesen im Mülleimer landet. Nach Kritik an der Plastikverpackung der Prospektbündel stellte die Post teilweise auf Papierbanderolen um.
Post stellt „Einkaufaktuell“ ein
Der gedruckte Werbeprospekt ist bei Sparern besonders beliebt. Wöchentlich finden sich dort günstige Lebensmittel, Drogerie-Artikel oder auch Lockangebote wie Kleidungsstücke, Schuhe, Elektronik oder Haushaltsartikel.
Die Baumarktkette Obi verteilt allerdings schon seit Oktober 2022 keine Werbeprospekte mehr. Rewe hat den gedruckten Handzettel zum Juli 2023 eingestellt. Der Discounter-Konzern Aldi wiederum hat sein gedruckte Kundenmagazin „Aldi Inspiriert“ bereits eingestellt. Es erscheint nur noch digital.
Die Beispiele verdeutlichen, dass der Bedarf sinkt.
Wer keine Angebote mehr verpassen will, kann fortan Online-Seiten oder WhatsApp nutzen. Kundinnen und Kunden erhalten den Prospekt dann jeweils im Netz oder sonntags nach einer kurzen Anmeldung per Chatnachricht.
Zu den Händlern, die diesen Service bereits nutzen, zählen Aldi Nord, Aldi Süd, Metro, Kaufland, Netto Marken-Discount, Penny oder Rewe. Lidl präsentiert den Prospekt über seine App „Lidl Plus“. Gegenüber FOCUS online bestätigen die Pressestellen, dass der Dienst „sehr gut“ von den Kundinnen und Kunden angenommen werde. Genaue Zahlen liegen nicht vor.
Wo erhalte ich gedruckte Prospekte?
Als erster Einzelhändler stellt Rewe in diesem Jahr den wöchentlichen Prospekt ein. Danach sollen Kundinnen und Kunden Angebote sind nur noch online per App, Homepage oder WhatsApp erhalten. Außerdem stellt Rewe immer mehr digitale Werbeanzeigen in den Filialen auf.
Rewe rechtfertigt das Ende des gedruckten Prospekts mit seiner Nachhaltigkeitsstrategie. Der Händler will mit der Maßnahme Papier einsparen und somit die CO2-Bilanz verbessern. Nach eigenen Angaben spart Rewe durch den Wegfall des Prospekts jährlich mehr als 73.000 Tonnen Papier, 70.000 Tonnen CO2 und 380 Millionen Kilowattstunden Energie.
Möglicherweise werden auch andere Händler, wenn auch regional, folgen. Schließlich gilt die gedruckte Werbung als besonders kostspielig. Zudem zeigten die Lieferausfälle im vergangenen Jahr, dass Kundinnen und Kunden durch die gedruckte Ausgabe nicht schnell genug über Angebotsänderungen informiert werden können. Hierfür nutzte besonders der Discounter Lidl seine eigene App „Lidl Plus“.
(Quelle: www.focus..de)
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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