Recklinghausen-Suderwich. In der vergangenen Woche veröffentlichten wir einen Beitrag unseres Mitglieds Heinz-Jürgen Dünzl zum Thema „Lebensmittelverschwendung“, ein deutlicher Bezug zu dem vor uns liegenden Erntedank-Tag, den wir seit Jahren in unseren Gemeinden feiern. Das möchten wir, das Redaktions-Team des SBW, zum Anlass nehmen, uns mit dem Thema „Schöpfungsverantwortung“ zu beschäftigen.
Stammapostel Jean-Luc Schneider, Leiter der Neuapostolischen Kirche International, weist immer wieder auf die Bedeutung dieser Verpflichtung für neuapostolische Christen hin. In einem Gottesdienst, den er 2014 in Sao Paolo hielt, sagte er: „Es ist unsere Angelegenheit und Verantwortung, dass wir sorgfältig mit der Umwelt umgehen. Das möchte ich betonen. Zum Christsein gehört das Bewusstsein, dass Gott die Erde geschaffen und sie dem Menschen als Lebensraum gegeben hat. In unserem Katechismus steht, dass es unsere Aufgabe ist, mit der Umwelt mit Liebe, Weisheit und Vernunft umzugehen. Das hat nichts mit Politik zu tun. Das gehört einfach zum Christsein.“
Wir hoffen, dass unsere nachstehenden Gedanken bei unserer Leserschaft auf positive Resonanz stoßen und freuen uns auf eure Reaktionen.
"Uns allen sind sicher die Auswirkungen des Klimawandels bewusst und gerade in den letzten Wochen, Monaten, Jahren sehr deutlich geworden. In der Wissenschaft wird seit Jahren die besorgniserregende Klimaentwicklung weit überwiegend als Fakt angesehen. Das Ziel, die Erderwärmung auf eine Zunahme um 1,5° C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen, ist schon jetzt sehr unwahrscheinlich geworden. Von Februar 2023 bis Januar 2024 war die globale Durchschnittstemperatur demnach so hoch wie nie zuvor und lag um 0,64 Grad über der des Referenzzeitraums von 1991 bis 2020 – und insgesamt 1,52 Grad über dem vorindustriellen Referenzwert.
Und die Notwendigkeit einer BegrenzO2-Emissionen ist nicht neu. In dem Umweltprogramm der Bundesregierung von 1971 (Link: https://t1p.de/snut0) sagte der damalige Kanzler Willi Brandt unter anderem:
Bei einer anderen Gelegenheit wies Brandt darauf hin, dass zur damaligen Zeit die Folgen der CO2-Emissionen im Alltag der Menschen zwar noch nicht deutlich erkennbar seien, es jedoch höchste Zeit zum Umsteuern sei, da kurzfristig getroffene, deutliche und nachhaltige Veränderungen im Konsumverhalten sich nur sehr verzögert positiv auswirken würden. Es sei daher keine Zeit zu verlieren.
Welch kluge Erkenntnisse und Vorsätze vor mehr als 50 Jahren! Was ist daraus geworden? Die Politik, unsere Gesellschaft, ja ein jeder von uns muss sich fragen, welchen Beitrag sie/er dazu geleistet hat – und vor allem:
►Was können wir alle in dieser Hinsicht tun und was sollten wir unterlassen.
Im Rahmen dieses Beitrags wollen wir nicht eine Vielzahl von bisherigen und zukünftigen negativen Auswirkungen des Klimawandels aufzählen. Die Medien berichten laufend. Vielmehr möchten wir an die Eigenverantwortung eines jeden Christen appellieren:
►Das Thema sollte uns nicht überdrüssig werden.
►Es ist gut, wenn wir das Thema in unserer Umgebung durch aktive Ansprache wach halten.
►Es ist verantwortungsvoll, wenn Eltern in der Erziehung ihrer Kinder ein tiefes Bewusstsein zu diesem Thema schaffen.
►Es ist eine Aufgabe christlicher Kirchen, an dieses Thema immer wieder zu erinnern.
►Es ist außerordentlich wichtig, die Kräfte in unserer Gesellschaft zu stärken, die sich für dieses Thema einsetzen, engagieren, es in praktische Vorhaben und Gesetze umsetzen.
►Das bedeutet auch, sich kritisch mit den diesbezüglichen Plänen und Programmen der politischen Parteien in unserem Land auseinanderzusetzen.
►Die Sorgen unserer Jugend vor zunehmenden, lebensfeindlichen Umweltveränderungen müssen wir ernst nehmen. Und nicht zuletzt und vielleicht im Besonderen sollten wir unsere Konsumentscheidungen immer wieder mit Blick auf dieses Thema hinterfragen.
Wenn du dich mit dem Thema intensiver auseinandersetzen möchtest, dann empfehle ich, die Website der Initiative https://schoepfungsverantwortung-nak.org/ zu besuchen.
Bereits 2015 – nach dem Internationalen Kirchentag – bildete sich eine „Initiative Schöpfungsverantwortung in der Neuapostolischen Kirche“, die sich bemüht, ihre Ziele und Hoffnungen durch Stellungnahmen und Materialien in die Kirchenverwaltungen und Gemeinden zu tragen. Hinweise und Aussagen trifft der gemeinnützige Verein „Initiative Schöpfungsverantwortung in der neuapostolischen Kirche e.V.“ unter dem Titel „Wir machen uns stark für die Schöpfung! Impulse für Gemeinden sowie Christinnen und Christen“. Sehr informativ und zu finden über den Link https://t1p.de/0qnvt.
Auf der Seite https://schoepfungsverantwortung-nak.org/materialien/ sind viele Anregungen zur Umsetzung von Projekten zu finden, so auch Materialien zu Präsentationen und Aktionen.
Unter anderem …
Und dann noch der Hinweis zur Mitmach-Aktion „Nachhaltige Gemeinde“. Informationen dazu über den Link: https://t1p.de/086m9.
Zur Zielsetzung dieses Projekts sagt die NAK-Initiative:
„Die Aktion „Nachhaltige Gemeinde“ möchte die Neuapostolischen Gemeinden ermutigen, sich in vielfältiger Weise dieser Verantwortung zu stellen. Wir wollen im persönlichen Beitrag die natürlichen Lebensgrundlagen verantwortungsvoll bewahren. Das geht gemeinsam leichter und wirkungsvoller. Mit dieser Aktion regen wir an, in der Gemeinde zu überlegen, wie wir konkret dieser Verantwortung gerecht werden.
Darin sehen wir auch einen geistlichen Prozess: Was ist Gottes Wille für uns, für unser Leben, für die Welt, in der und aus der wir leben?
Ziel ist gelebter Glaube, bewusstes christliches Leben, gestärkte Gemeinschaft, selbstbewusstes Auftreten in einer orientierungslos wirkenden Welt.“
Wie schön ist es, wenn die Freundinnen und Freunde des Neuapostolischen Sozial- und Bildungswerks in ihrer jeweiligen Gemeinde eine Mitwirkung bei dieser Aktion auf den Weg bringen. Ich will das auch in meiner Gemeinde tun!
Mit herzlichen Grüßen
euer Wolfgang Wegener
(Quellen: https://t1p.de/xyb4i + https://t1p.de/snut0 + https://t1p.de/h4lji )
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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