Recklinghausen-Suderwich. Spitzkohl oder Spitzkraut ist eine Art des Gemüsekohls (Brassica oleracea) und stammt wie der Chinakohl wahrscheinlich aus China. Zwar ist er nah verwandt mit Weißkohl, doch ist Spitzkohl viel zarter und verträglicher als alle anderen Kohlsorten, und ist schon im Frühjahr erhältlich.
Seinen Namen verdankt der Spitzkohl eindeutig seiner Form: Der Wuchs ist locker und kegelförmig, nach oben hin laufen die grün-gelblichen Blätter spitz zusammen. Je länger der Spitzkohl gelagert wird, desto mehr verfärbt sich er ins Gelbliche. Beim Kauf sollte man deshalb auf die grüne Farbe achten.
100 Gramm Spitzkohl haben nur 20 Kilokalorien (kcal) beziehungsweise 83 Kilojoule. Darüber hinaus enthält das Gemüse viele gesunde Inhaltsstoffe: Die Vitamine B1 und B2 unterstützen den Körper bei der Verarbeitung von Kohlenhydraten, Eiweiß und Fetten und spielen damit eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel.
Betakarotin ist ein sekundärer Pflanzenstoff. Durch seine antioxidative Wirkung beugt er Zellschädigungen vor. Kalium ist als Mineralstoff wichtig für die Funktion des Herz-Kreislaufsystems. Weiterhin enthält Spitzkohl einen hohen Anteil an Vitamin K, das für die Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielt.
Wie alle Kohlarten verfügt auch der Spitzkohl zudem über einen hohen Ascorbigen-Gehalt. Daraus entwickelt sich beim Kochen Vitamin C. Vitamin C ist für zahlreiche Körperfunktionen wichtig. So wird es für den Aufbau von Knochensubstanz benötigt und wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus. Bei der Zubereitung von Spitzkohl sollte man zu langes Kochen vermeiden, da das Gemüse sonst seinen zarten Geschmack einbüßt. Eine schonendere Form der Zubereitung hingegen ist kurzes Blanchieren oder Dünsten der Blätter.
Generell sollte man Spitzkohl nur kurz, das heißt maximal eine Woche lagern. Denn das Gemüse kann bereits nach ein paar Tagen seine Vitamine und den Geschmack verlieren. Am besten dunkel und kühl oder besser gleich im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren. Kleiner Tipp: Der Spitzkopf hält sich länger, wenn er in ein feuchtes Tuch eingewickelt wird
Zwei Rezepte
Wir stellen dir hier zwei Rezepte vor, einmal das beliebte Hackfleisch-Spitzkohl-Pfanne und einmal eine vegetarische Variante.
2 kleine Spitzkohlköpfe
500 Gramm Hackfleisch
2 Zwiebeln
Öl
Pfeffer und Salz
Paprikapulver
je nach Geschmack Brühe und Saucenbinder
Das Hackfleisch anbraten und kleingeschnittenen Spitzkohl und Zwiebeln hinzufügen. Der Spitzkohl darf nur eine ganz leichte braune Färbung erhalten. Mit Gewürzen abschmecken und nach Belieben Brühe oder Saucenbinder verwenden. Als Beilage eignen sich Kartoffeln.
Auch im Spitzkohl-Auflauf macht sich Hackfleisch gut. Statt Kartoffeln kann man hier auch mal ein Rezept mit Bandnudeln ausprobieren: Nur noch etwas Crème Fraiche, Saucenbinder, Rinderbrühe, Wasser, Salz, Pfeffer und Paprikapulver hinzufügen und vor dem Backen mit Käse bestreuen.
Für Vegetarier:
Vegetarier wissen nicht nur rohen Spitzkohlsalat zu schätzen, auch herzhaftere Spitzkohl Rezepte lassen sich problemlos ohne Fleisch zaubern. Wer auf das klassische Spitzkohl-Hackfleisch-Rezept verzichten und das Gemüse lieber in vegetarischer Form zubereiten möchte, muss nur eine feingehackte Zwiebel in einem Topf mit Butter glasig dünsten, einen halben Becher Schlagsahne hinzufügen und das ganze etwa 10 - 15 Minuten einkochen lassen.
In der Zwischenzeit den Spitzkohl in breite Streifen schneiden und in kochendem Salzwasser fünf Minuten lang blanchieren. Die Zwiebel-Sahnesauce wird nun mit einem Eigelb verquirlt und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Anschließend kann der Spitzkohl untergehoben werden. Für die kalten Tage eignet sich auch hervorragend Spitzkohlsuppe mit unterschiedlichem Gemüse. Auch Obst-Freunde kommen auf ihre Kosten: Anstatt Gemüse kann man sich beispielsweise an einem Spitzkohleintopf mit Birnen oder getrockneten Aprikosen ausprobieren.
Mehr zum Thema: https://www.gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/gemuese/spitzkohl
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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