Recklinghausen-Suderwich. Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist eines unserer häufigsten Wildpflanzen, aber auch eine wichtige Arzneipflanze. Bereits in der Antike sowie auch im Mittelalter wurde das markante Kraut mit seinen spitzen Blättern verwendet. In unserer heutigen Zeit wird dem Wegerichgewächs wieder mehr Beachtung geschenkt, vor allem zur Linderung von Erkältungsbeschwerden.
Wie er wächst
Der Spitzwegerich ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze. Die Wuchshöhe beträgt in der Regel zwischen 10 bis zu 60 cm. Wesentlich mächtiger ist der unterirdische Wurzelstock, der bis zu 60 cm tief in den Boden reicht.
Du findest ihn auf Wiesen und Wegrändern. Sammele bitte nur dort, wo keine Autos und keine Hunde vorbeikommen. Die Blätter des Spitzwegerichs sind in Form einer bodenständigen Rosette angeordnet. Auffällig an den mittelgrünen, ca. 10 bis 20 cm langen Blätter sind die deutlich erkennbaren Blattrippen. Diese fünf bis sieben Rippen verlaufen parallel zueinander und treffen am Blattende zusammen.
Die Blütezeit
Sie findet meist von Mai bis September statt. Aus der Rosette wachsen mehrere, bis zu 30 cm hohe Blütenstengel, die von stabilem, kräftigem Wuchs sind und aufrecht stehen. Das Ende des Blütenstengels wird von einer Ähre gebildet, welche die Gestalt eines länglichen Ovals aufweist. Zur Blütezeit sprießen aus der Blütenähre zarte Staubfäden mit weißgelben Staubblüten.
Heilwirkungen
Heilwegerich wird unser Spitzwegerich auch genannt. Er findet Anwendung vor allem im Bereich der Erkältungskrankheiten, wird aber auch eingesetzt bei Blasen- und Nierenbeschwerden, Tuberkulose, Epilepsie und Fieber. Auch äußerlich angewendet ist er ein Gewinn und hilft bei Wundheilung, Insektenstichen, Schwellungen, Nesselsucht und Sonnenbrand.
Du kannst eine Tinktur herstellen, indem du eine Handvoll Blätter in Alkohol (Rum oder Brand) einlegst, einige Wochen ziehen lässt. Danach abseihen und in kleine Fläschchen geben. Ich habe immer ein kleines Fläschchen dabei, wenn wir unterwegs sind.
Du kannst auch, wenn du unterwegs von einem Insekt gestochen wirst, ein Blättchen vom Spitzwegerich pflücken, einrollen und kräftig dabei drücken und auf die Haut legen, mit einem Pflaster umwickeln. Spitzwegerich unterbindet den Juckreiz und verhindert, dass an der Einstichstelle Entzündungen entstehen.
Am häufigsten wird das Heilkraut bei Erkältungsbeschwerden, chronischer und akuter Bronchitis und hartnäckigem Husten verwendet. Die häufigste Anwendung ist jedoch der Spitzwegerichtee. Damit die arzneilich bedeutsamen Stoffe von Nutzen sind, sollte Tee abgedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen gelassen werden. Mit einem solchen Tee kann auch gegurgelt werden, was sich bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum anbietet. Auf die antiseptische Wirkung vertrauen auch einige Heilsalben. Außerdem eignet sich abgekühlter Spitzwegerichtee als Gesichtswasser bei unreiner Haut.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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