Recklinghausen-Suderwich. Das „neue“ Outlook ist eindeutig zu neugierig! Outlook wirst du als Bestandteil von „Microsoft Office“ aus dem Büroalltage kennen und kümmert sich dort um deine E-Mails, Kalender, Kontakte und Aufgaben. Inzwischen wird auf allen Plattformen ein neues und kostenloses Outlook. Zuletzt erscheint dieses kostenlose Outlook nun auch für Windows.
Als Nutzer eines Windows-11 Gerätes mit aktueller Softwarestand kennst du bereits die Hinweise und Bewerbungen für „das neue Outlook“. Bietet Windows-11 dies doch als Nachfolger und Ersatz für Windows-Mail und den Windows-Kalender kostenlos für alle Nutzer an. Auch als Nutzer des Microsoft-Office-Outlook entdeckst du eine Schaltfläche, mit der Aufforderung, das „neue Outlook“ auszuprobieren, auch wenn das Office-Outlook derzeitig noch (voraussichtlich 2024) nicht vollständig ist.
Das „neue Outlook“ wird von Microsoft in den höchsten Tönen gelobt. Dennoch ist hier Vorsicht geboten, denn wenn du der Empfehlung folgst und es ausprobieren möchtest. Denn dann riskierst du die Übertragung deiner E-Mail - Zugangsdaten (SMTP und IMAP), aber auch deinen vollständigen E-Mailverkehr an Microsoft-Server. Sogar wenn du den Test abbrichst, befinden sich deine E-Mails bereits auf den Microsoft-Servern! Microsoft kann deine E-Mails mitlesen!
Ganz geschickt agiert Microsoft wenn du ein E-Mail-Konto, das nicht bei Microsoft gehostet wird (also bei Gmail, iCloud, Yahoo, usw.), im neuen Outlook zufügst. In diesem Fall erscheint ein der Link zu einem Artikel, der darauf hinweist, dass alle Daten in der Microsoft-Cloud synchronisiert werden. Das bedeutet, dass alle deine Daten, die du im neuen Outlook verwendest, auf Microsoft-Servern gespeichert werden. Diese stehen zumeist in den USA, auf jeden Fall jedoch dort wo die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) NICHT gilt.
Infolgedessen kann Microsoft auf alle Daten zugreifen und alle Inhalte lesen und auswerten!
Auf diesem Weg möchte man Funktionen zur Verfügung stellen, die es in dieser Art bei anderen Anbietern (u.a. Gmail, iCloud, IMAP) nicht gibt, teilt Microsoft als Begründung mit. Tests und Mitschnitte der übermittelten Daten konnten jedoch belegen, dass die Zugangsdaten zu anderen E-Mail-Adressen bereits beim Anlegen des Kontos als Klartext innerhalb eines Tunnels zu Microsoft fließen. So hat Microsoft den vollständigen Zugriff auf alle deine Daten in diesem Konto, kopiert (Microsoft nennt dies „synchronisiert“) alle deine Daten auf eigene Server und speichert diese dort. Das ist äußerst bedenklich!
Diese „Funktionen“ wendet Microsoft nicht nur beim eigenen Betriebssystem Windows an. Windows ist nur die letzte Plattform, die umgerüstet wird. Bei den „neuen“ Outlook-Apps für Apple Mac und iPhone, für Android und andere sind diese bereits eingeführt und liefern bereits fleißig Daten zu den Microsoft-Servern.
Das „neue Outlook“ mag zwar kostenlos sein, kann dich jedoch teuer zu stehen kommen, wenn du Microsoft Vollzugriff auf deine E-Mail-Konten und Daten gewährst.
Mit Stellungnahmen auf Anfragen zu diesem Thema hat sich Microsoft bislang (Nov. 2023) zurückgehalten.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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