Recklinghausen-Suderwich. Kapuzinerkresse vereint guten Geschmack, schöne Blüten und Heilkraft, gedeiht auch im Schatten, auf dem Balkon wie im Garten und braucht kaum Pflege. Sie lässt sich leicht anpflanzen und hält Fressfeinde wie Insekten und Schnecken ab. Darüber hinaus ist sie eine breitenwirksame Heilpflanze und wirkt wie natürliches Antibiotikum.
Anbau
Die Kapuzinerkresse ist eine ziemlich anspruchslose Pflanze, die sich leicht im Kräutergarten oder auf dem Balkon anpflanzen lässt. Der Standort für das beste Wachstum ist sonnig, wobei auch Halbschatten vertragen wird. Der Boden sollte nährstoffreich und leicht feucht sein. Düngen ist nicht nötig. Du kannst die Samen etwas in die Erde drücken und angießen. Sie verträgt keinen Frost, also erst nach den Eisheiligen einsäen.
Heilwirksamkeit
Kapuzinerkresse liefert Senfölglykoside, Eisen, Kalium und Magnesium. Dazu Schwefel und Phosphor sowie Vitamin C. Damit passt sie zu einer gesunden Ernährung. Ihr scharfer Geschmack zeigt die vorhandenen Senfölglykoside. Diese dienen dazu, Mikroben abzuhalten, welche die Pflanze schädigen, und wirkt gegen Bakterien, Pilze und Viren. Senfölglykoside wirken gegen Staphylokokken, Kolibakterien und sogar gegen Grippeviren.
Wissenschaft
In Umschlägen auf der Haut regt sie die Durchblutung an. Die Glykoside werden vom Körper durch Enzyme aufgespalten, und diese Benzylsenföle reizen das Gewebe. Laut einer wissenschaftlichen Studie der Professorin Sigrun Chubarik-Hausmann vom Institut für Rechtsmedizin in Freiburg im Breisgau wirkt Kapuzinerkresse zusammen mit Meerettichwurzel wie ein Breitband-Antibiotikum. Eine Kombination aus beiden ist seit mehr als einem halben Jahrhundert ein Mittel gegen Erkältungskrankheiten und Harnwegsinfektionen.
Gemeinsam mit anderen Inhaltsstoffen der Pflanze wirken sie außerdem antientzündlich, antioxidativ, gegen Krämpfe und als Stimulation des Immunsystems. Auf diesen Wirkungen beruht der rationale Einsatz der Kombination bei Atemwegsinfektionen wie Rhinitis, Sinusitis, Bronchitis. Das in der Kapuzinerkresse vorhandene Senfölglykosid Glucotropaeolin (GTL) kommt ansonsten in Gartenkresse und Knoblauchranke vor. Auch in Meerrettichbaum und Maca ist es enthalten.
Rezepte
In der Naturküche ist Kapuzinerkresse ein Star im Wildkräutersalat. Sie lässt sich zum Beispiel gut kombinieren mit Giersch, Mangold, Spinat, Feldsalat, Tomaten, Gurken und Kürbissen. Weniger bekannt, aber superlecker ist ein Blütensalat. Dazu kannst du die Blüten der Kapuzinerkresse mit Margariten, Löwenzahn und Gänseblümchen kombinieren.
Ebenfalls ungewöhnlich ist ein Salat in Kombination mit Mangofrüchten. Dazu schneidest du die Früchte in kleine Würfel, von der Kapuzinerkresse und von der Minze rupftst du die Blätter ab und servierst ihn mit einem leckeren Dressing aus Olivenöl und Balsamicoessig.
In Kräuterbutter macht sich Kapuzinerkresse sehr gut, vermischt mit anderen Gartenkräutern. Empfehlenswert ist auch ein Pesto aus Kapuzinerkresse. Dazu mixt du Blätter und Blüten mit Öl, Salz, Pinienkerne und Parmesan.
Für eine Suppe kannst du zum Beispiel junge Brennnesselblätter, Kartoffeln, Möhren, und Giersch. Dann gibst du in die fertige Suppe Kapuzinerkresse und pürierst alles im Mixer. Bei Suppen mit Kapuzinerkresse sind die Möglichkeiten immens. Du kannst als Grundlage Kartoffeln, Möhren, Erbsen, Linsen oder Kichererbsen nehmen. Zum Würzen eignet sich Liebstöckel und Majoran.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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