Recklinghausen-Suderwich. In dieser Serie erschienen bisher folgende Beiträge: Grundsätzliche Betrachtung zur Ernährungssicherheit; Bäume als Wasserspeicher; Klimaresistente Ackerböden; Bedrohte, weltweit angebaute wichtige Nutzpflanzen; Klimagerechte exotische Nutzpflanzen (Hirse, Chia-Samen, Algen); Fortsetzung mit Augenbohne, Erdnuss und Sesam; Sonnenblumen, Buchweizen, Wickroggen, Kichererbsen sowie Folgen für den Ostbau.
Alternativer Obstanbau
Wie im Beitrag Teil 8 dargestellt, müssen die deutschen Obstbauern für guten künftigen Ertrag bei den hier heute produzierten Obstsorten künftig einen erhöhten finanziellen und personellen Aufwand betreiben.
Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Apfel, Aprikose, Birne, Mirabelle, Mispel, Pflaume, Quitte, Süß- und Sauerkirsche und Zwetschge mit Hitze und Trockenheit einigermaßen zurechtkommen – wenn diese Wetterereignisse nicht zu extrem auftreten.
Andere Obstsorten, die früher nur in südlichen Ländern gediehen, wurden in Deutschland inzwischen von unseren Obstbauern zusätzlich übernommen, wie Nektarinen und Pfirsiche. Weitere führen bei uns noch ein Nischendasein, vor allem in Hausgärten.
(1) Die Feige
Einige Sorten können dank milderer Winter und warmer Sommer inzwischen in ganz Deutschland angebaut werden. Zu berücksichtigen sind ein Standort, der vor kaltem Nord- und Ostwind geschützt ist und ein ausreichender Winterschutz, z.B. an einer Hauswand oder Mauer. Dann reifen die Früchte gut aus.
Für großflächigen Obstanbau eignet sich die Feige bei uns noch nicht uneingeschränkt.
(2) Die Kaki
… kann inzwischen in Mitteldeutschland angebaut werden. Wenngleich die Pflanze in den ersten Jahren noch frostfrei überwintern muss, verträgt sie später tiefere Temperaturen und kann in Gärten gepflanzt werden. Wie bei der Feige ist der Standort entscheidend. Die Früchte benötigen zur Reife konstante Wärme, am Besten in der Nähe einer Hauswand oder Mauer. Ernten kann man sie kurz vor den ersten Frösten und im Lager nachreifen.
(3) Mandeln
Bei einem voll sonnigen Stand gedeihen bei uns sogar die Mandelbäume. Ideal ist der Ertrag, wenn es mehrere Monate im Jahr trocken und warm ist. Frost bis minus 15 Grad Celsius kann der Baum vertragen. Allerdings benötigen die zarten Blüten bei Spätfrösten im März oder April einen Vlies-Schutz. Auch hier gilt: sonnig, windgeschützt und vor wärmeabstrahlender Mauer ist ein optimaler Platz für Gedeihen und Ertrag.
(4) Kiwi – auch als „Chinesische Stachelbeere“ bekannt
Kiwis sind sehr gesunde Früchte mit einem hohen Anteil an Vitamin C und E und vielen Mineral- und Ballaststoffen. Das Spalierobst kommt mit Frost bis minus 20 Grad Celsius zurecht. Spätfröste wirken sich nicht auf den Ernteertrag aus. Die Kiwi hat gerne Sonne in der Krone und Kühle am Wurzelballen.
(5) Aprikosen, Nektarinen und Pfirsiche
Während die zuvor aufgeführten Früchte eher ihren Platz in deutschen Hausgärten finden, werden Aprikosen und Pfirsiche vermehrt in den deutschen Lagen kultiviert, die immer schon für den Weinbau geeignet waren. In Baden-Württemberg und der Pfalz spielten Aprikosen eine wichtige Rolle.
Im Alten Land findet man vereinzelt schon Plantagen, in denen Aprikosen, Nektarinen, Pfirsiche geerntet werden.
Gute Früchte reifen teilweise unter Folientunneln, die die Pflanzen vor zu viel Regen oder Sonne schützen. Seitliche Netze halten Insekten fern.
Die so geernteten Früchte finden ihren Weg aber zumeist nur bis in Hofläden und in den regionalen Handel. In Deutschland erzeugte Früchte können preislich kaum mit denen aus dem Süden Europas konkurrieren. Der Grund: die dort niedrigeren Arbeitslöhne, der geringere Aufwand an Schutzmaßnahmen – und mehr Sonne.
Im nächsten Beitrag beschäftigt sich der Autor mit der Bedeutung der Biene für den Obstbau.
(Quellen: diverse Berichte im Internet)
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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