Recklinghausen-Suderwich. Borretsch gehört zu den Kräutern, die kulinarisch völlig unverdient ein Schattendasein führen. Dabei sieht die Pflanze nicht nur hübsch aus, sie schmeckt auch klasse und versorgt außerdem unseren Körper mit wichtigen Inhaltsstoffen.
Das solltest du über Borretsch wissen
Mal ehrlich – wer kennt schon Borretsch? Wenn wir die leuchtend blauen Blüten am Wegesrand sehen, denken wir vielleicht eher an ein hübsches „Unkraut“. Und tun damit dem früher mal sehr bekannten Küchenkraut bitter Unrecht. Wer Borretsch kennt, weiß aber auch, dass man sowohl mit seinen Blättern als auch mit den Blüten kulinarisch ausgesprochen viel anstellen kann.
Wie gesund ist Borretsch?
Ätherische Öle, Mineralstoffe (besonders Kalzium) und eine gute Portion Vitamin C machen Borretsch zum Powerkraut. Beachtlich ist auch sein Gehalt an Saponinen. Diese sekundären Pflanzenstoffe „putzen" nicht nur den Körper von innen, sie spielen vor allem eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel: Saponine blockieren gewissermaßen die Poren der Darmschleimhaut so, dass schädliches Cholesterin aus der Nahrung sie nicht mehr passieren kann und ungenutzt einfach wieder ausgeschieden wird. Nicht zuletzt deshalb ist es eine gute Tradition, Borretsch unter anderem auch bei eher fetten und cholesterinreichen Gerichten als Würzkraut einzusetzen.
Wichtig: Borretsch enthält kleine Mengen verschiedener Pyrrolizidinalkaloide, die als toxisch für die Leber gelten. Daher ist nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung ein regelmäßiger Genuss von Borretsch nicht zu empfehlen. Ein gelegentlicher Verzehr jedoch gilt als unbedenklich, genauso wie der Verzehr der Blüten und Samen.
Borretsch am besten im eigenen Garten oder an nicht befahrenen Wiesen und Wegen sammeln. Die Blüten nicht waschen, nur ausschütteln und gleich verzehren.
Wie bereitest du Borretsch zu?
Traditionell mischt man die gehackten Blätter zum Beispiel unter Hackfleischteig, Salate, Eintöpfe, Suppen, Gemüse- und Eiergerichte. Mit gehacktem jungem Borretsch lassen sich aber auch Saucen aller Art, Quark, Kräuterbutter, Pilzgerichte und Füllungen abrunden. Die großen Blätter von Borretsch kannst du wie Spinat oder Mangold zubereiten. Aus den blauen Borretschblüten lässt sich eine süße essbare Deko für Desserts, Eis, Torten und Törtchen zaubern. Auch sommerlichen Salaten oder Drinks geben sie das gewisse Etwas.
Unser Rezept: Frittierte Essblüten
1 Handvoll Löwenmäulchen, 1 Handvoll essbare Orchideenblüte, 1 Handvoll Veilchenblüten, 1 Handvoll Borretschblüten, 1 Handvoll Zucchiniblüten, 120 g Speisestärke, 2 TL Backpulver, 2 Eiweiß, 200 ml Öl, 100 ml Teriyakisoße, 1 EL Sesam.
Zubereitung: Blüten vorsichtig ausschütteln, Speisestärke oder Reismehl mit Backpulver und 120–160 ml kaltem Wasser glatt rühren. Eiweiß steif schlagen und unterheben. Öl auf 180°C erhitzen (um einen eingetauchten Holzlöffelstiel herum steigen bei dieser Temperatur Bläschen auf). Blüten durch den Teig ziehen und portionsweise knusprig frittieren. Herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Zum Servieren Teriyakisauce mit etwas Sesam mischen und in Schälchen füllen, mit dem Tempura auf Platten anrichten.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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