Recklinghausen-Suderwich. Der beste Sonnenschutz in der warmen Jahreszeit ist die Kleidung. Wer spezielle UV-Schutz-Textilien sucht, kann dabei schnell den Überblick verlieren. Die Verbraucherzentrale NRW hat sie mal in die Sonne gehalten.
Das Wichtigste in Kürze
Erschreckende Zahlen
Rund 140.000 Deutsche erkranken jährlich an Hautkrebs - Tendenz steigend. Eine der Hauptursachen sind zu lange, ungeschützte Sonnenbäder. Besonders schlimm: Jugendliche finden Braunsein klasse und nehmen dafür sogar einen Sonnenbrand in Kauf. Und das rächt sich. Denn so sehr unser Körper die Sonne braucht, so schädlich ist zu viel davon.
Vor allem die Haut von Kindern und Jugendlichen ist besonders gefährdet. Zum einen ist sie noch dünner, zum anderen kann sie sich noch nicht so gut selbst schützen. Also muss man nachhelfen. Der beste Schutz ist, die Sonne zu meiden oder zumindest nicht so lange zu brutzeln.
Auch im Schatten haben die Strahlen noch eine gemeine Kraft.
Der beste Schutz ist, die vor allem die strahlungsintensive Mittagssonne zu meiden nach dem Motto “Between eleven and three stay under a tree“. Die zweitbeste Möglichkeit ist, den Körper abzudecken – sprich: geeignete Kleidung zu tragen.
Shirt als natürlicher Schutz
Zunächst einmal: Jedes Kleidungsstück ist eine Barriere für die Sonne. Je enger der Stoff gewebt ist, desto besser. Leichte, transparente Gewebe, wie man sie im Sommer gerne trägt, lassen aber häufig zu viel Strahlung durch! Außerdem haben Forscher der Universität Bochum herausgefunden: Je dunkler die Farben sind, desto besser ist der Schutz.
Ein kräftiges Rot und Grün sind am wirksamsten. Und: Polyester ist im Vergleich zu Baumwolle die bessere Sonnenabwehr. Für besonders empfindliche Menschen kann Extra-UV-Schutz-Kleidung sinnvoll sein.
Extra-Klamotten
Es gibt verschiedene Arten von UV-Schutz-Kleidung: Viele Hersteller weben einfach die Stoffe besonders eng. Sie benutzen bestimmte Farben und Stoffe (Kunstfasern), um die Sonnenstrahlen zu blocken. Andere bringen in Form von Chemie zusätzlichen UV-Schutz in die Kleidung.
Der große Nachteil hierbei ist, dass sich die chemischen Substanzen auswaschen können und somit nicht mehr wirken. Gängiger sind daher physikalische Methoden, Textilien UV-fest zu machen - zum Beispiel durch Titandioxid. Kleine Pigmente, auch Nanopartikel genannt, wehren die UV-Strahlung ab.
Die Partikel werden bereits bei der Herstellung in die Fasern eingeschmolzen und können nicht abgerieben oder ausgewaschen werden. Fest eingebunden in die Kleidung, können die kleinen Teilchen nicht in die Haut eindringen und die Gesundheit gefährden.
Der UV-Schutzfaktor
Man kennt es vom UV-Schutzfaktor bei Sonnencreme: Der gibt an, wie viel länger man mit Creme in der Sonne bleiben darf als ohne. Das ist typabhängig!
Mit sehr blasser Haut und hellen Haaren sind es zum Beispiel höchstens fünf Minuten. Bei Sonnenschutzfaktor 20 wären es 100 Minuten; davon sollen aber nur zwei Drittel ausgeschöpft werden. Das wäre also rund eine Stunde. Die UV-Schutzangabe bei Kleidung ist vergleichbar mit dem Lichtschutzfaktor von Sonnenschutzcreme. Textilien schützen aber in der Regel besser: Cremt man sich mit Sonnencreme beispielsweise zu dünn oder ungleichmäßig ein, wirkt sie nicht so gut. Außerdem spülen bzw. reiben Wasser oder Sand die Creme ab.
UV-Schutz-Labels
Einige Firmen lassen ihre UV-Schutz-Kleidung zertifizieren. Es gibt unterschiedliche Labels, die an das T-Shirt oder die Kappe geheftet werden. Auch bei Strandmuscheln oder Sonnenschirmen könnt ihr auf diese Label achten. Vor allem drei Kennzeichen sind bei uns zu finden.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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