Recklinghausen-Suderwich. Manche Menschen schwören auf das Produkt aus Milch, andere auf die pflanzliche Alternative. Welches Fett eignet sich besser zum Braten, Backen und auf dem Brot? Und wie gesund sind eigentlich Butter und Margarine?
Butter
Sie ist fettig, macht dick und sorgt für einen erhöhten Cholesterinspiegel: So lauten einige der Vorurteile gegen Butter. Zwei Drittel des Fetts der Butter sind gesättigte Fettsäuren. Sie dienen als Botenstoffe und sind sehr wichtig für unser Nervensystem.
Über die Nahrung zugeführt, gelten sie trotzdem als schlechte Fette. Bei übermäßigem Verzehr können sie den Spiegel des LDL-Cholesterins erhöhen und damit auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) sollten sie deshalb nur maximal zehn Prozent der gesamten Energiezufuhr ausmachen. Der hohe Fettanteil in der Butter hat dagegen einen deutlich geringeren Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Körper.
Butter ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Darunter etwa die Vitamine A, D und E sowie Kalium, Kalzium und Phosphor. Das gilt besonders für Alpenbutter, Weidebutter und Bergbauernbutter, also Butter von Kühen, die vermehrt mit Weidegras und anderem Grünfutter gefüttert werden. Butter enthält Omega3-Fettsäuren, allerdings in geringen Mengen. Die Menge hängt von der Haltung der Kühe ab. Stehen die Kühe viel draußen auf der Weide und bekommen sie viel grünes Gras zum Fressen, ist der Omega3-Fettsäurengehalt entsprechend höher.
Aus dem Kühlschrank direkt auf das Brot – das ist mit Margarine kein Problem. Bei Butter sieht das meist anders aus. Gut gekühlt ist sie erst mal hart und kaum zu verstreichen. Doch auch hier gibt es Unterschiede. Der Grund ist die Nahrung der Kühe, deren Milch für die Butter verwendet wird. Je mehr sie auf der Weide stehen und dort Gras fressen, desto besser und umso streichzarter ist die Butter. Doch die heutigen Stallbetriebe mit ihren sogenannten Hochleistungskühen sehen dies meist kaum noch vor. Deswegen sticht vor allem irische Butter durch ihre besondere Streichfähigkeit hervor, denn in Irland stehen die Kühe überwiegend draußen auf der Weide. Wer deutsche Butter aus Weidemilch kaufen möchte, muss in der Regel auf Biobutter zurückgreifen.
Margarine
Im Gegensatz zum Naturprodukt Butter ist Margarine ein industriell hergestelltes Produkt, das Emulgatoren, Farbstoffe, Aromen und Konservierungsstoffe enthalten kann. Bei der Herstellung von Margarine werden eigentlich flüssige Pflanzenöle gehärtet, um sie streichfest zu machen. Bei diesem Härtungsprozess können ungesunde Transfette entstehen, die sich negativ auf die Herzgesundheit auswirken.
Bei Margarine gibt es eine große Auswahl, wie Vollfettmargarine, Halbfettmargarine, Jogurth-, Pflanzen- und Diätmargarine. Welche Öle und pflanzlichen Fette genau verarbeitet wurden, lässt sich nicht immer feststellen. Einige Hersteller werben mit einer cholesterinsenkenden Wirkung, die jedoch umstritten ist. Gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse liegen nicht vor.
Als Alternative zu Butter und Margarine werden Mischfette immer beliebter. Hierbei handelt es sich um Butter-Öl-Kombinationen. Sie enthalten zu unterschiedlichen Anteilen Milch- und Pflanzenfette. So soll der typische Buttergeschmack mit der Streichfähigkeit von Margarine verbunden werden. Ob diese Kombi gesünder ist als Butter oder Margarine ist wissenschaftlich nicht geklärt.
Fazit
Ob wir lieber zu Butter oder Margarine greifen, ist und bleibt Geschmackssache. In Maßen konsumiert ist weder Butter noch Margarine schädlich. Dass Margarine beim Abnehmen helfen könnte, ist jedoch genauso ein Mythos wie die Vorstellung, dass Butter dick macht. Letztlich ist – wie so oft – die Menge, die wir zu uns nehmen, entscheidend.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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