Recklinghausen-Suderwich. Zwei wichtige Punkte hatte die Jahreshauptversammlung der SBW-Mitglieder am vergangenen Samstag, 17. Mai, zu erledigen: Der Vorstand stellte sich komplett für eine Wiederwahl zur Verfügung, und über einen Antrag zur Einführung einer Altersstrukturregelung für den Vorstand musste diskutiert und entschieden werden.
Bei den Vorstandswahlen ergaben sich keine Veränderungen für die nächsten drei Jahre: Andreas Hebestreit wurde als Vorsitzender ebenso wiedergewählt wie sein Stellvertreter Wolfgang Wegener. Auch der verantwortliche Kassenwart Hans-Jürgen Röhr bekommt das Wohlwollen der Versammlung und die beiden Beisitzer, Dagmar und Detlef Sauer, wurden ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt.
Eine rege Diskussion gab es bei einem schriftlich eingereichten Antrag des Mitglieds Karsten Zygowski zur Einführung einer Altersstrukturregelung für den SBW-Vorstand. Diese Regelung soll das Höchstalter für Vorstandsmitglieder bei 67,5 Jahren beinhalten, oder alternativ das Durchschnittsalter des gesamten Vorstand von 48 Jahren nicht überschreiten.
Als Hauptgrund für seinen Antrag nannte Karsten Zygoswki während der Versammlung das hohe Durchschnittsalter der Vorstandsmitglieder. "Dadurch werden vorwiegend Angebote konzipiert und umgesetzt, die ältere Zielgruppen ansprechen." Angebote für jüngere Menschen und Familien würden weitgehend fehlen, "wodurch der Verein für diese Bevölkerungsgruppen an Attraktivität verliert", ergänzte Zygowski. Und um dieser Entwicklung entgegen zu wirken und die Zukunftsfähigkeit des Vereins zu sichern, sei eine ausgewogene Altersstruktur im Vorstand anzustreben.
Widerstand regte sich zunächst in den Reihen des Vorstands. Vorsitzender Andreas Hebestreit führte aus, dass "wir dringend mehr junge Menschen in unseren Reihen brauchen, um die Zukunft des SBW besser gewährleisten zu können". Doch dieser Antrag sei dafür nicht der richtige Weg, zumal er sich nicht vereinbaren lasse mit Präambel und Satzung des SBW. Co-Vorsitzender Wolfgang Wegener ergänzte, dass man diesen Antrag sicherlich als Appell sehen könne, "ansonsten sind wir schnell mit diesem Punkt bei der Altersdiskrimierung." Und da werde man beim Registergericht sicherlich auf Schwierigkeiten stoßen.
Bedenken auch von Apostel Gerd Kisselbach als Mitglied des Beirates: "Wir müssen auf jeden Fall die Handlungsfähigkeit des Vorstandes erhalten. Das sollte aber nicht durch eine Beschränkung des Alters erfolgen."
Der Vorstand einigte sich mit Karsten Zygowski nach weiterer Diskussion darauf, diesen Antrag in der vorliegenden Form abzulehnen, aber einen Teil davon als Absichtserklärung geltend zu machen: Die Jahreshauptversammlung beauftragt den Vorstand, mit dem Beirat des Vereins in einen Dialog zu treten, um eine Altersverjüngung bei den Vereinsmitgliedern zu erreichen. Hebestreit: "Wir stehen vor der Herausforderung, die Kapazität unseres ehrenamtlichen Teams nachhaltig zu stärken. Dies impliziert nicht nur die Gewinnung neuer Freiwilliger, sondern auch die aktive Förderung eines Generationswechsels im Engagement. Die aktuelle Altersstruktur vieler Ehrenamtlicher in gemeinnützigen Organisationen erfordert proaktive Maßnahmen zur Ansprache und Integration jüngerer Zielgruppen. Wir brauchen sie! Wir brauchen ihre Perspektiven, ihre Energie, ihre frischen Ideen, ihre digitalen Kompetenzen", appellierte der Vorsitzende. Die Jahreshauptversammlung stimmte für diese Regelung, über deren Umsetzung bis spätestens zur Jahreshauptversammlung 2026 berichtet werden soll.
Neue Gesichter gibt es auch im Beirat des Vereins: Zunächst wurde Dagmar Schnell, ehemalige Windbiel, nach mehr als zehnjähriger Tätigkeit aus diesem Gremium mit vielen Worten des Dankes verabschiedet, die freie Fotografin Jessica Krämer und Gottfried Röstel ergänzen seit Jahresbeginn als neue Mitglieder den Beirat. Er setzt sich zusammen aus dem Präsidenten der Neuapostolischen Kirche West (derzeit Apostel Stefan Pöschel), der gleichzeitig den Vorsitz inne hat, zwei weiteren, von diesem vorgeschlagenen Mitgliedern der Neuapostolischen Kirche mit leitender Funktion sowie drei weiteren Beiräten aus der Mitte des Vereins. Die letztgenannten Beiratsmitglieder werden vom Vereinsvorstand berufen.
Ende des Jahres 2024 zählten 676 Mitglieder zum SBW. "In diesem Jahr stellen wir aber einen Zuwachs fest, so dass wir derzeit bei 684 liegen", erläuterte Hans-Jürgen Röhr. Der Kassenwart des Vereins nannte weitere positive Zahlen: Die Bilanz per Jahresende 2024 ist ausgeglichen, der Jahresüberschuss beträgt 816 Euro. Wolfgang Wegener nannte weitere Zahlen: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 3.236 ehrenamtliche Stunden geleistet. Das ist eine Steigerung um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Wir haben in diesem Zeitabschnitt mehr Beratungen durchgeführt", nannte Wegener einen Grund.
Projektleiter Klaus Bühmann warb bei der Mitgliederversammlung noch einmal um eine deutliche Zunahme zur "Sommer-Auszeit" Ende Juli. "Wir hoffen auf eure Unterstüzung. Nutzt eure Kontakte in den Gemeinden. Anmeldeschluss ist Ende Mai und es fehlen noch zwölf Anmeldungen", bat er um Unterstützung. Infos gibt es in der SBW-Geschäftsstelle in Suderwich.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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