Recklinghausen.Suderwich. Bekannt sind uns Lorbeerblätter hauptsächlich als Küchengewürz für deftige Speisen. Aber wer weiß schon, dass die Blätter und Früchte dieses Baumes auch medizinische und kosmetische Wirkungen haben?
Bereits in der Antike wurde die aus Vorderasien stammende Pflanze wegen ihrer magischen Kräfte geschätzt, im Mittelalter bekämpfte man damit die Pest. Sie galt als heilige Orakelpflanze, schmückte siegreiche Helden in Form von Blätterkränzen und man glaubte sogar, sie könne Tote zum Leben erwecken!
Heute erwartet sicher keiner eine derart umwerfende Wirkung vom Lorbeer, aber bestimmt ist mancher überrascht von seinen vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Sowohl seine dunkelgrünen, glänzenden Blätter als auch die blauschwarzen Früchte werden in der Naturheilkunde verwendet.
Anwendungen
Sowohl Blätter als auch Früchte des Lorbeerbaums werden für verschiedene Heil-, Kosmetik- und Genusszwecke verwendet. Wegen seiner Bitterstoffe werden die Blätter nicht pur, sondern nur in verarbeiteter Form verwertet, zum Beispiel als Tee, Raumspray oder Räuchermittel. Die Früchte, die ein Gemisch aus ätherischem Öl und fettem Öl enthalten, werden ebenfalls verarbeitet, etwa zu Salben.
In der Ernährung
Lorbeer ist ein klassisches Gewürz, das viele Gerichte aromatisiert und sie gleichzeitig leichter verdaulich macht. Ein Lorbeerblatt ist zum Beispiel fester Bestandteil des Bouquet garni, das zum Würzen von Brühen, Eintöpfen und Schmorgerichten dient. Für das französische Kräutersträußchen werden einige frische Zweige Petersilie und Thymian mit einem Lorbeerblatt zusammengebunden und mit in die Kochflüssigkeit gegeben. Die Thymianzweige können dabei in ein Lauchblatt gewickelt werden, damit keine harten Teile des Krauts ins Gericht gelangen.
Die Blätter passen zu Fleisch, Fisch, Wild, Suppen, Eintöpfen, Soßen, Rotkohl, Sauerkraut und Pasteten und werden dafür auch gerne mit Wacholder und Gewürznelken kombiniert.
Sauer eingelegtes Gemüse, wie etwa Zucchini, sowie Gewürzöle profitieren ebenfalls von dem herb-würzigen Geschmack des Lorbeers. Zu länger kochenden Gerichten gibt man den Lorbeer erst in der letzten halben Stunde hinzu. Die getrockneten Blätter werden am besten dunkel in einem gut verschließbaren Behälter aufbewahrt.
Heilende Anwendungen
Durch seine antibakteriellen, schleimlösenden und verdauungsfördernden Eigenschaften ist Lorbeer zum Beispiel gegen Bronchialerkrankungen und Verdauungsstörungen wirksam.
Für einen heilsamen Tee einen Teelöffel zerkleinerte Lorbeerblätter in 250 Milliliter Wasser aufkochen und zehn Minuten lang ziehen lassen. Je eine Tasse morgens und abends trinken. Gemischt mit Zimt erzielst du eine angstlösende Wirkung und Erleichterung der Gewichtsabnahme. Bei Erschöpfungszuständen hilft räuchern von Lorbeerblättern. Das Verdampfen oder Versprühen von ätherischem Lorbeeröl verscheucht Insekten durch seinen für die Quälgeister unangenehmen Duft. Gleichzeitig wirkt es auch anregend, harmonisierend und konzentrationsfördernd. Ätherisches Öl aus den Früchten hilft bei rheumatischen Erkrankungen und Gicht. Lorbeeröl hilft bei Bronchitis, und auch gegen Pilzinfektionen, Ekzemen und Schuppenflechte.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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