Recklinghausen-Suderwich. Bargeld, Bankkarten und Ausweis – alles weg im fremden Urlaubsland. Plötzlich steht man mit leeren Händen da, der Kopf rauscht, Panik steigt auf. Und das inmitten einer fremden Metropole, am tropischen Strand oder an einem Bahnsteig. Weit weg von zu Hause. Was nun?
Genau jetzt braucht es Struktur statt Stress. Denn auch wenn eine verlorene Geldbörse das Horrorszenario jedes Reisenden ist, gibt es fünf Sofortmaßnahmen – vom provisorischen Ersatzdokument bis zu Sofort-Bargeld aus der Heimat. Hinweise der Verbraucherzentralen helfen weiter.
1. Karten sperren lassen: So geht es
Abhandengekommene EC- und Kreditkarten – ob nun gestohlen oder verloren – solltest du umgehend sperren lassen. Warum ist das wichtig? Die Karten können für Zahlungen missbraucht werden, da für kleinere Beträge meist keine PIN-Eingabe nötig ist.
Deine EC- und Kreditkarten kannst du über den zentralen Sperr-Notruf sperren lassen, der im Ausland unter +49 116 116 zu erreichen ist. Den Service gibt es mittlerweile auch per App. Solltest du nicht durchkommen, kannst du alternativ +49 30 4050 4050 wählen. Die Voraussetzung für die Sperrung ist, dass du deine Konto- und Kreditkartendaten angeben kannst.
2. Ersatz-Ausweisdokument organisieren
So ärgerlich es ist – den Verlust oder Diebstahl deines Ausweises musst du bei der Polizei vor Ort anzeigen. Die Anzeige benötigst du als Nachweis sowohl bei den Behörden im Ausland als auch bei der Neubeantragung nach deiner Rückkehr nach Deutschland.
Im Ausland musst du für einen neuen Ausweis die deutsche Auslandsvertretung aufsuchen, das kann die Botschaft oder ein Konsulat sein. Adressen gibt es sicherlich im Hotel.
Dort wird ein „Reiseausweis als Passersatz zur Rückkehr in die Bundesrepublik Deutschland“ ausgestellt. Ein solches Ersatzdokument kann schneller ausgestellt werden, wenn man die Nummer sowie die Behörde und das Datum der Ausstellung weiß. Deshalb ist es auf Reisen sinnvoll, eine Kopie des Ausweises oder Reisepasses dabei zu haben. Meistens wird dein Ausweisdokument aber auch im Hotel und von Mietwagenanbietern kopiert – sie können in einem Notfall helfen.
Alternativ reicht auch ein Foto des Dokuments im Handy abzulegen, in das man sich von überall einloggen kann. Den Führerschein kannst du – anders als den Personalausweis oder Reisepass – hingegen nur in Deutschland neu ausstellen lassen.
3. Geld von Familie oder Freunden schicken lassen
Portemonnaie gestohlen, Geld weg, Karten weg – und das im Urlaub. Die absolute Horror-Vorstellung. Im Idealfall bist du in einer solchen Notsituation nicht allein, sondern in Begleitung unterwegs, die dir mit Geld aushelfen kann. Aber auch Alleinreisende, die keine Begleitung oder Ansprechperson vor Ort haben, müssen nicht verzweifeln.
Eine Sicherheit bieten auf dem Smartphone hinterlegte mobile Kreditkarten. Damit kannst du in den meisten Ländern Rechnungen begleichen, etwa für Unterkunft, Verkehrsmittel, Gesundheitsleistungen und Lebensmittel.
Eine vertraute Person zu Hause kann den benötigten Betrag einfach bei einer Filiale einzahlen oder online versenden. Es dauert nur wenige Stunden, bis das Bargeld im Reiseland bereitsteht und abgeholt werden kann. Dafür muss der Sender oder die Senderin lediglich wissen, wie viel Geld gebraucht wird, wie der Name exakt im Ausweisdokument steht und unter welcher Telefonnummer du erreichbar bist.
4. Den restlichen Urlaub genießen
Wenn du alle der oben genannten Schritte ausgeführt hast, Geld besitzt und einen vorübergehenden Reisepass bekommen hast, folgt ein weiterer entscheidender Punkt auf der Notfall-To-do-Liste – nämlich den verbleibenden Urlaub zu genießen und die Strapazen hinter dir zu lassen. Oder anders gesagt: Energie für den bevorstehenden Behördenmarathon in Deutschland tanken.
5. Karten und Dokumente neu beantragen
Zurück in der Heimat geht der Spaß weiter: Bankkarten, Ausweis, Gesundheitskarte und Führerschein müssen neu beantragt werden. Bei Bank- und Kreditkarteninstituten werden dir meist die Gebühren für den Ersatz erlassen, wenn du eine Diebstahlanzeige vorlegen kannst.
Für einen neuen Personalausweis ist die Diebstahlanzeige aus dem Ausland von Vorteil. Alternativ kannst du den Verlust auch online beim Bürgeramt melden. Als Nachweis deiner Identität reicht ein anderes Ausweisdokument (zum Beispiel Reisepass) oder die Geburtsurkunde.
Beim Führerschein wird es etwas komplizierter: Für einen neuen Ausweis brauchst du eine Abschrift aus dem Führerscheinregister. Dafür musst du die Fahrerlaubnisbehörde (Straßenverkehrsamt), die den alten Führerschein ausgestellt hat, kontaktieren und um eine Karteikartenabschrift bitten.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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