Recklinghausen-Suderwich. Handelsübliche Deos enthalten oft viele schädliche Zusätze und können die Haut reizen oder sogar schädigen. Aluminiumsalze stehen zum Beispiel in Verdacht, das Brustkrebsrisiko zu erhöhen. Der Konservierungsstoff Paraben hat Einfluss auf unseren sensiblen Hormonhaushalt.
Triclosan wirkt zwar antibakteriell, kann aber hinterher nicht von den Kläranlagen aus dem Wasser entfernt werden und schädigt in Gewässern lebende Organismen. Außerdem bildet er unter Sonneneinstrahlung giftige Dioxin-Verbindungen und ist sehr umstritten. Dabei ist die Herstellung eigener Deos ganz einfach. Du brauchst nur wenige Zutaten, die du ganz unkompliziert in der Drogerie oder Apotheke bekommst.
Lindenblüten Deo
Zutaten + Utensilien
1 EL Lindenblüten (frisch oder getrocknet) / 100 ml Wasser / 1 TL Natron
1 Sprühflasche / Sieb / etwas Küchenrolle oder dünner Mullstoff zum Filtern.
Zubereitung
Fülle die Lindenblüten in ein Schraubglas, übergieße sie mit 100 ml Wasser und gib das Natron hinzu. Lasse die Blüten-Mischung über Nacht kühl stehen und filtere sie am nächsten Tag durch ein Mulltuch oder Sieb. Fülle den Auszug nun in eine Zerstäuberflasche. Du kannst deinem Lindenblüten-Deo noch einige Tropfen ätherisches Öl (z.B. Salbei & Zitrone) und einige Tropfen Alkohol (z.B. Wodka) zur besseren Emulgation hinzufügen. Dann ist der Geruch intensiver. Bitte sei bei sensibler Haut damit vorsichtig.
Statt Lindenblüten kannst du andere Blüten- oder Kräuterauszüge oder auch ätherische Öle, wie Lavendelöl benutzen. Achte dabei auf Bioqualität und dass du nicht allergisch darauf reagierst. Lavendelöl lässt sich gut mit den Ölen von Bergamotte, Muskatellersalbei und Bitterorange mischen.Mit einem Trick kannst du vorher testen, wie gut die Qualität deines ätherischen Öls ist: Gib dafür einen Tropfen Öl auf ein Blatt Papier und warte, bis es verdunstet. Ist es von guter Qualität, bleibt kein öliger Fleck zurück.
Festes Deo oder Deobars
Zutaten + Utensilien
1 TL Natron (zum Beispiel Kaisernatron) / 100 g Bio-Kakaobutter, erhältlich im Bioladen oder online bei **Avocadostore / 10 Tropfen ätherisches Öl. (Du kannst jedes naturreine ätherische Öl benutzen, das dir gefällt. Beachte aber, dass Kakaobutter einen leicht schokoladigen Eigengeruch hat, der nicht mit jedem Öl gleich gut harmoniert. Für eine besonders intensive Deo-Wirkung eignen sich Orangenblüten-, Lemongras-, Bergamotte- oder Salbeiöl. Förmchen, in denen das feste Deo aushärten kann (zum Beispiel Eiswürfelformen) / einen Löffel um Umrühren / eine Schüssel und einen Topf für das Wasserbad
Zubereitung
o Lass die Kakaobutter im Wasserbad schmelzen.
o Vermische in einer Schüssel das Natron mit dem ätherischen Öl.
o Sobald die Kakaobutter flüssig ist, lass sie abkühlen, bis sie etwas trüb wird.
o Rühre das beduftete Natron in die Kakaobutter ein.
o Wenn Konsistenz einer Paste gleicht, fülle sie mit dem Löffel in die Form.
o Stelle die Form mindestens eine halbe Stunde kühl.
o Sobald die Masse fest geworden ist, kannst du die fertigen Deo-Bars aus der Form nehmen.
Mit ein paar einfachen Zutaten kannst du viele verschiedene Seifen selber machen. Wir zeigen dir drei einfache Rezepte mit natürlichen Zutaten, die garantiert funktionieren. Deinen Ideen zu Formen, Farben und Düften sind dabei keine Grenzen gesetzt – und du allein bestimmst, welche Bestandteile deine selbst hergestellte Seife hat.
