Recklinghausen-Suderwich. Zugegeben: Das ist meist nicht die erste Frage, die du dir stellst, wenn du dich für Hund oder Katze entscheiden möchtest. Du solltest sie aber auch nicht einfach beiseite schieben, nach dem Motto “So viel wird’s ja nicht sein.” In der Rheinischen Post las ich vor einiger Zeit dazu etwas, das ich auszugsweise hier wiedergebe.
1. Der Hund
a. Anschaffung
Beim Züchter zahlst du gerne zwischen 500 und 2.000 Euro. Dabei ist auch noch Vorsicht geboten. Du solltest dich schon vergewissern, dass der Züchter einen guten Ruf hat und dir mit Sicherheit ein gesundes Tier verkauft. Vorsicht bei Dumpingpreisen. Da kommen die Tiere oft aus dubiosen Züchtungen.
Die Übernahme eines Hundes aus dem Tierheim ist auch nicht kostenfrei. Wohl immer ist eine “Schutzgebühr” zu entrichten. Dann sind die Tiere aber auch i.d.R. gechippt und geimpft. Du solltest mit mindestens 200 € rechnen. Beispiele: Duisburg 375 bis 525 Euro, Bonn 300 bis 400 Euro, Essen 300 Euro.
Ältere Hunde sind preiswerter, Welpen teurer. Dabei muss der Kauf eines älteren Tieres kein Nachteil sein. Das musst du nicht mehr erziehen.
Bevor du dich konkret für einen Hund aus dem Tierheim entscheidest, lass dir sagen, welche Erfahrungen die Pfleger:innen dort mit ihm gemacht haben. Solche Tiere haben immer auch eine “Geschichte”.
b. Grundausstattung
Du benötigst Halsband, Leine, Napf, Körbchen, evtl. Winter-/Regenbekleidung, Transportbox. Da können bis zu 500 € zusammenkommen. Richtig teuer wird es, wenn du für den Transport eines größeren Tieres im Auto eine extra Box benötigst.
c. Futter
Hier besser nicht sparen. Mangelernährung macht evtl. später den Tierarzt reich.Mit 25 bis 50 Euro im Monat musst du rechnen. Kauknochen und Leckerlis kosten dich gerne noch mal bis zu 30 Euro. (auf Angebote bei den Discountern achten!)
d. Tierarzt
Da kann es kostenmäßig grauslich werden, vor allem bei älteren Tieren. Und ist die emotionale Bindung zwischen Mensch und Tier erst einmal gefestigt, fällt es schwer, vor kostspieligen Operationen nein zu sagen.
Kalkulierbar sind die Aufwendungen für eine Tier-Krankenversicherung. Die Kosten hängen von Rasse, Alter, Krankenheit des Tieres ab und auch ob mit oder ohne Selbstbeteiligung. Sie liegen etwa zwischen 100 und 300 Euro. In Vergleichsportalen kannst du vorab mal den Aufwand ermitteln, z.B. auf www.check24.de, www.verivox.de oder andere. Aber auch bei bestehender Versicherung: Kosten für Impfungen müssen meist selbst getragen werden.
e. Hundesteuer
Das ist eine kommunal eingezogene Abgabe und variert sehr zwischen den Städten. Der Düsseldorfer zahlt pro Hund im Jahr 96 Euro, der Hund in Kleve kostet 60 Euro. Teuer wird es, wenn du einen “Listenhund” (auch “Kampfhund” genannt) halten willst. Dann nimmt Düsseldorf z.B. 600 Euro.
f. Haftpflicht
Für Schäden, die dein Hund anrichtet, musst du aufkommen. Reißt er sich los, rennt über die Straße und verursacht einen Unfall – kann teuer werden! Will ihn ein Kind streicheln und erschreckt ihn damit, schnappt er vielleicht zu. Die Kosten trägst du. Ein Haftpflichtversicherung kostet im Jahr etwa 30 bis 100 Euro.
g. Sonstiges
Ist das Tier noch nicht erzogen, solltest du erwägen, einen Kurs in der Hundeschule zu buchen. Gruppenkurse kosten zwischen 80 und 150 Euro
Pediküre (besser: “Pfotenpflege”), Ohrreinigung, der Besuch beim Hundefrisör – das kann im Jahr schon mal mit 200 bis 400 Euro zu Buch schlagen.
Bei Auslandsreisen innerhalb der EU gilt für Hunde die Chip-Pflicht. In NRW müssen sie ab einer Schulterhöhe von 40 Zentimetern, bzw. ab einem Gewicht von 20 Kilogramm, oder wenn sie als gefährlich eingestuft sind, gechippt werden. Meist übernehmen Züchter oder Tierheime das Chippen. Kosten liegen bei 50 bis 100 Euro; bei Katzen weniger.
Zum Schluss ein vielleicht ernüchterndes Fazit: Wird dein Hund 10 bis 15 Jahre alt, dann hast du mindestens 13.500 Euro ausgegeben – oder ca. 1.100 Euro im Jahr oder 90 im Monat.
2. Katze (oder Kater)
Da wird’s nicht so teuer wie beim Hund. Kassensturz vorweggenommen: Bei einer Lebensdauer von ca. 15 Jahren kommen geschätzt 6.500 Euro zusammen. Das sind im Monat etwa 36 Euro.
a. Anschaffung
Im Tierheim liegt die “Schutzgebühr” für geimpfte Tiere zwischen 100 und 160 Euro. Auch hier kommt es auf das Alter, das Geschlecht und den Gesundheitszustand an. Eine Rassekatze wirst du im Tierheim seltener finden. Die kostet dann auch mehr. Wenn du eine ausgefallene Rassekatze vom Züchter kaufst, musst du bis zu 2.500 Euro auf den Tisch legen.
b. Grundausstattung
Du benötigst Futter- und Wasserschalen und einen Schlafplatz (40 bis 60 Euro), dazu eine Katzentoilette (10 Euro und deutlich mehr), einen Transportkorb (ca. 45 Euro).
Du wirst auch Halsband, Kratzbaum (sonst nimmt sie die Couch) und Spielzeug kaufen. Bei der Qualität dieser Ausstattung sind der Phantasie kaum Grenzen zu setzen. Können gerne ein paar Hundert Euro kosten. Für Pflegemittel (Wurmkur-Medikamente, Floh- und Zeckenmittel, Haarbürste) solltest du 40 Euro kalkulieren.
c. Futter und Katzenstreu
Beim Trocken- und Nassfutter kommt es auf Alter, Gesundheitszustand und Aktivität des Tieres an. Die Kosten liegen monatlich zwischen 30 und 70 Euro; dazu für Katzenstreu 3 bis 10 Euro im Monat.
d. Tierarzt
Dazu meint die Verbraucherzentrale NRW: hier gilt das Gleiche wie beim Hund. Katzen hätten häufig Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen. Da lohnt sich eine Krankenversicherung. Die kostet – abhängig ob Vollschutz oder OP-Abdeckung – ab 80 Euro aufwärts im Jahr.
Eine Grundimmunisierung (RCP-Impfung) belastet deine Kasse mit 40-50 Euro und muss zunächst dreimal, dann jedes Jahr als Auffrischung erfolgen.
Für “Freigänger:innen" wird zusätzlich eine Tollwut- und Leukose-Impfung empfohlen. Solche Tiere müssen in manchen Kommunen registriert, gekennzeichnet und/oder kastriert werden.
Eine Kastration kostet zwischen 30 und 170 Euro.
(Quelle: Rheinische Post)
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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