Recklinghausen-Suderwich. Neue Festnetzanschlüsse wird es nicht mehr geben. Obwohl das aus technischer Sicht durchaus machbar wäre, bietet die Telekom für Kunden die ausschließlich einen Telefonanschluss benötigen, nur noch einen DSL-Anschluss für monatliche € 27,95 an.
Der enthaltene Telefonanschluss ist dabei eine kostenlose Dreingabe. Der dazugehörige Internetanschluss muss hier mitgezahlt werden – ob er gebraucht wird oder nicht. Alternative Anbieter gibt es nicht, denn auch die anderen Anbieter bieten ebenfalls nur Kombi-Verträge an, die maximal 4 Euro günstiger sind.
Der Mobilfunkanschluss
Wenn es nur um einen reinen Telefonanschluss geht lohnt es sich, die Mobilfunkpreise zu vergleichen (www.check24.de). Schnell wird man feststellen, dass monatliche Preise für einen Flatrate-Vertrag bereits unter 5,00 Euro (z.B. sim.de) bei nur einmonatiger Kündigungsfrist geboten werden. Dabei ist die Sprachqualität (vornehmlich im LTE-Netz) sogar deutlich besser als jeder Festnetzanschluss dies leisten könnte.
Seniorengerecht
Dennoch ziehen viele Senioren den Festnetzanschluss vor. Das ist in vielen Fällen dem Umstand geschuldet, dass sie von der Bedienung und dem Leistungsumfang eines Smartphones überfordert sind und lieber die gewohnte Technik weiter nutzen möchten.
Mobilfunk-Router
Bei einem Mobilfunk-Router befindet sich die SIM-Karte des Anbieters im Router und stellt die Verbindung in das Mobilfunknetz her. Sofern der Router über eine analoge (TAE) Schnittstelle verfügt, kann das normale kabelgebundene Telefon dort angeschlossen werden.
Hat dieser Router auch eine DECT-Schnittstelle für drahtlose Telefone, können diese ohne weiteren Aufwand mit diesem Router z.B. Fritz!Box 6850 verbunden werden. Bei dem Beispiel der Fritz!Box 6850 kommen jedoch einmalige Anschaffungskosten von etwa 160 Euro hinzu. Andere Anbieter, wie z.B. „Tenda“ oder „TP-Link“ sind zwar günstiger, bieten jedoch keine eigene DECT-Nutzung. Bei diesen Geräten können dafür externe DECT-Basisstationen angeschlossen werden, welche aber eine deutlich schlechtere Sprachqualität haben. Die Sprachqualität ist aber gerade bei älteren Menschen, die oftmals über ein eingeschränktes Hörvermögen verfügen, maßgeblich.
Verwendung der alten Telefonnummer
Um bei einem Wechsel zu einem Mobilfunktarif unter der alten Rufnummer erreichbar zu sein, bedarf es der Nutzung eines VoIP (Voice over IP = Sprache über Internet) - Anbieters. Kostenlose Anbieter hierfür sind z.B. „Fonial“, „Bellsip“ oder „VoIP2GSM“.
Wichtig ist dabei, dass du den Festnetzanschluss keinesfalls selbst kündigst, sondern den VoIP-Anbieter mit der Portierung der Festnetzrufnummer beauftragst. Anschließend kannst du eine Rufumleitung einrichten, die diese Rufnummer zu deiner Mobilfunkrufnummer umleitet.
Aber: Vorsicht; denn für jedes ankommende und abgehende Gespräch fallen hier nicht unerhebliche Kosten an. Besser ist es bei Verwendung einer Fritz!Box 6850 die Anmeldedaten des VoIP-Anbieters einzugeben. Die Wandlung auf dein analoges Telefon erfolgt dann automatisch durch die Fritz!Box. Ankommende Anrufe werden kostenfrei an dein analoges Telefon geleitet. Abgehende Anrufe gehen über deine Mobilfunk-Flatrate und sind ebenfalls kostenlos.
Wichtige Voraussetzung: Bei der Auswahl deines Mobilfunktarifes ist es wichtig, dass ein entsprechendes Internetvolumen mit gebucht wird, da Gespräche, die über VoIP ankommen, via Internet übertragen werden. Die Größe des erforderlichen Internetvolumens kann schnell berechnet werden, wenn man berücksichtigt, dass eine Gesprächsminute ca. 1 MB an Datenvolumen benötigt.
Alternative: Das Seniorenhandy
Eine weitere kostengünstige Lösung ohne Rufnummernmitnahme bietet das „Seniorenhandy“ (ca. 30 bis 100 Euro), welches mit großen und beleuchteten Tasten aufwartet und sich von der Funktion ganz auf die Telefonie in hoher Sprachqualität konzentriert.
(Quelle: c´t, 2.3.2024)
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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