Recklinghausen-Suderwich. Das Hausnotrufsystem – ein digitaler Helfer für Senioren und Menschen mit Behinderungen, steht diesmal im Fokus der Betrachtungen. Hier gibt es ausführliche Informationen zu Funktion, Leistung und Kosten.
Vorab in Kürze:
- Hausnotrufsysteme unterstützen die Selbstständigkeit im eigenen Zuhause
- Sie entlasten auch Angehörige, weil im Notfall schnelle Hilfe organisiert wird.
- Kostenübernahme durch die Pflegekasse ab Pflegegrad 1.
- Weitere Leistungen können kostenpflichtig zugebucht werden.
1. Hausnotrufsystem – was ist das – wer braucht es?
2. Hausnotrufsystem – wie funktioniert es?
Es gibt auch Hausnotrufsysteme, die nicht mit einer Notrufzentrale verbunden sind, aber über bis zu 10 gespeicherte Zielnotrufnummern Hilfe organisieren. Diese Systeme wählen bei Absetzen eines Notrufs mit dem Funksender automatisch in vorgegebener Reihenfolge gespeicherte Telefonnummern, bis der Ruf von einem Teilnehmer angenommen ist. Sollte der Hilfesuchende nicht mehr sprechen können, nennt das System automatisch seinen Namen und seine Adresse.
Nützlich sind auch Systeme, bei denen ein Kontrollanruf der Notfallzentrale ausgelöst wird, wenn du dich nicht bis zu einer vereinbarten Zeit gemeldet hast.
3. Was benötigst du für die Einrichtung des Notrufsystems?
4. Welche Daten sind bei der Notrufzentrale hinterlegt?
5. Angebote vergleichen
Neben den „Basistarifen“ gibt es auch die sogenannten „Komforttarife“. Im Basistarif sollten enthalten sein:
Und dann die „Komforttarife“ – mit ganz unterschiedlichen Leistungen:
6. Darauf solltest du beim Vertragsabschluss achten…
Vieles davon sollte leicht verständlich aus dem Vertrag hervorgehen. Den – und die „AGB“, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen – solltest du dir vorab geben lassen und studieren. Nicht unter Zeitdruck unterschreiben.
7. Kosten
- Die einmalige Anschlussgebühr liegt zwischen 10 und 50 €, je nach Anbieter.
- Der Basistarif macht monatlich 20-25 € aus, Zusatzleistungen ca. 30-50 €.
- Die Pflegekasse übernimmt (ab Pflegegrad 1) monatlich 25,50 €.
- Dann schließt die Pflegekasse den Vertrag und zahlt direkt an den Anbieter.
- Was an Kosten darüber hinaus entsteht, trägst du selbst.
Zur Kostenübernahme durch die Pflegekasse sind einige Bedingungen zu beachten:
Soweit die Pflegekasse nicht leistet, springt evtl. bei kleinem Einkommen das Sozialamt ein. In vielen Einrichtungen des betreuten Wohnens ist die Gebühr für ein Hausnotrufsystem in der Grundpauschale enthalten.
Krankenkassen beteiligen sich grundsätzlich nicht an den Kosten für einen Hausnotruf. Sie betrachten die Geräte als "Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens".
8. Wann benötigst du einen Hausnotruf?
Um zu entscheiden, ob ein Hausnotruf für dich sinnvoll sein kann, orientiere dich an folgenden Anhaltspunkten. (Je mehr Punkte zutreffen, desto sinnvoller kann ein Hausnotruf-System sein.)
- Ich lebe allein in meiner Wohnung.
- Ich habe Angst, auszurutschen und mir etwas zu brechen.
Alleine zu baden oder zu duschen, ist für mich schwierig.
- Manchmal ist mir schwindelig, ich fühle mich nicht mehr so sicher auf den Beinen.
- Ich neige leicht dazu, zu stürzen.
- Ich bin gehbehindert.
- Ich bin schon einmal in meiner Wohnung ausgerutscht oder gestürzt.
- Ich hatte schon einmal einen Schwächeanfall.
- Meine Augen oder mein Gehör werden immer schlechter.
- Ich hatte eine große Operation, deren Folgen mich beeinträchtigen.
