Recklinghausen-Suderwich. Die Idee ist nicht neu. Was früher in Papierform verbreitet wurde, wird heute in digitaler Form als E-Mail oder über WhatsApp, Facebook oder andere Messenger verbreitet. Alle haben jedoch eines gemeinsam: Sie gehören in den Papierkorb!
Kurz das Wichtigste
Kettenbriefe kommen via E-Mail und in den sozialen Medien als Nachrichten oder Posts. Du sollst Geld bezahlen oder wichtige Dateien löschen. Auf jeden Fall sollen sie Angst verbreiten.Lösche solche E-Mails, ohne auf die Forderungen einzugehen oder sie weiterzuleiten. In den sozialen Netzwerken solltest du den Betreiber darüber informieren.
Über WhatsApp wurde kürzlich die Nachricht versandt, man würde einen Gutschein eines Modehauses erhalten, wenn sie an zehn weitere Empfänger gesandt würde, dann einem Link folgen und seine Adressdaten eingegeben würden. Den Gutschein gab es nicht, die Linkadresse hatte kein Impressum und hinterließ auch sonst keinen vertrauenserweckenden Eindruck. Eine Vielzahl unerwünschter Werbung, eine Spam-Flut oder sogar Identitätsdiebstahl wären mögliche Folgen beim Besuch dieser Seite.
Mit einer E-Mail wurde von der Krebserkrankung eines kleinen Mädchens berichtet, welche eine dringende Knochenmarksspende benötigt. Es wurde aufgefordert, diese E-Mail an möglichst viele andere weiterzuleiten. Tränendrüsenfaktor garantiert. Dieses kleine Mädchen existierte nicht und es handelte sich um einen typischen Kettenbrief. Solche kommen in gleicher oder ähnlicher Art auch über Messenger, wie WhatsApp oder soziale Netzwerke, wie z.B. Facebook. Aber auch die Variante als Warnung vor „Andrea Wilson“ oder „Ute Christoff“, die angeblich als Virus alle Dateien löschen, wenn man ihre Kontaktanfragen annehmen würde, sind nicht unbekannt.
Warnung, Horror und Löschempfehlung
Spam-Nachrichten, wie „Grusel-Goofy“ sind derzeit weit verbreitet und verursachen oft Schlagzeilen in den Medien. Auf Plattformen, wie Instagram, WhatsApp und TikTok wird zu Challenges aufgerufen. Dazu werden unter anderem Profile wie „Jonathan Galindo“ verwendet. Die Polizei warnt vor den dort ausgerufenen Aufgaben, da sie tödlich enden können. Daher ist es nicht nur damit getan, solche Nachrichten bei den Netzwerken zu melden, sondern auch bei der Polizei. Denn bereits die Drohung mit Gewalt wird strafrechtlich verfolgt. Darüber hinaus kursieren Erzählungen (wie z.B. HIV-positive-Nadeln auf Kinositzen oder in Bussen zu platzieren) von Mailbox zu Mailbox oder in sozialen Netzwerken.
Manche Kettenmails basieren auf dem Pyramiden-System, welches fordert, dass ein Geldbetrag (oder Buch, Kaugummi, etc.) an die erste Adresse gesendet wird. Man verspricht, dir irgendwann die erste Adresse einzunehmen und somit viel Geld zu erhalten. Dabei handelt es sich um ein (ohnehin nicht funktionierendes und strafbares) „Schneeballsystem“. Noch häufiger kursieren sog. Hoaxes (Falschmeldungen) in den Kommunikationswegen. Auch wenn hier Geld nicht im Mittelpunkt steht, richten diese große Schäden an, wenn sie z.B. auffordern, wichtige Dateien zu löschen. Dazu werden diese Meldungen gerne als Nachricht eines seriösen Unternehmens (Mobilfunkanbieter, Softwareunternehmen) getarnt. Da Kettenbriefe bei den meisten Providern verboten sind, kannst du diese dort melden.
Durch Facebook & Co haben Kettenbriefe in den vergangenen Jahren ein grandioses papierloses Comeback feiern können, denn auch hier sind vermeintliche „Witzbolde“ unterwegs, die solchen Unfug posten. So etwas solltest du NIEMALS teilen oder weiterleiten! Auch dort angebotenen „Sicherheitstricks“, „Schockvideos / -bilder von gequälten Tieren“, „Krankheitsberichten von Kindern“ oder „spektakuläre Unfallvideos“, welche angeblich aus Empörung weitergeleitet oder geteilt werden sollten, aber auch bei niedlichen Katzenvideos oder lustigen Tierfotos solltest du NIEMALS teilen oder weiterleiten! Durch die Klickaufforderungen darin ist eine schnelle Verteilung von Viren, Malware und Spyware garantiert.
Richtig üble Kettenbriefe werden derzeit via WhatsApp verbreitet. Dort werden u.a. Todesdrohungen ausgesprochen, diese solltest du keinesfalls weiterleiten. Wer einen Horror-Kettenbrief verfasst oder teilt macht sich strafbar! Stattdessen den Absender einer solchen Nachricht bei der Polizei (Internet-Wachen) zur Anzeige bringen.
Wichtige Hinweise:
Bei der Aufforderung „ …an X Leute weiterleiten…“ sofort alarmiert sein.
Bei Kettenbriefen via Nachricht, Message oder E-Mail – diese ignorieren. Bei Gewaltandrohung Anzeige bei der Polizei erstatten und Provider benachrichtigen.
Niemals Geld überweisen.
Niemals persönliche Daten preisgeben.
Niemals Anhänge oder Links öffnen – sie könnten Viren, Malware oder Spyware enthalten.
Wenn der Absender aus dem Bekanntenkreis stammt, diesem einen Hinweis auf Ketten-Mails zukommen lassen.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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