Recklinghausen-Suderwich. Salz ist lebenswichtig. Aber wie viel ist zu viel – und was sind die Folgen? Speisesalz, auch Koch- oder Tafelsalz genannt, besteht fast ausschließlich aus Natriumchlorid. Je nach Sorte und Reinheit sind natürlicherweise bis zu drei Prozent anderer Stoffe enthalten, unter anderem Calcium, Magnesium und Kalium.
Natriumchlorid ist unabdingbar für viele Stoffwechselvorgänge in unserem Körper. So ist es unter anderem für die Reizübertragung von Nerven- und Muskelzellen verantwortlich und regelt den Wasserhaushalt. Auch an der Verdauung und am Aufbau der Knochen ist es beteiligt.
Unser Speisesalz ist immer Meersalz! Auch Steinsalz, von dem es in Deutschland reichlich gibt: Vor 250 Millionen Jahren verdunstete hier ein Urmeer und hinterließ im Boden riesige Salzschichten. In NRW sind diese Schichten bis zu 250 Meter stark und werden in etwa 900 Metern Tiefe abgebaut. Steinsalz wird entweder unbehandelt angeboten oder raffiniert, also von sämtlichen natürlichen Zusatzstoffen bereinigt.
Wieviel Salz soll man zu sich nehmen?
In Deutschland nehmen Frauen durchschnittlich 8,4 Gramm Salz täglich zu sich, Männer sogar mehr als 15. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Max-Rubner-Institut (MRI) sind der Auffassung, dass das zu hoch sei, und empfehlen einen oberen Grenzwert von sechs Gramm. Das entspricht etwa einem Teelöffel – in einer Tiefkühlpizza steckt oft schon mehr. Den laut WHO optimalen Wert von 3,8 Gramm Salz pro Tag halten einige Experten für kaum umsetzbar.
Wie gefährlich ist zu viel Salz?
Dass zu viel Salz schädlich sein kann, ist wissenschaftlicher Konsens. Gründe gibt es viele. Den ersten können besonders die nachvollziehen, die von Chips nicht genug bekommen können: Salz regt den Appetit an und ist deshalb ein Faktor bei der Volkskrankheit Adipositas. Klar ist, dass ein hoher Salzkonsum die Zusammensetzung der Darmbakterien verändert und damit auch das Immunsystem beeinträchtigen kann. Die Rolle von Salz bei der Entstehung von Autoimmunkrankheiten wird derzeit noch untersucht. Überschüssiges Salz muss wieder aus dem Körper heraus. Die Nieren, die dafür zuständig sind, werden mit dieser Aufgabe zusätzlich belastet.
Wie wirkt sich Salz auf den Körper aus?
Eine hohe Salzdosis lässt den Druck in den Blutgefäßen ansteigen. Das Natrium bindet Wasser und erhöht damit das Volumen des Blutes. Doch ob ein erhöhter Salzkonsum das Risiko für Bluthochdruck steigert, ist noch nicht endgültig wissenschaftlich bewiesen.
Worin steckt das meiste Salz?
Speisesalz, das wir unserem Essen durch Zu- oder Nachsalzen selbst hinzufügen, macht nur eine geringe Menge unserer täglichen Salzzufuhr aus. 70 bis 80 Prozent wird vor allem über verarbeitete Lebensmittel aufgenommen. Besonders viel Salz enthalten Brot, Fleisch, Wurst und Käse.
Wie sinnvoll sind Edelsalze?
Fleur de Sel, schwarzes Lavasalz, persisches Blausalz, Himalaya-Salz – Hersteller von Gourmetsalzen versprechen nicht nur einen speziellen Geschmack, sondern auch eine Fülle von Nährstoffen. Doch auch Himalaya-Salz besteht zu etwa 98 Prozent aus Natriumchlorid. Die angepriesenen “84 Elemente“ konnten in Untersuchungen nicht nachgewiesen werden – und wären in der Konzentration für unsere Gesundheit unerheblich. Für jegliche heilende Wirkung gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise.
Auch der Geschmack wird überschätzt – schließlich unterscheiden sich die Edelsalze nur in Nuancen, die in einem Gericht schnell untergehen. Viel wichtiger: die Textur. So lässt sich Fleur de Sel auf dem Steak auch von Laien durch die knusprigen Flöckchen gut erschmecken.
Wer dem Planeten etwas Gutes tun möchte, nutzt unraffiniertes Salz aus heimischer Gewinnung. Es hat die beste Umweltbilanz, ist so gesund wie das Edelsalz – und kostet nur einen Bruchteil.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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