Recklinghausen-Suderwich. In der Adventszeit bestimmt immer mehr ein Gedanke die Menschen: Sollen wir wieder einen Weihnachtsbaum kaufen und mit Kugeln und Lametta behängen? Oder reizt der Gedanke in diesem Jahr, alles selbst herzustellen.
Schon aus Kostengründen kann man sich nicht jedes Jahr andersfarbige Kugeln für den Baum kaufen. Auch die Frage: Soll diesmal eine Biotanne ins Wohnzimmer, obwohl sie teurer in der Anschaffung ist? Oder bleibt es bei der durchaus beliebten Blautanne und Co? Diese Frage muss jeder selbst beantworten.
Und was ist mit Dekoration?
Eher langweilig, dafür billiger? Oder auch mal was Anderes: knallrote Zieräpfel anstatt Kugeln, selbst gemachte Sternchen aus Pappe oder Holz, kleine, kostengünstige Engelchen aus Sperrholz anstatt aus Porzellan?
Während man sich gute Ideen aus dem Blumen- oder Dekorationsfachgeschäft für die Deko beschaffen kann, darf man bei der Auswahl der roten Schmuckäpfel genauer hinschauen. Sie sollten nicht so groß sein, damit sie die Zweige nicht herunterziehen. Ein langer Stiel erleichtert das Aufhängen an Schnüren oder Bändern. Die Sorte „Purpurroter Cousinot“ (eine alte Apfelmarke, durchaus heute noch auf dem Wochenmarkt erhältlich) erfüllt ihre Rolle perfekt, ob draußen im Garten oder am Weihnachtsbaum im Wohnzimmer. Auf Hochglanz bringt man die Früchte durch Polieren mit einem Tropfen Speiseöl und einem weichen Küchentuch.
Übrigens: Die Idee, den Weihnachtsbaum mit kugelrunden roten Äpfeln zu schmücken, ist alt. Doch damals beliebte Züchtungen sind auch heute noch zu haben. Und der Brauch, den Baum mit Äpfeln zu schmücken, geht auf den Sündenfall in der biblischen Paradiesgeschichte zurück. Verbreitet war die Tradition vor allem in Baden und im Elsass. Aus der Rheinebene stammt übrigens auch eine der ältesten Sorten. Der im Volksmund „Christkindler“ genannte „Rote Zwiebelapfel“ gilt als Vorläufer der gläsernen Christbaumkugel.
Doch wer sich nicht gleich an den Weihnachtsbaum wagt, kann auch mit selbst gemachten Adventskränzen beginnen. Hier helfen Walnüsse, kleine Tannenzweige, Zimtstangen und selbst gebackene Plätzchen oder Apfel- und Orangenscheiben schon weiter.
Ein Beispiel
Ein Birkenast zum Beispiel lässt sich zum effekt- und stimmungsvollen Tischschmuck umfunktionieren: Dazu wird eine Längsseite des Astes zunächst so angesägt, dass dieser stabil auf dem Tisch aufliegt und nicht wackelt. Nun misst man zunächst den Durchmesser der gewünschten Kerzen aus und bohrt anhand dieser Maße vier geringfügig engere Löcher (mindestens zwei Zentimeter tief) auf die Oberseite des Astes. Stecken Sie die Kerzen in die Vertiefungen und achten Sie darauf, dass diese fest und gerade stehen. Das Ganze wird mit Wacholder-Zweigen (günstig vom Floristen; man kann auch grüne Tannenzweige nehmen), getrockneten Apfelscheiben und Plätzchen geschmückt.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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