- Ich hatte schon einmal einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.
- Ich habe manchmal Gleichgewichtsstörungen.
- Ich leide unter einer chronischen Krankheit, die den Alltag bestimmt, zum Beispiel:
…- Asthma (etwa bei akutem Anfall)
…- Diabetes mellitus
…- Zuckerkrankheit (zum Beispiel Unter- oder Überzuckerung)
…- Epilepsie (etwa bei akutem epileptischem Anfall)
…- Hämophilie (Bluterkrankheit)
…- Herz-Kreislauf-Beschwerden (z.B. wenn ein Herzinfarkt vorzeitig bemerkt wird)
9. Und hier noch eine Checkliste zum Anbietervergleich
- Hausnotruf ausschließlich für die Notfall-Hilfe?
- Weitere Dienste gewünscht, z.B. Weckdienst, Erinnerung an Medikamenteneinnahme?
- Ist das Personal in der Notrufzentrale qualifiziert?
- Ist das Personal, welches zu Hilfe kommt, qualifiziert?
- Wurden Personen oder Stellen für Benachrichtigung im Notfall abgefragt?
- Kann der Hilfeplan individuell gestaltet werden?
- Kommt sofort nach dem Notruf Hilfe?
- Hat der Anbieter seine Zentrale in der Region?
- Wird ein wöchentlicher / täglicher Testanruf zur Sicherheit durchgeführt?
- Werden bei der Kontaktaufnahme die gewünschten Auskünfte gegeben?
- Wird kostenlos, persönlich, freundlich, unverbindlich zu Hause beraten?
- Wird nach den Wünschen und Bedürfnissen gefragt?
- Wird für Rücksprachen ein Ansprechpartner genannt?
- Wie ist der Ansprechpartner erreichbar – per Handy, Festnetz, 0180-Rufnummer?
- Sind bei der Beratung/Besprechung alle Betroffenen beteiligt (Angehörige, Nachbarn)?
- Werden die Leistungs- und Qualitätsmerkmale der Anlage erklärt?
- Wird erläutert, welche weiteren Einzelleistungen bzw. Pakete es gibt?
- Wird das Hausnotrufsystem ausführlich erklärt, in der Notrufbearbeitung usw.?
- Ist die Einweisung in die Geräte verständlich und einfach?
- Ist die Handhabung der Geräte verständlich und einfach?
- Wird das Gerät durch eine Fachkraft installiert?
- Gibt es einen „Funkfinger“ und ein Halsband?
- Sind der Funkfinger und das Halsband wasserdicht?
- Ist die Reichweite des Gerätes ausreichend? Auch im Garten und im Keller?
- Wurden die Leistungs- und Qualitätsmerkmale der Anlage genau erklärt?
- Funktionieren die Geräte auch bei Stromausfall?
- Werden die Kosten der einzelnen Tarife/Pakete/Zusatzleistungen erläutert?
- Wird auf Kostenübernahme durch Pflegeversicherung oder Sozialamt hingewiesen?
- Ist der gewählte Anbieter von der Pflegeversicherung anerkannt?
- Ist der Vertrag gut lesbar und verständlich formuliert?
- Hat der Vertrag eine Mindestlaufzeit?
- Ist Kündigung mit einer höchstens zweiwöchigen Frist zum Monatsende möglich?
- Wird die Aufstellung, Einrichtung und Wartung ggf. kostenlos durchgeführt?
- Wurden die unterschiedlichen Pakete / Tarife erläutert?
- Werden weitere Zusatzleistungen angeboten? Z.B. Schlüsselhinterlegung, Einbruch-, Feuer-, Bewegungs-, Kontakt-, oder auch Gasmelder, Weckdienst, Erinnerung an Medikamenteneinnahme, Menüservice, usw.?
- Werden Preisliste bzw. Kostenvoranschlag für die Leistungen ausgehändigt?
- Kann der Dienst alle Leistungen anbieten, welche benötigt bzw. gewünscht werden?
Quelle: Die umfangreichen Hinweise wurden einem Beitrag der Verbrauchzentrale entnommen.
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-zu-hause/hausnotrufsysteme-schneller-draht-zur-hilfe-10566
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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