Recklinghausen-Suderwich. Wir alle kennen die bunten, praktischen Helfer aus Silikon, die uns die Arbeit in der Küche erleichtern und dabei die Umwelt schonen sollen. Backformen, Pinsel, Teigschaber, Schneebesen, Löffel, Backmatten, Eiswürfelschalen, Untersetzer und so weiter - die Auswahl an Silikonutensilien für die Küche und den Haushalt ist riesig. Doch ist ihr Gebrauch wirklich so ungefährlich, wie es die Hersteller versprechen?
Was ist eigentlich Silikon?
Silikone sind keine herkömmlichen Kunststoffe, die aus Erdöl hergestellt werden. Silikone werden aus Silizium hergestellt und Silizium ist das zweithäufigste Element, nach Sauerstoff, das wir auf der Erde kennen. Sand und Gesteine sind die wichtigsten Siliziumlieferanten. Kommt noch Sauerstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff hinzu, entstehen Silikone. Reine Silikone sind nach heutigem Wissenstand ungiftig und rufen selten Allergien hervor, weswegen sie auch im medizinischen Bereich eingesetzt werden, zum Beispiel als Implantate, Prothesen und Kontaktlinsen.
Silikone sind flüchtig (verdunsten) und werden erst durch Weiterverarbeitung in flüssige, pastöse oder feste Formen gebracht. Flüssige Silikone kennen wir als Entschäumer (auch gegen Blähungen), Isolier- und Schmiermittel. Als Pasten und Gele kommen Silikone in Körperpflegemitteln, oder in Oberflächenbeschichtungen vor (Silikonfugen). Am bekanntesten sind die Silikongummis, die in oben genannten Formen, aber auch als Schnuller oder Babylöffel zum Einsatz kommen.
Silikone, ungiftig oder gefährlich?
Chemiker unterscheiden kurze Silikonketten (lineare Silikone) oder Silikonringe (cyclische Silikone), die bei der Herstellung von Silikonen eingesetzt werden oder durch chemische Reaktionen entstehen. Sie sind leicht flüchtig (verdunsten leicht) und einige Silikone stehen im Verdacht krebserregend und organschädigend zu sein.
Produkte aus Silikongummi wie Schnuller und Backformen, werden in der Regel im Herstellungsprozess getempert. Das bedeutet, dass die hergestellten Formen für mehrere Stunden sehr hohen Temperaturen ausgesetzt werden, um die flüchtigen Bestandteile ausgasen zu lassen. Das kostet in der Herstellung Energie und Zeit, Kosten, die sich im Kaufpreis widerspiegeln.
Billige Silikonformen (zum Beispiel aus Fernost) sind oft mit dem Hinweis versehen, sie vor dem ersten Gebrauch auszukochen oder im Backofen bei 200°C für mehrere Stunden ausgasen zu lassen. Bei mangelhafter Qualität kann das schon mal eine sehr stinkende und ungesunde Angelegenheit sein...
Empfehlung:
Silikonprodukte generell vor dem ersten Gebrauch gründlich auskochen (mindestens 30 Minuten), besonders, wenn es sich um Essgeschirr für Babys oder Schnuller handelt. Macht ruhig mal die Geruchsprobe. Wenn es beim Auskochen in der Küche stinkt, oder die Silikongegenstände nachher immer noch riechen, solltet ihr die Teile entsorgen. Das ist nicht so gut für die Umwelt, aber besser für eure Gesundheit.
Überall da, wo keine hohen Temperaturen zum Einsatz kommen, können die ausgekochten Utensilien aus Silikon unbedenklich verwendet werden. Für höhere Temperaturen gibt es gesündere Alternativen. Backformen aus Metall oder Keramik sind ebenso vielseitig einsetzbar wie Silikonformen.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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