Recklinghausen-Suderwich. Geröstet, gewürzt, als Locken oder Flips: Die Erdnuss ist als Knabberei sehr beliebt und darf auf fast keiner Party fehlen. Und obwohl Erdnüsse eigentlich gar keine Nüsse sind, werden sie als solche bezeichnet und in puncto Nährwerte, Kalorien und gesunder Wirkung gerne mit echten Nüssen verglichen. Wir klären auf.
Sind Erdnüsse ungesund?
Die Erdnuss gilt aufgrund ihres hohen Nährstoffgehalts als gesundes Lebensmittel. Sie beinhaltet zudem kein Cholesterin und verfügt über gute Fette. Ungesund ist sie nur für Personen mit einer Allergie gegen Erdnüsse, oder wenn sie schimmelig ist, denn die Giftstoffe aus dem Schimmelpilz gelten als krebserregend.
Sollten die Nüsse also mal pelzig schmecken, auf keinen Fall mehr essen. Du solltest auch nicht zuviel verzehren, weil sie sehr kalorienreich sind. Kleine Kinder sollten keine ganzen Erdnüsse essen, weil sich die Nuss aufgrund ihrer Größe in die Luftröhre setzen und dies zum Ersticken führen kann. Auch Menschen mit einer Histaminintoleranz sollten auf Erdnüsse verzichten.
Kalorien und Nährwerte
100 Gramm geröstete Erdnusskerne enthalten durchschnittlich 48 Gramm Fett, 30 Gramm Eiweiß und 8 Gramm Kohlenhydrate.
Pro 100 g Erdnusskerne sind 590 Kcal enthalten und 12 g Ballaststoffe. Zudem Vitamin B1, B3, E, Magnesium, Zink, Arginin – ein Aminosäure, die die Insulinresistenz und den Blutdruck verbessern kann, sowie Resveratrol, eine Phenolsäure, die ein starkes Antioxidans ist und krebsvorbeugend wirkt. Außerdem enthält die Erdnuss einen guten Anteil an gesunden Fetten, nämlich 48 %, Ölsäure, Linolsäure, Omega-3-Fettsäuren. Erdnussöl zeichnet sich durch seine lange Haltbarkeit aus und kann hocherhitzt werden.
Gefährliche Allergie
Bestimmte Eiweiße in der Erdnuss können heftige allergische Reaktionen auslösen. Bei Kindern stehen die Nüsse sogar an erster Stelle als Ursache eines anaphylaktischen Schocks (Anaphylaxie), einer sehr schweren, lebensbedrohlichen Form der Allergie. Dafür reichen manchmal schon äußerst geringe Mengen der Erdnuss von einem Milligramm.
Zu den Symptomen zählen
Kribbeln und Anschwellen von Mund- und Rachenschleimhaut, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Schnupfen oder asthmatische Beschwerden bei anaphylaktischem Schock: Atemnot und Kreislaufstillstand.
Bei bekannter Allergie gegen Erdnüsse muss daher unbedingt auf den Genuss verzichtet werden. Zudem ist die Zutatenliste von Lebensmitteln aufmerksam zu lesen. Hersteller sind verpflichtet, Produkte, die Spuren von Erdnüssen enthalten können, deutlich zu kennzeichnen. Darüber hinaus sollte ein Notfallset jederzeit zur Verfügung stehen. Dieses besteht aus drei wichtigen Medikamenten: einer Injektion mit Adrenalin, einem Kortikosteroid (Kortison) und einem Antihistaminikum.
Treten nach dem Verzehr von Erdnüssen eine oder mehrere Beschwerden auf, die auf eine Allergie hinweisen, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt und im Zweifelsfall der Notruf verständigt werden. Denn eine allergische Reaktion auf Erdnüsse kann schnell gefährlich werden.
Erdnüsse auf dem Speiseplan
Die Erdnuss ist keine echte Nuss, sondern eher eine Hülsenfrucht. Deswegen wird sie nur geröstet angeboten. Das Rösten macht sie verdaulich, länger haltbar und verleiht ihr den typischen würzigen Geschmack. Du kannst sie als Snack bei einer Party oder beim Fernsehabend, in gehackter Form zum Verfeinern von Frucht- und Gemüsesalaten, grob gemahlen in Panadan, als knackige Zutat in Currygerichten, als würzige Erdnusssoße zu Hähnchen-Spießen oder als Erdnussbutter auf dem Brot. genießen.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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