Recklinghausen-Suderwich. Beim Thema „Sparen“ – gut für das Konto – darf man nicht die damit verbundenen Risiken übersehen. Wir haben ein paar Hinweise zusammengetragen.
Heizwärme reduzieren – Risiko Schimmelbildung
Ja, geht, wenn man sich entsprechend anzieht. Aber ein Mindestmaß an Heizen und Lüften muss sein – sonst steigt das Risiko einer Schimmelbildung an den Wänden. Beim Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und Atmen entsteht Luftfeuchtigkeit. Kalte Luft kann diese schlechter aufnehmen und halten als warme. Die Feuchtigkeit schlägt sich dann an den kältesten Stellen in der Wohnung nieder. Kritisch, wenn das die Wände sind.
Das Risiko für Schimmelbildung an Wänden in genutzten Wohnräumen steigt schon bei 16 bis 18 Grad Celsius massiv. Schimmel kann bestehende Allergien verstärken und neue Allergien auslösen.
Mit Lüften wird die Feuchtigkeit in der Raumluft nach draußen abgeleitet. Das solltest du nicht über lange geöffnete Fenster und Türen machen. Dann kühlen die Wände und Möbel in der Wohnung aus und du musst aufwändig nachheizen. Stoßlüftung reicht: 5 Minuten Durchzug und das 3-4mal täglich. Ansonsten gilt: Raumtemperatur im Wohnzimmer 19-20 Grad, im Schlafzimmer 18 Grad, im Büro 19 Grad.
Wassertemperatur senken
Je nach Personenzahl im Haushalt entfallen auf die Aufbereitung des Warmwassers 8 bis 12 % der Heizkosten. Sparen kann man durch Senken der Vorlauftemperatur und durch kurzes Duschen. Warmwasserbereitung solltest du auf 55- bis 60 Grad erhitzen. Bei dieser Temperatur werden Bakterien (Legionellen), die sich immer im Leitungswasser befinden, abgetötet. Legionellen kannst du mit dem beim Duschen entstehenden Wasserdampf einatmen. Das kann zu einer Lungenentzündung (Legionellen-Pneumonie) führen. Und die ist nicht harmlos!
Weniger heizen - ohne auszukühlen
Raumtemperaturen von 18 bis 19 Grad waren noch vor wenigen Jahrzehnten völlig normal. Du kannst dich daran gewöhnen. Aber: ungesund ist es, wenn du dauerhaft auskühlt. Im Sitzen darf neben warmer Kleidung vielleicht auch eine Wolldecke für Behaglichkeit sorgen. Auch Bewegung zwischendurch ist hilfreich. Durch körperliche Aktivität erzeugt dein Körper Wärme (was zulasten der Fettpölsterchen geht!). Wer allerdings krank ist, muss sich besonders schützen.
Waschlappen statt Dusche?
…. eine Empfehlung von Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann. Und die hat zu heftigen und ironischen Kommentaren geführt. Was aber sagt ein Dermatologe dazu? "Tägliches, vor allem langes Duschen führt zum Austrocknen und zur Verringerung des Schutzfilms auf der Haut". Das gilt verstärkt beim üppigen Einsatz von Duschcreme. Das tägliche Duschen ist also wohl eher kritisch zu sehen. Wenn du nicht gerade zu den Schwerstarbeitern gehörst, genügt das Waschen unter den Achseln und im Intimbereich mit einem Lappen. Der sollte allerdings täglich gewechselt werden. Eine gute Alternative ist ein Bidet, sofern vorhanden.
Hände nur noch kalt waschen
In vielen öffentlichen Gebäuden muss die Bereitstellung von Warmwasser für das Händewaschen abgeschaltet werden. Aus Sicht von Hygienexpert:innen ist kaltes Wasser dafür unbedenklich. Wichtig sei es, die Handinnenflächen und Fingerzwischenräume mit Seife sorgfältig zu waschen. Niemand verwendet so heißes Wasser zum Händewaschen, das durch Erreger abgetötet werden. Warmwasser ist hier also nur Luxus.
Hausschuhe und Fußpilz
Raumtemperatur runter und barfuß – das reicht vielleicht zum Wohlfühlen nicht. Also warme Puschen nutzen? Doch erhöht das evtl. das Risiko für Fußpilz? Auch dazu eine Experten-Meinung: Für gesunde Füße ist die Pflege der Füße entscheidend. Wer lange Zeit Hausschuhe trägt, schwitzt nicht zwingend, auch wenn dies die Gefahr für Fußpilz begünstigen könnte. Wichtig sind atmungsaktive Schuhe, zum Beispiel aus Schurwolle. Denn, wenn Schweiß nicht entweichen kann, bildet sich eine feuchte Kammer, in der Pilze hervorragend gedeihen.
Kühleres Wasser in Schwimmhallen
Eine Energiesparmaßnahme im öffentlichen Raum ist das Absenken der Wassertemperatur in Schwimmhallen, z.B. auf max. 26 Grad. Eine Gefahr für mehr Erkältungen sollte nicht bestehen, schließlich bewegten sich Schwimmer:innen im Wasser und kühlen (in üblicher Zeit) nicht aus. Anders als bei kleinen Kindern. Wenn die frierend aus dem Wasser kommen, müssen sie sofort gut abtrocknen und in einen warmen Bademantel gesteckt werden.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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