Recklinghausen-Suderwich. Dinkel, auch Dreikorn, Spelz, Seplt, Fesen, Vesen oder Schwabenkorn genannt, zählt neben Einkorn und Emmer zu den frühesten kultivierten Getreidesorten der Menschheit. Dinkel ist ein enger Verwandter des Weizens und ist schon mindestens 8.000 Jahre alt.
Dinkel war früher das wichtigste Getreide und wurde hochgeschätzt. Vor 150 Jahren wurden in Deutschland noch rund 400.000 Hektar Land mit Dinkel bewirtschaftet, heute sind es nur noch rund 10% der Fläche. Um sich vor Missernten zu schützen, begannen die Menschen, einen Teil des Dinkels noch unreif zu ernten und ihn zu darren, also über Feuer zu trocknen. Der daraus entstandene Grünkern kann nicht mehr verbacken werden aber er eignet sich zu Suppen, Brei oder Grünkern-Bratlingen.
Dinkel, so heißt es bei der heiligen Hildegard von Bingen (1098 – 1179), ist das "beste Korn", es "macht seinem Esser rechtes Fleisch und rechtes Blut, frohen Sinn und freudig menschliches Denken".Was die Äbtissin, Heilkundige und Naturforscherin vor langer Zeit längst wusste, ist heute wissenschaftlich nachgewiesen: Dinkel hat mehr Mineralstoffe und Vitamine zu bieten als der beste Weizen. Sein hoher Gehalt an Kieselsäure wirkt sich positiv auf Denkvermögen und Konzentration sowie die Gesundheit von Haut und Haaren aus.
Menschen, die an Weizenallergie leiden können unter Umständen problemlos Dinkelprodukte essen. Zöliakie-Patienten hingegen sollten auch Dinkel meiden.
Heutzutage erfreut sich Dinkel wieder großer Beliebtheit. Als Alternative zum Weizenmehl findet Dinkelmehl beispielsweise Verwendung in Form von Brot und Brötchen, aber auch in Pizzateig, Nudeln oder Keksen. Dinkelmehl ist in vielen Supermärkten sowie im Reformhaus erhältlich, sodass jeder seine Rezepte für Dinkelnudeln, Dinkelkekse oder Vollkorn-Dinkelbrot zu Hause selbst verwirklichen kann.
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Neben Hildegard von Bingen begeisterte sich auch Pfarrer Sebastian Kneipp für dieses Getreide. Er benutzte gerösteten Dinkel wegen seiner wertvollen Eigenschaften als Kaffeeersatz – der "Muckefuck", wie sein Dinkelkaffee im Volksmund später genannt wurde, war entstanden. Dinkelkissen gegen Schmerzen. Schließlich ist auch der vom Korn abgetrennte Spelz kein Abfallprodukt: Als Kissenfüllung gilt er schon seit Hildegard von Bingens Zeiten als Mittel zur Schmerzlinderung und Entspannung. Solche Dinkelkissen werden sowohl als Wärmekissen als auch als anpassungsfähige Kopfkissen geschätzt, beispielsweise bei Rheuma und Verspannungen.
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