Seife aus Olivenöl
Zutaten + Utensilien
250g Kernseife / 1-2 Esslöffel Olivenöl / ätherisches Bio-Orangenöl / Alternativ: Bergamotte- oder Zitronengras-Öl / ggf. Seifenfarbe (ansonsten bleibt die Seife weiß)
Zubereitung
o Die Kernseife wie oben beschrieben raspeln und mit etwas warmem Wasser (etwa ein halbes Glas) mit der Hand zu einer Masse verarbeiten, nicht zu fest und nicht zu flüssig.
o Gib das Olivenöl und 10 bis 15 Tropfen deines ausgewählten ätherischen Öls dazu, um deiner Seife einen angenehmen Duft zu verleihen.
o Alles noch einmal gut miteinander vermengen.
o Lasse nun die fertige Masse in einer zuvor eingefetteten Kastenform über mehrere Tage trocknen. Du kannst sie auch per Hand formen oder ausrollen und Formen ausstechen.
o Nun schneidest du die Seife in Stücke und lässt sie noch ein paar Tage reifen.
Peeling Seife
Mit nur vier Zutaten kannst du deine eigene Peeling-Seife selbst machen:
250g / 50g Kokoscreme oder Kokosöl / 2 Esslöffel Kokosmilch / 3 Esslöffel zarte Haferflocken(oder körniges Meersalz)
Zubereitung
o Kernseife in kleine Stücke raspeln – am besten mit einer groben Küchenreibe.
o Nach und nach etwas Wasser hinzugeben und die Stückchen im Wasserbad oder direkt im Topf langsam bei niedriger Hitze schmelzen, bis sich eine gelartige Masse bildet. Nur Geduld! Das Schmelzen kann bis zu zwei Stunden dauern.
o Danach die Kokoscreme sowie die Kokosmilch in die flüssige Seife geben und die Zutaten gründlich vermischen. Danach die Haferflocken hinzugeben und behutsam untermengen.
o Die fertige Masse in kleine Backformen oder in eine Kastenform gießen und vollständig abkühlen lassen. Du kannst alternativ auch selbst kleine Kugeln per Hand formen, dazu muss die Masse allerdings etwas kühler und fester sein.
o Schließlich du die Seife vorsichtig aus den Förmchen lösen oder den Seifenblock mit einem Messer in Stücke schneiden.
Beachte, dass Seife generell noch einige Zeit „reifen“ muss. Verwende sie am besten nicht sofort, sondern erst nach ein bis zwei Wochen, da es sonst zu Hautreizungen kommen kann.
Seife selber sieden – worauf du achten musst
Im Unterschied zu den beiden vorangehenden Rezepten, bei der du fertige Kernseife verwendest, gießt du bei der jetzt folgenden Anleitung deine Seife komplett selbst. Es ist nicht nur sehr viel anspruchsvoller und zeitaufwendiger – sondern auch nicht ungefährlich. Aber der Aufwand lohnt sich. Folgende Vorsichtsmaßnahmen solltest du unbedingt berücksichtigen:
o Verwende geeignete Schutzkleidung: Feste Handschuhe, lange Kleidung, Schutzbrille.
o Auch eine Atemschutzmaske ist sinnvoll, denn du arbeitest mit einer ätzenden Substanz und die Dämpfe sind giftig. In jedem Fall solltest du für ausreichend Durchzug sorgen.
o Verwende keine Schüsseln aus Aluminium, wenn du die Seifenlauge anrührst, da diese mit dem Metall reagiert und die Seife sonst ranzig werden kann!
o Die verwendeten Kunststoffbehälter solltest du im Anschluss für nichts anderes verwenden. Das gilt vor allem für Lebensmittel.
o Haustiere und Kinder sollten sich nicht in der Nähe aufhalten, damit du die nötige Ruhe hast.
Ein verbreitetes auch für Einsteiger geeignetes Rezept ist das so genannte „25er-Rezept“. Der Name leitet sich aus der Zusammensetzung der Seife ab, da hier vier verschiedene Zutaten zu jeweils gleichen Teilen verwendet werden, eben zu 25 Prozent. In den meisten Rezepten ist Palmöl ein fester Bestandteil der Seife, da es die Seife hart macht und es kaum ein anderes Fett mit ähnlichen Eigenschaften gibt. Da es viele Gründe gibt, Palmöl zu meiden, empfehlen wir stattdessen Sheabutter. Davon solltest du allerdings weniger verwenden (ca. 10-15%) und dafür den Anteil an Olivenöl entsprechend erhöhen.
