Recklinghausen-Suderwich. Willst du Dinge lange nutzen und bei einem Defekt nicht gleich wegwerfen, achte schon beim Kauf auf die Reparierbarkeit von Elektrogeräten. Schont Geldbeutel, Umwelt und Klima. Verklebte Gehäuse bei Elektrogeräten, fest verbaute Akkus in Spielzeug, überteuerte Ersatzteile oder fehlende Reparaturanleitungen verhindern oft eine Instandsetzung.
Elektrogeräte sollten mit herausdrehbaren Schrauben verschlossen und empfindliche Akkus und Bauteile leicht austauschbar sein. Frag Händler oder Hersteller, ob und wie lange Ersatzteile für Kunden und Reparaturdienste verfügbar sind. Testberichte der Stiftung Warentest und Produkte mit dem Umweltlogo "Blauer Engel" geben oft Hinweise, wie lange Geräte halten und ob sie gut zu reparieren sind. Billige Produkte sind oft schlecht verarbeitet, gehen leicht kaputt und du bekommst schlechter Ersatzteile.
Hat die Neuware Fehler, hast du in den ersten zwei Jahren nach dem Kauf ein gesetzliches Recht auf kostenlose Reparatur oder Ersatz. Dafür muss der Händler sorgen, bei dem du das Produkt gekauft hast. Manche Hersteller bieten sogar umfangreichere Garantien. In dieser Zeit solltest du auf eigene Reparaturversuche verzichten und Garantie- und Kaufbeleg aufbewahren.
Profi-Reparaturen können teuer werden! Deshalb vor dem Auftrag Leistung und Kosten von diversen Anbietern vergleichen. Optimal, wenn du einen Festpreis vereinbaren kannst. Bedenke: eine erfolglose Fehlersuche kann dir in Rechnung gestellt werden.
Alternative RepairCafé – dazu ein Bericht von SBW-Mitglied Heinz-Jürgen Dünzl: „Zu Beginn dieses Jahres wurde in Liederbach am Taunus erstmalig ein Repaircafé veranstaltet. Es war schon beeindruckend, mit welch großer Freude die ehrenamtlichen Helfer zu Werke gingen. Pensionierte Ingenieure und Handwerksmeister, eine im Ruhestand befindliche Werklehrerin und ein sich um Integration bemühender ausländischer Mitbürger waren glücklich, ihre Kenntnisse und ihr Wissen wieder einmal in den Dienst einer guten Sache stellen zu dürfen. Auf der anderen Seite konnten Gebrauchsgegenstände, die fast schon im Sperrmüll gelandet wären, ihren Besitzern voll funktionsfähig zurückgegeben werden. Oder es wurde ein altes Erbstück, das nur noch ein Schattendasein im Keller gefristet hatte, zu neuem Glanz erweckt.
Vor Ort sind Werkzeug und Material für alle möglichen Reparaturen vorhanden. Entweder bringen es die Helfer aus ihrem Eigentum mit oder es wird der Gruppe aus Spenden bereitgestellt. Sinnvoll ist auch ein Internetanschluss, um Gebrauchsanweisungen herunterzuladen, oder eventuell erforderliche Ersatzteile zu bestellen.
Hierzulande werden Unmengen an Gegenständen weggeworfen, obwohl sie nach einer einfachen Reparatur problemlos ein zweites Leben haben könnten. Etwas reparieren zu lassen, schont nicht nur den Geldbeutel. Der Nutzen eines Repaircafés geht weit darüber hinaus. Bereits in dem im Jahr 1972 erschienenen Buch „Grenzen des Wachstums“ wurde auf die knapper werdenden Rohstoffe hingewiesen. Die Situation ist seither nicht besser geworden. Außerdem werden bei der Herstellung neuer Produkte erhebliche Energiemengen benötigt, die zu klimaschädlichem CO2 Ausstoß führen.Da drängt sich die Frage auf, ob es anstelle des alten Produkts immer das gerade neu auf den Markt gebrachte Handy oder das moderne T-Shirt der angesagtesten Modemarke sein muss.
Natürlich leben Produzenten vom Verkaufen. Gleichzeitig besteht aber die Frage, wieviel Wertschätzung wir den Gegenständen, die uns das Leben erleichtern, entgegenbringen. Ermöglichen wir ihnen ein zweites, drittes oder viertes Leben und schonen dabei auch noch die Umwelt und den Geldbeutel.
Die Idee der Repaircafés ist nicht neu. Das erste Repaircafé wurde im Oktober 2009 in Amsterdam eröffnet. Und seither sind an vielen Orten weitere hinzugekommen, auch in Deutschland. Ob die Möglichkeit auch in eurer Nähe existiert, lässt sich unter der Internetseite: www.reparatur-initiativen.de oder unter www.repaircafe.org/de leicht herausfinden.
Wenn du als Helfer oder als Hilfesuchende in einem Repaircafé aktiv werden, beachte dieses: Beides macht Spaß!“
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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