Recklinghausen-Suderwich. Was hilft am besten bei Erkältungskrankheiten? Na, Hühnersuppe natürlich. Das wussten schon unsere Vorfahren, und heute ist es sogar wissenschaftlich erwiesen. Und doch gibt es dabei einiges zu beachten. Es reicht nicht, im Supermarkt eine Hähnchenbrust zu kaufen und Suppe daraus zu kochen. Warum ist das so? Wir klären auf.
Zunächst einmal brauchen wir ein echtes Suppenhuhn. Ein gutes Suppenhuhn ist ein älteres Huhn, das nach der Schlachtung ein paar Tage abgehängt wird. Das Abhängen des Huhns ist ein Prozess, bei dem das Blut abfließen kann. Dadurch wird das ansonsten zähe Fleisch zarter und natürliches Antibiotikum wird freigesetzt.
Hühnersuppe blockiert im Organismus bestimmte weiße Blutkörperchen, so genannte Neutrophile, die für Entzündungsprozesse mitverantwortlich sind. Neutrophile werden bei Virusinfektionen, so auch bei grippalen Infekten, in großen Mengen freigesetzt.
Außerdem belegt: In Hühnersuppe steckt der Eiweißstoff Cystein. Er wirkt entzündungshemmend und abschwellend auf die Schleimhäute. Zusätzlich enthält Hühnersuppe beträchtliche Mengen des Mineralstoffs Zink – und zwar gebunden an den Eiweißbaustein Histidin. Durch diese Kombination soll das bei Infekten hilfreiche Zink besonders gut resorbierbar sein.
Hühnersuppe enthält Mineralien, Vitamine, Antioxidantien, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die das Immunsystem stärken und die Verdauung fördern
Die Hitze der Suppe hilft, die Schnupfenviren zu bekämpfen. Diese sind sehr hitzeempfindlich. Das Carnosin, was im Hühnerbrustfleisch enthalten ist, fördert die Immunabwehrkräfte und der heiße Dampf der Suppe wirkt ähnlich wie ein Dampfbad und befeuchtet die Nase von innen, macht die oberen Atemwege frei. Im Orient und Japan isst man die Hühnersuppe auch, wenn man ein Kreislaufproblem hat. Hühnersuppe senkt erwiesenermaßen deutlich den erhöhten Blutdruck! Und Hebammen empfehlen bis heute Hühnersuppe zur Stärkung nach der Entbindung.
Der Unterschied zwischen einem Suppenhuhn und einem normalen Huhn ist übrigens ganz einfach. Suppenhühner sind keine Masthühner, sondern Legehennen außer Dienst, meistens zwischen 12 und 15 Monate alt. Sie bringen in der Regel um die 2 kg und mehr auf die Waage und ihr Fleisch hat einen hohen Fettanteil, der für die Hühnerbrühe einen intensiven Geschmack liefert.
Für unsere Hühnersuppe kaufen wir uns also ein gutes Suppenhuhn. Das bekommen wir am besten bei unserem Metzger, denn wir achten darauf, dass unser Huhn auch keine Schadstoffe enthält oder von sehr weit herkommt, der Umwelt und uns selbst zuliebe. Der Metzger verkauft dir auch ein halbes Huhn, wenn dir ein Ganzes zu viel ist.
Wie kochen wir nun unsere Hühnsuppe?
Da das Fleisch ziemlich zäh ist, musst du gute 2 Stunden Garzeit rechnen. Ein Schnellkochtopf kann helfen die Garzeit zu verkürzen. Du kannst auch 1 bis 2 Zwiebeln (mit Schale) einmal durchschneiden und als erstes im Topf scharf anbraten, kann ruhig fast schwarz werden. Dann die Zwiebeln mit dem Huhn mit garen. Das ist gut für den Geschmack und vor allem für die schöne gelbe Farbe. Ein Stück Ingwer gibt der Suppe einen feinscharfen Geschmack und verstärkt die Wirkung im Kampf gegen die Erkältungsviren.
Außerdem brauchst du Suppengemüse wie Lauch, Möhren, Sellerie, Pastinaken, Blumenkohl, Petersilienwurzel, ganz nach deinem Geschmack. Lorbeerblätter, Salz und Pfeffer dürfen nicht fehlen. Es ist sehr wichtig, dass Du das Suppenhuhn mit kaltem Wasser aufsetzt und langsam erhitzt. Sonst gerinnt das wertvolle Eiweiß im Inneren, bevor es alles Gute abgegeben hat. Deine Hühnersuppe sollte ohne Deckel einfach ganz lange vor sich hin sieden. Die aufsteigenden Trübstoffe immer abschöpfen, damit die Suppe schön klar wird.
Was du noch wissen solltest ist, dass das Suppenhuhn-Fleisch durch das Kochen auf keinen Fall super zart wird, sondern immer einen gewissen Biss behält. Es bildet als Einlage auf jeden Fall das i-Tüpfelchen der gesunden Brühe. Wenn du nicht alles als Einlage verwenden möchtest, kannst du die Reste vom Suppenhuhn-Fleisch auch in einem Hühnerfrikassee oder Geflügelsalat verarbeiten. Das Hühnerfleisch nimmst du nach der Garzeit aus dem Topf. Entfernst die Hühnerhaut vom Fleisch und trennst mit einem kleinen Fleischmesser von den Knochen und vom Knorpel. Ich schneide die Fleischstücke immer gleich in mundgerechte Stücke. Das mitgekochte Gemüse kannst du entfernen.
Danach kannst du Suppengemüse deines Geschmacks kleinschneiden und in der Hühnerbrühe kochen, zusammen mit Suppennudeln oder Reis, ganz wie du es am liebsten magst. Auch Griesklößchen passen gut, und auf jeden Fall frische Kräuter wie Petersilie und Schnittlauch.
Die Suppe kannst du problemlos portionsweise einfrieren. Im Kühlschrank hält sie sich bis zu drei Tage.
Quelle: Das Geheimnis der Hühnersuppe - W wie Wissen - ARD | Das Erste
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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