Recklinghausen-Suderwich. Löwenzahn ist weit mehr als ein Unkraut – er ist eine altbewährte Heilpflanze mit hoher Heilwirkung. Wir erklären die Wirkstoffe und Anwendungsmöglichkeiten, nennen Rezepte und geben Tipps vom Pflanzen bis zum Ernten und Verwerten.
Wirksamkeit
Die wichtigsten Wirkstoffe des Löwenzahns sind die Bitterstoffe (Taraxin). Sie fördern allgemein die Sekretion der Verdauungsdrüsen.
Daneben wurde auch eine harntreibende Wirkung nachgewiesen, die möglicherweise auf die hohe Kaliumkonzentration zurückzuführen ist. Anwendung finden die Drogen bei Appetitmangel, Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl und Blähungen, bei Störungen im Bereich des Gallenabflusses und zur Anregung der Harnausscheidung bei entzündlichen Erkrankungen und Steinbildung.
Die Volksheilkunde nutzt die Drogen außerdem als leichtes Abführmittel, bei Diabetes mellitus,bei rheumatischen Erkrankungen und Ekzemen. Verarbeitet werden auch die frischen jungen Blätter zu Frühjahrskuren als Salat, Presssaft oder als Bestandteil im Smoothie. Die im Herbst geernteten inulinreichen Wurzeln dienen (heute wieder) geröstet als Kaffee-Ersatz.
Tipps zum richtigen Erntezeitpunkt
Die Frühjahrswurzeln der Heilpflanze enthalten die meisten Bitterstoffe, im Spätsommer steigt der Gehalt an Inulin (löslicher Ballaststoff). Im September ist im Löwenzahn am meisten Taraxin enthalten. Das ist wichtig, da gesunder Löwenzahntee, Löwenzahnsirup oder -saft aus den Wurzeln oder Blättern der Heilpflanze hergestellt werden.
Ernte und Konservierung
Du kannst die zarten Blätter des Frühlingsaustriebs vor der Blüte laufend ernten und diese frisch verwenden, später wird Löwenzahn immer bitterer. Achte beim Sammeln darauf, frisch gedüngte Wiesen zu meiden! Auch Löwenzahn, der unweit von vielbefahrenen Straßen wächst, sollte aufgrund der Luftverschmutzung und Schadstoffe nicht unbedingt verzehrt werden.
Die aromatischen jungen Löwenzahnblätter können frisch zu Löwenzahnsalat oder Smoothies verarbeitet werden, gekocht zu Kräutersoßen oder Suppen. Löwenzahnblätter sind aber auch gedünstet, im Stil von Spinat, oder als Zutat für Risotto oder Quiches sehr schmackhaft. Für Löwenzahntee verwendet man bevorzugt die älteren Blätter.
Auch die Löwenzahnblüten sind essbar. Sie werden unter anderem zu Gelee, Likör oder Schnaps verarbeitet. Sie werden auch genutzt, um veganen Löwenzahnhonig selber zu machen. Die Knospen kannst du einsalzen und wie Kapern einlegen. Die Löwenzahnwurzeln werden im Frühling oder im Herbst ausgegraben, anschließend getrocknet und luftdicht aufbewahrt. Man kann sie als Gemüse und für Tee verwenden oder zu Löwenzahnwurzelextrakt verarbeiten. Lange Zeit galt die zermahlene Wurzel des Löwenzahns, ähnlich wie Zichorie, auch als Kaffee-Ersatz.
Zubereitung und Rezepte
Löwenzahnsalz: Eine handvoll Löwenzahnblüten mit einer handvoll Salz in einem Mixer gut vermixen. Die Masse auf einem Blech ausbreiten und trocknen lassen.
Löwenzahnblütengelee: Etwa 800 Gramm Löwenzahnblüten und eine Zitrone in Scheiben geschnitten mit 1 Liter Wasser aufgießen und kurz aufkochen. Langsam abkühlen lassen. Danach durch ein Küchentuch absieben. Die gewonnene Flüssigkeit mit 500 Gramm Gelierzucker aufkochen und etwa 6 bis 10 Minuten kochen. Das Gelee in sterilisierte Schraubgläser einfüllen.
Löwenzahnsalat für 4 Personen:
1 Knoblauchzehe (oder ein halbes Bund Bärlauch), Salz, 6-7 EL Olivenööl, 2 EL Zitronensaft, 2 EL Apfelessig, 1 TL Honig, 1 TL scharfer Senf, Pfeffer aus der Mühle, 8 Schreiben Frühstücksspeck, 2 Scheiben Ciabatta-Brot, 250 g Löwenzahnblätter.
Knoblauch fein hacken und mit einer Prise Salz zerreiben. Dann mit Öl, Zitronensaft, Essig, Honig, 1 bis 2 EL Wasser und Senf verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Frühstücksspeck in breite Stücke schneiden und braten. Weißbrot entrinden, in Würfel schneiden und mit etwas Öl in einer Pfanne goldbraun braten. Löwenzahnblätter trocken schleudern und mit der Vinaigrette mischen. Auf Tellern anrichten und mit speckk und Coutons bestreut servieren.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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