Recklinghausen-Suderwich. LEDs verbrauchen nur wenig Strom – selbst wenn sie beim aktuellen Energielabel eher schlecht eingestuft sind. Wir sagen euch, was nach Ansicht der Verbraucherzentrale bei der Auswahl von Lampen wichtig ist.
Das Wichtigste in Kürze
Packungsangaben: Worauf du achten solltest
Seit Anfang März 2023 dürfen auf den Verpackungen und in der Werbung nur noch die aktuell gültigen Energie-Effizienzlabel abgebildet werden. An den Labels kannst du ablesen, wie der Stromverbrauch einer Lampe eingestuft wird.
Die Effizienzklassen liegen zwischen A und G. Plus-Klassen gibt es keine mehr. Selbst Lampen, die in einer der unteren Effizienzklassen, also im roten Bereich landen, sind noch immer sehr sparsam. Das liegt daran, dass heutige Lampen so effizient sind, dass schon kleine Unterschiede in Helligkeit und Verbrauch zu einer anderen Effizienzklasse führen.
Wenn dir Nachhaltigkeit wichtig ist, achte darauf, dass bei Leuchten die einzelnen Leuchtmittel möglichst austauschbar sind. Unabhängige Produkttests, beispielsweise von der Stiftung Warentest, geben zusätzliche Hinweise auf den Energieverbrauch.
Helligkeit - Lumen
Die Helligkeit ist bei der Auswahl ein sehr wichtiges Kriterium. Sie wird in Lumen (lm) aufgeführt und ist heute eine der wichtigsten Angaben auf der Lampenverpackung. Denn damit kannst du verschiedene Helligkeitsgrade miteinander vergleichen. Je höher der Lumenwert (lm) ist, desto heller ist das Leuchtmittel. Eine - inzwischen nicht mehr erhältliche - 60-Watt-Glühbirne oder 42-Watt-Halogenlampe hätte beispielsweise etwa 700 lm.
Leistungsaufnahme - Watt
Die Leistungsaufnahme wird in Watt angegeben und besagt, wie viel Strom die Lampe verbraucht. Dieser Wert ist heute nur noch für die Ermittlung der Effizienz wichtig. Dazu teile den Helligkeitswert Lumen durch Watt (Beispiel: 809 lm/12 Watt = 67,4 lm/Watt). Je höher der Wert ist, desto effizienter setzt die Lampe Strom in Licht um. Auf der Verpackung wird der Verbrauch für 1.000 Stunden in kWh (Kilowattstunden) angegeben.
Farbwiedergabe - CRI oder Ra-Wert
Die Farbwiedergabe wird als CRI (Color Rendering Index) oder auch als Ra-Wert bezeichnet und ist ein Maß für die naturgetreue Wiedergabe von Farbtönen. Der Wert kann maximal 100 erreichen und sollte nicht unter 80 liegen. Je höher der Wert ist, desto besser ist die Farbwiedergabe. Das kann beispielsweise beim Schminken, der Kleidungsauswahl, aber auch im Essbereich wichtig sein.
Lichtfarbe - Kelvin
Die Lichtfarbe wird auf der Packung durch die Farbtemperatur in Kelvin (K) dargestellt. Farbtemperaturen von 2.700-3.300 Kelvin werden als "warmweiß" bezeichnet und zeichnen sich durch einen relativ großen Rotlichtanteil aus (gut für eine gemütliche Atmosphäre). Lichtfarben von über 5.300 Kelvin werden als "tageslichtweiß" bezeichnet, sie haben einen höheren Blaulichtanteil und wirken anregend.
Daher eignen sie sich besonders gut für Arbeitsplätze. LED-Lampen mit sehr hohen Blaulichtanteilen wie sie auch in Monitoren, Mobiltelefonen usw. eingesetzt werden, stehen im Verdacht, Augenschäden zu verursachen, weshalb man nicht zu lange und direkt in Lichtquellen mit hohem Blauanteil schauen sollte.
Lebensdauer
Die Lebensdauer der Lampe wird in Betriebsstunden angegeben. LEDs können manchen Herstellerangaben zufolge 100.000 Betriebsstunden erreichen. Die meisten angebotenen LEDs liegen allerdings darunter, bei etwa 25.000 Betriebsstunden. Das sind bei einer durchschnittlichen Leuchtdauer von 2,7 Stunden am Tag mehr als 25 Jahre.
Schaltfestigkeit
Die Schaltfestigkeit ist vor allem im Treppenhaus und Badezimmer wichtig, wo das Licht häufig an- und ausgeschaltet wird. Auf den Verpackungen steht die Zahl häufig auch unter dem Namen Schaltzyklus und wird häufig mit einem An- und Ausschalter abgebildet. Achte auf eine hohe Anzahl an Schaltzyklen – die Angaben liegen zwischen 15.000 und 100.000. Mindestens 50.000 Mal solltest du die Lampe an- und wieder ausschalten können.
Dimmbarkeit
Beim Einsatz von herkömmlichen Dimmern (Helligkeitsreglern) kann es vorkommen, dass LEDs flackern oder gar nicht leuchten. Denn leider sind die wenigsten Energiesparlampen und LEDs dimmbar. Auch Dimmer haben, ähnlich wie Transformatoren, eine untere Leistungsgrenze. Wird diese unterschritten (häufig in Verbindung mit LEDs), kann es zu den beschriebenen Problemen kommen. Ob du das Leuchtmittel dimmen kennst, erkennst du auf der Verpackung.
Die Hersteller veröffentlichen Listen, aus denen hervorgeht, welche Dimmer mit welchen LEDs harmonieren. Du solltest vorab immer prüfen, ob die gewünschten Dimmer mit LEDs kompatibel, also funktionstüchtig sind.
Transformator-Eignung
Viele Lampensysteme funktionieren mit Transformatoren. Auf diesen Trafos ist eine Mindestlast (in Watt oder VA) verzeichnet. Wird diese Mindestlast nicht erreicht, z.B. wenn alle Halogenleuchtmittel durch LEDs ersetzt werden, kann es vorkommen, dass ein Lampensystem nicht mehr richtig funktioniert. LEDs brennen dann meist entweder gar nicht oder sie fangen an zu flackern. Daher kann es sein, dass du das gesamte Lampensystem austauschen musst.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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