Das Rezept kann nach Belieben verändert und an deine jeweiligen Wünsche angepasst werden. Wichtig ist dabei nur, dass du anteilig die gleiche Menge an flüssigen und festen Fetten verwendest, damit die Seife die richtige Konsistenz hat. Das Basisrezept für 500 g Seife setzt sich folgendermaßen zusammen:
25% Kokosöl (125g) / 15% Sheabutter (75g) / 25% Rapsöl (125g) / 35% Olivenöl (175g) / Natriumhydroxid (NaOH) zur Herstellung der Lauge (je nach Überfettungsgrad 65-70g) / Wasser für das Anrühren der Lauge (ca. 1/3 der Seifen-Gesamtmenge, d.h. 166ml) / Ätherisches Öl mit deinem Lieblingsduft (ca. 3% der Gesamtmenge) / evtl. etwas Seifenfarbe, Kräuter oder Blüten
Die Prozentzahl der einzelnen Fette orientiert sich hierbei an der Gesamtmenge, die du herstellen möchtest. Wenn du mehr als 500 g Seife herstellen willst, musst du entsprechend umrechnen. Die benötigte Menge des NaOH für die Seifenlauge kannst du mithilfe eines Seifenrechners berechnen. Sie richtet sich nach dem Überfettungsgrad, den du in deiner Seife haben möchtest. Üblicherweise liegt dieser bei ca. 10%, damit deine Haut weich und gepflegt bleibt und nicht austrocknet. Wenn du deine Zutaten in Prozent und die Gesamtmenge in Gramm eingegeben hast, zeigt dir die Tabelle an, wie viel NaOH du für den jeweiligen Grad der Überfettung brauchst (gestaffelt von 0-15%).
Die Wassermenge zum Anrühren der Seifenlauge richtet sich nach der Gesamtmenge der Seife, die du herstellen möchtest und beträgt hier etwa ein Drittel (also ca. 166ml bei 500g Seife usw.).
o Ziehe Handschuhe, Schutzbrille und geeignete Kleidung an. Öffne am besten das Fenster, damit du die Dämpfe nicht direkt einatmest.
o Das berechnete NaOH in einer Schüssel abwiegen und die erforderliche Menge Wasser bereitstellen.
o Gib das NaOH unter stetigem Rühren nach und nach langsam ins Wasser (nicht umgekehrt!). Achtung: Die Lauge kann sehr heiß werden und Temperaturen von bis zu 90°C erreichen!
o Hast du alles miteinander vermengt, die Lauge beiseitestellen und abkühlen lassen.
o Nun die abgewogenen Öle und Fette in einen Topf geben und langsam schmelzen lassen. Dabei die festen Fette zuerst in den Topf geben, damit die flüssigen Fette die Temperatur wieder etwas senken können.
o Wenn alles eine Temperatur von ca. 30°C erreicht hat, kannst du die Fette vorsichtig mit der noch warmen Seifenlauge vermengen bis eine homogene Masse entsteht. Lass sie anschließend noch einmal abkühlen, indem du die fertige Lauge durch ein kleines Sieb in den Topf mit den geschmolzenen Fetten gießt.
o Jetzt kannst du Duft und ggf. Farbe oder andere Deko hinzufügen.
o In der Zwischenzeit die Formen oder eine große Kastenform mit einem Backpapier auslegen, damit du die flüssige Seife direkt hineingießen kannst.
o Die Seife ein paar Tage trocknen lassen, aus der Form nehmen und etwa vier Wochen lang „reifen“ lassen. Je länger die Seife ruht, bevor du sie benutzt, desto milder wird sie.
Lippenbalsam
Zutaten + Utensilien: 20 g ungebleichtes Bienenwachs oder vegane Kakaobutter / 20 g Bio Kokosöl / 20 g Sheabutter /
Kleine Döschen / Topf mit Wasser / Glas
(20g Bienenwachs, Sheabutter und Kokosöl reichen für etwa fünf Döschen Lippenpflege. Du kannst dieses Grundrezept noch erweitern. Mithilfe von Farbpigmenten eines Lippenstifts lässt sich dein Lippenbalsam z. B. auf deinen eigenen Hautton abstimmen. Durch Zugabe von ätherischen Ölen verleihst du dem Balsam zudem eine individuelle Note.)
Wenn das gewünscht ist, solltest du außerdem bereithalten:
ein Stückchen Naturkosmetik-Lippenstift / 2-3 Tropfen ätherisches Öl deiner Wahl
Zubereitung
o Erhitze ein wenig Wasser im Topf.
o Gib alle Zutaten in das Glas und stelle es in das heiße Wasser.
o Unter Rühren schmilzt du so die Zutaten, bis eine gleichmäßige, flüssige Masse entsteht.
o Diese füllst du sofort in die bereitgestellten Döschen und stellst sie zum Aushärten am besten in den Kühlschrank.
Den Lippenbalsam solltest du anschließend nicht dauerhaft gekühlt aufbewahren, sonst lässt er sich schlecht auftragen. Wir wünschen viel Spaß bei der Zubereitung deiner eigenen Seife, Deo oder Lippenbalsam und würden uns freuen, wenn du uns deine Ergebnisse präsentierst.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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